• Mindestalter für Prognosemärkte soll in Texas auf 21 Jahre steigen.
• Ärzte warnen vor steigenden Suchtgefahren bei jungen Erwachsenen.
• Auch Werbung für Kalshi, Polymarket etc. soll eingeschränkt werden.
Nach einem Bericht von Houston Public Media fordert die Texas Medical Association (TMA) strengere Regeln für Prognosemärkte wie Kalshi und Polymarket. Die Ärztevereinigung spricht sich dafür aus, die Nutzung der Plattformen erst ab einem Mindestalter von 21 Jahren zu erlauben. Zudem sollen Werbebeschränkungen junge Menschen besser vor möglichen Risiken schützen.
Texas zählt zu den 11 US-Bundesstaaten, in denen klassische Online-Sportwetten weiterhin verboten sind. Nach Ansicht der TMA umgehen Prognosemärkte diese Beschränkungen faktisch und ermöglichen bereits 18-Jährigen den Zugang zu Produkten, die aus Sicht der Mediziner dieselben psychologischen Effekte wie Glücksspiel entfalten können.
Ärzte sehen wachsende Risiken für junge Erwachsene
Neben der Anhebung des Mindestalters fordert die TMA weitreichende Einschränkungen für die Vermarktung der Plattformen. Werbung in der Nähe von Schulen und Parks sowie auf sozialen Netzwerken soll ebenso untersagt werden wie Anzeigen mit Prominenten, Comicfiguren oder Charakteren aus Spielen und Serien, die sich gezielt an Kinder und Jugendliche richten.
Die Texas Medical Association begründet ihren Vorstoß mit präventivem Gesundheitsschutz. Nach Ansicht der Ärzte unterscheiden sich Prognosemärkte aus psychologischer Sicht kaum von klassischen Glücksspielen.
Da belastbare Langzeitdaten zu den Auswirkungen auf Jugendliche noch fehlen, setzt die Organisation auf einen vorsorgenden Ansatz. Neben einer Altersgrenze von 21 Jahren fordert sie deshalb strengere Werbevorschriften, um Minderjährige und junge Erwachsene besser vor problematischem Spielverhalten zu schützen.
Die Kinderärztin Dr. Lindy McGee vom Baylor College of Medicine und frühere Vorsitzende des Ausschusses für Kinder- und Jugendgesundheit der Texas Medical Association erklärt dazu:
„Im Moment laufen Oberstufenschüler praktisch mit Las Vegas in der Hosentasche herum. Sie können auf nahezu alles Geld setzen.“
McGee verweist darauf, dass Jugendliche aufgrund ihrer noch nicht vollständig entwickelten Impulskontrolle anfälliger für riskantes Verhalten seien. Wer bereits in jungen Jahren mit glücksspielähnlichen Angeboten in Berührung komme, entwickle nach Erkenntnissen der Suchtforschung häufiger problematisches Spielverhalten. Zwar gebe es für Prognosemärkte bislang noch keine Langzeitstudien, die Erfahrungen aus dem klassischen Glücksspiel ließen jedoch ähnliche Risiken erwarten.
Politik prüft weitere Regulierungen
Die Debatte trifft in Texas auf einen ohnehin kritischen politischen Hintergrund. Bereits im Frühjahr hatte Vizegouverneur Dan Patrick den zuständigen Senatsausschuss beauftragt zu prüfen, wie sich regulatorische „Glücksspiellücken“ schließen lassen. Gleichzeitig verweisen Betreiber wie Polymarket darauf, dass Prognosemärkte der Aufsicht der bundesstaatlichen Commodity Futures Trading Commission (CFTC) unterliegen und einzelne Bundesstaaten daher nur begrenzte Eingriffsmöglichkeiten besitzen.
Sollte sich die Forderung der Texas Medical Association durchsetzen, wäre Texas einer der ersten Bundesstaaten mit einer ausdrücklichen Altersgrenze speziell für Prognosemärkte. Die Diskussion zeigt zugleich, dass sich die politische Debatte zunehmend nicht mehr nur um die rechtliche Einordnung der Plattformen dreht, sondern auch um Fragen des Jugend- und Spielerschutzes.

