• Glücksspiel in der Schweiz verzeichnet 2025 leichte Rückgänge.
• Besonders Lotterien und Sportwetten betroffen.
• Bekämpfung illegaler Angebote bleibt zentrale Herausforderung.
Der Schweizer Glücksspielmarkt hat 2025 einen leichten Dämpfer erhalten. Das geht aus dem neuen Jahresbericht der interkantonalen Geldspielaufsicht Gespa hervor. Besonders bei Lotterien und Sportwetten waren rückläufige Zahlen zu beobachten. Der Umsatz mit interkantonal, automatisiert oder online durchgeführten Lotterien und Sportwetten sank um 2,4 Prozent auf 3,87 Milliarden Franken. Damit blieb der Markt erstmals seit Jahren wieder unter der Marke von vier Milliarden Franken.
Auch beim Bruttospielertrag (BSE), also den Einsätzen abzüglich der ausgeschütteten Gewinne, zeigte die Entwicklung nach unten. Dieser verringerte sich um 3,7 Prozent auf 1,20 Milliarden Franken. Die Nettoausgaben der Bevölkerung gingen ebenfalls zurück: Pro Einwohner wurden rechnerisch 424 Franken eingesetzt und 292 Franken als Gewinne ausgeschüttet. Daraus ergab sich eine durchschnittliche Nettoausgabe von 132 Franken pro Person, was einem Rückgang von 4,3 Prozent beziehungsweise rund 4 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht.
Besonders die Reingewinne aus Lotterien und Sportwetten entwickelten sich rückläufig. Sie beliefen sich 2025 auf 814 Millionen Franken und somit einem Minus von 4,7 Prozent. Für die Gespa ist dies ein Hinweis darauf, dass die Schweizer Bevölkerung im vergangenen Jahr insgesamt etwas zurückhaltender spielte als noch 2024.
Virtuelle Lose mit neuen Schutzmechanismen
Im September 2025 beantragte die Loterie Romande die Zulassung des ersten virtuellen Loses für die sogenannte „Loterie électronique“. Das Angebot soll spätestens ab dem 1. Januar 2028 verfügbar sein. Besonders interessant sind die geplanten Schutzmaßnahmen: Personen mit einer Spielsperre werden automatisch ausgeschlossen. Zudem müssen Spieler künftig persönliche Verlustlimits festlegen, um ihr Spielverhalten besser kontrollieren zu können.
Neben Lotterien und Sportwetten veröffentlichte die Gespa auch Zahlen zu anderen Glücksspielsegmenten. Im Bereich der interkantonal, automatisiert oder online angebotenen Geschicklichkeitsspiele entwickelte sich der Markt leicht positiv. Die 17 zugelassenen Veranstalter meldeten einen Bruttospielertrag von insgesamt 19,2 Millionen Franken, was einem Wachstum von 2,3 Prozent entspricht.
Gleichzeitig ging die Zahl der eingesetzten Automaten weiter zurück. Ende 2025 waren noch 1.406 Geräte in Betrieb. Im Vorjahr lag die Zahl mit 1.540 Automaten noch deutlich höher. Die Entwicklung deutet darauf hin, dass sich der Markt zunehmend von stationären Angeboten hin zu digitalen Formaten verschiebt.
Aufsicht und Schwarzmarkt im Fokus
Ein weiterer Schwerpunkt des Jahresberichts ist die Aufsichtstätigkeit der Behörde. Im Jahr 2025 bewilligte die Gespa 62 neue Spiele und genehmigte zusätzlich 59 nachträgliche Spieländerungen. Darüber hinaus führte sie Kontrollen zum Jugend- und Spielerschutz bei Sportwetten durch und überprüfte die Umsetzung entsprechender Schutzmaßnahmen in Verkaufsstellen der Lotteriegesellschaften.
Außerdem spielte der Kampf gegen illegale Angebote erneut eine wichtige Rolle. Die Behörde überprüfte 42 kantonale Strafsachenentscheide und unterstützte 25 Strafuntersuchungen. Dabei begleitete sie Hausdurchsuchungen, führte computerforensische Analysen durch und erstellte Gutachten für Gerichtsverfahren.
Die Gespa erklärt dazu in ihrem Jahresbericht:
„Die zunehmende Verbreitung der organisierten Kriminalität bleibt eine zentrale Herausforderung bei der Bekämpfung des illegalen Geldspiels.“
Die Sperrung illegaler Glücksspielangebote wurde weiter ausgebaut. Im Jahr 2025 veröffentlichte die Gespa fünf neue Sperrlisten für nicht erlaubte ausländische Anbieter. Ende des Jahres umfasste die Sperrliste insgesamt 671 Domains.
Im Bereich der Kleinspiele blieb die Aktivität hoch. Insgesamt wurden 1.225 Kleinlotterien bewilligt, nach 1.172 im Vorjahr. Die bewilligte Einsatzsumme lag bei 19,6 Millionen Franken. Darüber hinaus erteilten fünf Kantone neun Bewilligungen für lokale Sportwetten. Kleine Pokerturniere blieben ebenfalls beliebt: 19 Kantone genehmigten insgesamt 77 Veranstaltungen.
Die Zahlen zeigen insgesamt einen stabilen, aber leicht rückläufigen Markt. Während Lotterien und Sportwetten weiterhin den Großteil des Schweizer Glücksspielsektors ausmachen, gewinnen Themen wie Spielerschutz, Digitalisierung und die Bekämpfung illegaler Angebote zunehmend an Bedeutung. Für die Gespa dürfte genau dieser Dreiklang auch in den kommenden Jahren die wichtigste Herausforderung bleiben.

