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Casinos verlieren Millionen: Schweizer Spielersperren treffen Liechtenstein hart

• Liechtenstein erlebt eine schwere Krise seiner Casinos.
• Schweizer Spielersperren haben den Markt stark verändert.
• Mehrere Spielbanken mussten bereits schließen.


Die Casino-Branche in Liechtenstein befindet sich in ihrer schwersten Krise seit der Legalisierung des Glücksspiels. Nach dem Inkrafttreten eines Abkommens mit der Schweiz über den Austausch von Spielersperren ist der Markt massiv unter Druck geraten. Besonders der Wegfall zahlreicher Schweizer Spieler hat die Einnahmen laut Medienberichten vieler Betreiber einbrechen lassen.

Nach dem aktuellen Marktbericht sank der Bruttospielertrag (Gross Gaming Revenue, GGR) der liechtensteinischen Casinos im Jahr 2025 auf 57,3 Millionen Schweizer Franken (rund 61,5 Millionen Euro). Im Vorjahr hatten die Spielbanken noch 140,8 Millionen Franken umgesetzt. Damit verlor die Branche innerhalb eines Jahres 83,5 Millionen Franken, was einem Umsatzrückgang von 59 Prozent entspricht. Gleichzeitig brachen die direkten Spielbankenabgaben an den Staat um 63 Prozent von 52,8 Millionen Franken auf nur noch 20,3 Millionen Franken ein.

Das Abkommen zwischen der Schweiz und Liechtenstein sorgt dafür, dass Spielersperren grenzüberschreitend gelten. Wer in einem Schweizer Casino oder Online-Casino gesperrt ist – freiwillig oder aufgrund behördlicher beziehungsweise gesetzlicher Vorgaben –, darf seit dem 7. Januar 2025 auch keine Casinos in Liechtenstein mehr besuchen. Die Maßnahme soll den Spielerschutz stärken, trifft jedoch vor allem die stark von Schweizer Gästen abhängige Casino-Branche des Fürstentums.

Die Entwicklung gilt als unmittelbare Folge des Abkommens, das am 7. Januar 2025 in Kraft trat. Seit diesem Zeitpunkt werden Schweizer Spielersperren automatisch auch in Liechtenstein anerkannt. Dadurch wurden zusätzlich rund 10.000 in der Schweiz gesperrte Personen von den Casinos im Fürstentum ausgeschlossen.

Mehrere Casinos mussten bereits schließen

Besonders deutlich zeigt sich die Krise bei einzelnen Betreibern. Marktführer blieb zwar das Grand Casino Liechtenstein, dessen Bruttospielertrag 22,9 Millionen Franken erreichte. Dennoch ging der Umsatz des Hauses gegenüber dem Vorjahr um 62,4 Prozent zurück. Das Grand Casino hielt damit weiterhin einen Marktanteil von rund 40 Prozent.

Vergleichsweise stabil entwickelte sich das Casino Schaanwald, das von Casinos Austria betrieben wird. Mit einem Bruttospielertrag von 13,3 Millionen Franken fiel der Rückgang hier lediglich 14,3 Prozent aus. Deutlich schlechter verlief das Jahr dagegen für das Casino Admiral Ruggell, das bis zu seiner Schließung am 30. September 2025 nur noch 11 Millionen Franken erwirtschaftete und einen Umsatzverlust von 75,3 Prozent hinnehmen musste.

Markus Kaufmann, Präsident des Liechtenstein Casinoverbands, erklärt:

„Die derzeitigen Marktbedingungen sind nicht tragfähig.“ Er fordert die Regierung unter Premierministerin Brigitte Haas auf, Maßnahmen zu ergreifen, um die wirtschaftliche Zukunft der Branche zu sichern.

Das Casino Admiral Triesen kam auf 6,6 Millionen Franken, was einem Minus von 41,8 Prozent entsprach. Einzige Ausnahme war das Alpin Royal Casino Schaan, dessen Einnahmen um 43,3 Prozent auf 3,2 Millionen Franken stiegen; allerdings von einem deutlich niedrigeren Ausgangsniveau.

Branche hofft auf politische Unterstützung

Die Auswirkungen setzen sich auch im laufenden Jahr fort. Bereits im Januar 2026 stellte das LV Casino Eschen seinen Betrieb ein, nachdem im gesamten Berichtszeitraum lediglich 344.000 Franken Bruttospielertrag erzielt worden waren. Zudem verzeichnete das Plaza Casino im vergangenen Jahr überhaupt keine Glücksspielumsätze. Damit sind im Juli 2026 nur noch vier Casinos in Liechtenstein geöffnet: das Grand Casino Liechtenstein, das Casino Schaanwald, das Casino Admiral Triesen und das Alpin Royal Casino Schaan.

Trotz der aktuellen Krise war die Casino-Branche über Jahre ein bedeutender Wirtschaftsfaktor. Zwischen 2017 und 2025 erwirtschafteten die Spielbanken in Liechtenstein insgesamt 771 Millionen Schweizer Franken Bruttospielertrag. Doch neue Online-Glücksspiellizenzen sollen nach Regierungsbeschluss mindestens bis Ende 2028 weiterhin nicht vergeben werden.

Bereits 2023 hatte eine Bürgerinitiative versucht, Casinos in Liechtenstein vollständig zu verbieten. Das Vorhaben scheiterte jedoch deutlich: 73 Prozent der Wähler lehnten ein entsprechendes Verbot ab. Selbst Staatsoberhaupt Fürst Hans-Adam II. sprach sich gegen ein vollständiges Casino-Aus aus, forderte jedoch einen verantwortungsvollen Umgang mit den Sorgen der Bevölkerung.

Die aktuellen Zahlen zeigen jedoch, dass nicht politische Verbote, sondern grenzüberschreitende Spielerschutzmaßnahmen den Markt grundlegend verändert haben. Ob sich die Branche von dem massiven Einbruch erholen kann, hängt nun vor allem davon ab, ob es den Betreibern gelingt, neue Gästegruppen zu gewinnen und ihre Geschäftsmodelle an die veränderten Rahmenbedingungen anzupassen.

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