• Casinos in Atlantic City erleben einen überraschend starken Sommer.
• Der stationäre Glücksspielumsatz erreicht den höchsten Juli-Wert seit 2012.
• Auch Online-Gaming und Sportwetten legen deutlich zu.
Die Casinos in Atlantic City haben im Juli 2026 einen bemerkenswerten Umsatzsprung erzielt. Nach Angaben der New Jersey Division of Gaming Enforcement (DGE) erwirtschafteten die neun stationären Casinos der Stadt einen Bruttospielertrag von 304,2 Millionen US-Dollar. Das entspricht einem Plus von 7,1 Prozent gegenüber Juli 2025 und markiert den stärksten Juli seit 2012.
Besonders stark entwickelten sich die Spielautomaten mit 226,1 Millionen US-Dollar, was einem Zuwachs von 6,2 Prozent entspricht. Die Tischspiele kamen auf 78,1 Millionen US-Dollar und legten damit sogar um 9,5 Prozent zu. Insgesamt konnten acht der neun Casinos ihren Umsatz gegenüber dem Vorjahresmonat steigern.
Besonders bemerkenswert ist, dass der stationäre Casino-Umsatz im Juli erstmals im Jahr 2026 über dem Online-Geschäft lag. Das Online-Casino-Segment erzielte mit Slots, Tischspielen und Poker zwar ebenfalls einen Rekordwert von knapp 277 Millionen US-Dollar, blieb damit aber hinter den 304,2 Millionen US-Dollar der physischen Casinos zurück. Der Juli war damit ein seltener Monat, in dem die klassische Casinofläche gegenüber dem digitalen Angebot die Nase vorn hatte.
An der Spitze lag das Borgata Casino mit 81,6 Millionen US-Dollar Casino-Umsatz, einem Plus von 2,1 Prozent. Den stärksten prozentualen Zuwachs verzeichnete Caesars: Der Umsatz stieg um 34,6 Prozent auf 25,3 Millionen US-Dollar. Einziger Verlierer war Bally’s, dessen GGR um 13,7 Prozent auf 12,2 Millionen US-Dollar zurückging.
Auch Online-Gaming und Sportwetten wachsen
Der starke stationäre Monat bedeutet allerdings keineswegs, dass das Online-Geschäft schwächelt. Im Gegenteil: Mit knapp 277 Millionen US-Dollar erreichte das Online-Casino-Segment einen neuen Monatsrekord. Marktführer war FanDuel mit 61,7 Millionen US-Dollar, ein Plus von 18,5 Prozent. DraftKings folgte mit 48,1 Millionen US-Dollar.
Auch die Sportwetten entwickelten sich in New Jersey dynamisch. Im Juli wurden insgesamt 100 Millionen US-Dollar umgesetzt beziehungsweise von Spielern verloren – 30 Prozent mehr als im Juli 2025. Allein mehr als 30 Millionen US-Dollar des Sportwettenumsatzes entfielen auf die FIFA-Weltmeisterschaft. Online-Buchmacher steuerten 94,6 Millionen US-Dollar zum gesamten Wettumsatz bei.
James Plousis, Vorsitzender der New Jersey Casino Control Commission, erklärt:
„Die Sommersaison in Atlantic City hat im Juli richtig Fahrt aufgenommen – die Casinos erzielten ihren besten Juli-Umsatz seit 2012.“
Bei den Online-Sportwetten führte FanDuel mit 32,8 Millionen US-Dollar. DraftKings kam auf 25,6 Millionen US-Dollar, BetFanatics auf 10,6 Millionen US-Dollar und BetMGM auf 8,8 Millionen US-Dollar. Die Fußball-WM erwies sich damit als wichtiger zusätzlicher Wachstumstreiber für den ohnehin starken Wettmonat.
Über alle drei Glücksspielbereiche hinweg – stationäre Casinos, Online-Gaming und Sportwetten – summierte sich der Umsatz im Juli auf exakt 678.116.068 US-Dollar. Das entspricht einem Anstieg von 11,9 Prozent gegenüber Juli 2025. Seit Jahresbeginn hat New Jersey damit bereits 4,2 Milliarden US-Dollar an Glücksspielumsatz erzielt.
Der Glücksspielboom ist auch für den Staatshaushalt relevant. Nach Angaben von James Plousis hat New Jersey 2026 schneller als in jedem vorherigen Jahr die Marke von 4 Milliarden US-Dollar beim gesamten Glücksspielumsatz überschritten. Daraus flossen bereits mehr als 540 Millionen US-Dollar an Glücksspielsteuern. Die Einnahmen finanzieren unter anderem staatliche Programme zugunsten älterer und behinderter Menschen in sämtlichen Countys von New Jersey.
Für Atlantic City kommt der starke Juli zu einem wichtigen Zeitpunkt. In den kommenden Jahren sollen in New York City drei große Casinos entstehen: zwei in Queens und eines in der Bronx. Damit droht den Casinos in New Jersey zusätzliche Konkurrenz um Besucher aus der dicht besiedelten Region New York.
Kurzfristig kann Atlantic City jedoch auf seine Sonderstellung setzen. Die Gesetzgeber in New Jersey haben in diesem Jahr darauf verzichtet, die Bürger über eine Ausweitung von Spielautomatenstandorten außerhalb Atlantic Citys abstimmen zu lassen. Damit bleibt das Glücksspielmonopol der Stadt innerhalb New Jerseys zunächst bestehen.

