• Wimbledon geht im Herrentennis auf ein hochklassiges Halbfinale zu.
• Zverev und Sinner gelten laut Quoten als deutliche Favoriten.
• Bei den Damen werden Karolína Muchová die größten Chancen eingeräumt.
Mit Alexander Zverev, Arthur Fery, Jannik Sinner und Novak Djokovic stehen die vier verbliebenen Titelanwärter im Herren-Einzel von Wimbledon 2026 fest. Die Buchmacher sehen dabei in beiden Halbfinals klare Favoriten – auch wenn insbesondere Außenseiter Arthur Fery bislang für die größte Überraschung des Turniers gesorgt hat.
Favoritenrollen für Sinner und Zverev
Im ersten Halbfinale trifft Zverev auf den Briten Arthur Fery. Für einen Erfolg des Deutschen wird eine Wettquote von 1,11 angeboten, während ein Sieg Ferys mit 6,20 bewertet wird. Im zweiten Halbfinale gilt Titelverteidiger Jannik Sinner mit einer Quote von 1,18 gegen Novak Djokovic (4,60) ebenfalls als deutlicher Favorit.
Alexander Zverev folgt mit einer Titelquote von 3,80 als aussichtsreichster Verfolger. Deutlich geringer werden die Chancen von Novak Djokovic (7,50) und Überraschungsmann Arthur Fery (20,00) eingeschätzt.
Arthur Fery schreibt in Wimbledon 2026 eines der größten Überraschungsmärchen der vergangenen Jahre. Der 23-jährige Brite war lediglich mit einer Wildcard ins Hauptfeld eingezogen und startete als Weltranglisten-Nummer 114 ins Turnier. Mit Siegen unter anderem gegen Grigor Dimitrov und Flavio Cobolli erreichte er erstmals ein Grand-Slam-Halbfinale. Damit ist er erst der vierte Wildcard-Spieler überhaupt, der bei einem Grand Slam das Halbfinale erreicht hat, und der erste britische Wimbledon-Halbfinalist mit Wildcard in der Open Era.
Sollten sich die Favoriten durchsetzen, käme es am Sonntag zu einem erneuten Finale zwischen Sinner und Zverev. Auch auf dem Markt für den Turniersieg liegt der Italiener vorne. Für den Wimbledon-Titel Sinners wird aktuell eine Quote von 1,45 angeboten.
Der ehemalige Wimbledon-Sieger Pat Cash als Experte der BBC erklärt dazu:
„Jannik Sinner ist derzeit der kompletteste Spieler im Feld und geht als verdienter Favorit in die letzten beiden Runden.“
Allerdings dürfte Zverev durch seinen Sieg in Paris vor wenigen Wochen gehörig Selbstvertrauen für ein erneutes Finale getankt haben.
Auch finanziell geht es um Millionen
Neben dem sportlichen Prestige kämpfen die vier Halbfinalisten um die höchsten Preisgelder des Turniers. Jeder Spieler hat bereits eine erhebliche Prämie sicher, mit jedem weiteren Sieg steigt die Auszahlung jedoch deutlich an.
Bereits mit dem Einzug ins Halbfinale sichern sich die Spieler jeweils 900.000 Pfund Sterling Preisgeld. Der Finalist erhält 1,8 Millionen Pfund, während der Wimbledon-Sieger 3,6 Millionen Pfund sowie 2.000 Weltranglistenpunkte kassiert. Das gesamte Preisgeld des Turniers beträgt 64,2 Millionen Pfund und liegt damit 20 Prozent über dem Vorjahreswert.
Auch für die Damen geht es am Samstag um viel Geld und Prestige. Im Finale stehen sich Karolína Muchová und Linda Nosková gegenüber. Muchová setzte sich in einem hochklassigen und dramatischen Duell gegen Coco Gauff mit 6:2, 1:6, 7:6 (12:10) durch, nachdem sie im entscheidenden Tiebreak sogar einen Matchball abgewehrt hatte. Nosková erreichte ihr erstes Grand-Slam-Finale durch einen souveränen 6:4, 6:4-Erfolg über Marta Kostyuk. Damit kommt es erstmals in der Geschichte von Wimbledon zu einem rein tschechischen Damen-Finale. Die Buchmacher erwarten eine enge Partie, sehen die erfahrenere Muchová jedoch leicht im Vorteil: Für ihren Turniersieg wird aktuell eine Wettquote von 1,75 angeboten, während ein Erfolg von Nosková mit 2,05 bewertet wird.
Für Alexander Zverev bietet sich am Freitag die große Chance, erstmals das Finale in Wimbledon zu erreichen. Der Deutsche präsentierte sich im bisherigen Turnierverlauf konstant und setzte sich im Viertelfinale souverän gegen Taylor Fritz durch. Nun wartet mit Arthur Fery allerdings ein Gegner, der vor heimischem Publikum auf einer Welle der Euphorie reitet.
Im zweiten Halbfinale richtet sich der Fokus auf das Duell zweier Generationen. Titelverteidiger Jannik Sinner möchte seine Favoritenrolle bestätigen, während Novak Djokovic seine Erfahrung und seine außergewöhnliche Wimbledon-Bilanz in die Waagschale wirft. Die angebotenen Quoten sprechen zwar klar für den Italiener, doch gerade auf dem Centre Court hat Djokovic in der Vergangenheit oft bewiesen, dass er selbst gegen favorisierte Gegner jederzeit für eine Überraschung gut ist.

