StartPrognosemärkteMaduro-Verhaftung: Soldat fordert Freispruch im Polymarket-Insiderfall

Maduro-Verhaftung: Soldat fordert Freispruch im Polymarket-Insiderfall

• Maduro-Verhaftung: Angeklagter US-Soldat will Polymarket-Verfahren stoppen.
• Verteidigung bezeichnet sämtliche Vorwürfe als unbegründet.
• Fall könnte die Regulierung von Prognosemärkten nachhaltig beeinflussen.


Der wegen mutmaßlichen Insiderhandels auf der Prognoseplattform Polymarket angeklagte US-Soldat Gannon Ken Van Dyke geht in die Offensive. Seine Anwälte haben beim zuständigen Bundesgericht beantragt, sowohl die Zivilklage der US-Aufsichtsbehörde CFTC als auch die strafrechtliche Anklage abzuweisen. Nach Auffassung der Verteidigung fehle eine tragfähige rechtliche Grundlage für die erhobenen Vorwürfe.

Die Behörden werfen dem 38-jährigen Angehörigen der US-Spezialeinheiten vor, zwischen dem 30. Dezember 2025 und dem 2. Januar 2026 mehr als 436.000 „Yes“-Anteile auf den Polymarket-Markt „Maduro bis zum 31. Januar 2026 aus dem Amt?“ gekauft zu haben. Der durchschnittliche Kaufpreis soll bei lediglich 0,074 US-Dollar je Anteil gelegen haben. Nach der Festnahme Nicolás Maduros am 3. Januar 2026 erzielte Van Dyke laut Anklage einen Gewinn von mehr als 400.000 US-Dollar, in anderen Gerichtsunterlagen ist von 409.881 US-Dollar die Rede.

Bereits im Januar berichtete Gaming-Affairs über einen anonymen Polymarket-Trader, der mit einer ungewöhnlich frühen Wette auf die bevorstehende Maduro-Verhaftung rund 410.000 US-Dollar gewann. Nach der späteren Anklage im April stellte sich heraus, dass die US-Behörden denselben Gewinn einem aktiven US-Soldaten zuordnen. Die aktuellen Anträge der Verteidigung markieren nun den bislang wichtigsten Versuch, das gesamte Verfahren bereits vor einem Prozess scheitern zu lassen.

Die Anwälte argumentieren, dass klassische Insiderhandelsgesetze nicht ohne Weiteres auf Prognosemärkte angewendet werden könnten. Zudem habe ihr Mandant weder Wertpapiere gehandelt noch gegen bestehende Marktregeln verstoßen. Aus ihrer Sicht versuchten Staatsanwaltschaft und CFTC, bestehende Gesetze unzulässig auf einen neuen Markt auszudehnen.

Rechtliche Fehlinterpretation?

Die CFTC sieht das grundlegend anders. Nach ihrer Darstellung habe Van Dyke aufgrund seiner Beteiligung an der geheimen Militärmission „Operation Absolute Resolve“ Zugang zu streng vertraulichen Informationen gehabt. Diese Kenntnisse habe er anschließend genutzt, um auf ein Ereignis zu wetten, dessen Ausgang der Öffentlichkeit noch unbekannt gewesen sei. Die Behörde fordert unter anderem die Rückzahlung der Gewinne, zusätzliche Geldstrafen, Handelsverbote sowie eine dauerhafte gerichtliche Verfügung gegen weitere Verstöße.

Der damalige CFTC-Vorsitzende Michael S. Selig erklärt:

„Ich habe unmissverständlich klargemacht, dass jeder, der in unseren Märkten Betrug, Manipulation oder Insiderhandel betreibt, mit der vollen Härte des Gesetzes rechnen muss.“

Der Rechtsstreit gilt als erster Insiderhandelsfall überhaupt, der sich unmittelbar auf einen Prognosemarkt bezieht. Parallel zur Zivilklage der CFTC läuft ein Strafverfahren, in dem Van Dyke unter anderem Betrug, unrechtmäßige Nutzung vertraulicher Regierungsinformationen sowie Geldtransaktionen aus mutmaßlich rechtswidrigen Erlösen vorgeworfen werden. Bereits im April hatte der Soldat auf nicht schuldig plädiert.

Für Polymarket und die gesamte Branche besitzt das Verfahren erhebliche Bedeutung. Sollte das Gericht die Argumentation der Behörden bestätigen, könnte dies den regulatorischen Rahmen für Prognosemärkte deutlich verschärfen. Gelangt das Gericht dagegen zu dem Schluss, dass die bestehenden Insiderhandelsvorschriften auf solche Event-Kontrakte nicht anwendbar sind, würde dies weit über den Einzelfall hinausreichen und künftige Verfahren erheblich erschweren.

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