• Resorts World Casino New York startet mit durchwachsenen Zahlen.
• Schwache Tischspiel-Umsätze vs. Boom bei Spielautomaten.
• Ausbau bis 2030 soll das Casino massiv vergrößern.
Das neue Resorts World New York City ist mit großen Erwartungen gestartet, doch die ersten Casino-Geschäftszahlen zeigen ein gemischtes Bild. Während die neu eingeführten Live-Tischspiele deutlich hinter den Prognosen zurückblieben, entwickelten sich die Spielautomaten überraschend stark. Laut einer Analyse der Maybank Investment Bank verliefen die ersten sechs Betriebstage des ersten Full-Service-Casinos innerhalb der Stadtgrenzen von New York deshalb durchwachsen.
Besonders bei den Tischspielen blieb der erhoffte Schwung zunächst aus. Zwischen dem 28. April und dem 3. Mai erwirtschafteten die 242 neuen Spieltische einen Bruttospielertrag von rund 4,9 Millionen US-Dollar. Das entspricht etwa 3.400 Dollar pro Tisch und Tag – und damit weniger als der Hälfte der von den Finanzanalysten erwarteten 7.500 Dollar.
Als möglicher Grund gilt vor allem die ungewöhnlich niedrige Gewinnquote des Casinos. Diese lag laut Analyse lediglich bei 14 Prozent, während die Bank in ihren Prognosen mit einer Quote von 20 Prozent gerechnet hatte. Selbst unter Berücksichtigung dieser niedrigeren Quote hätten die Tischspiele laut Maybank auf etwa 6,9 Millionen Dollar Umsatz beziehungsweise 4.759 Dollar pro Tisch und Tag kommen können. Doch auch dieser Wert hätte die ursprünglichen Erwartungen klar verfehlt.
Samuel Yin Shao Yang, Analyst bei der Maybank Investment Bank, erklärt:
„Wir hatten mit einer gewissen Kannibalisierung gerechnet. Es scheint, als habe die Aufregung um die Einführung der neuen Tischspiele mehr Spieler zu den bestehenden Spielautomaten als zu den Tischen gelenkt.“
Spielautomaten liefern starke Zahlen
Während die Tischspiele schwächelten, entwickelte sich das Casino-Geschäft mit Spielautomaten überraschend positiv. Der Bruttospielertrag der Slots erreichte im betrachteten Zeitraum rund 23,5 Millionen US-Dollar. Im Vergleich zur entsprechenden Woche des Vorjahres mit etwa 19,5 Millionen Dollar entspricht das einem Plus von über 20 Prozent.
Zudem lockte die Eröffnung offenbar zusätzliche Besucher an, die überwiegend an den bereits vorhandenen Spielautomaten spielten. Insgesamt stieg der gesamte Bruttospielertrag des Resorts laut Maybank dadurch im Jahresvergleich um starke 46,1 Prozent.
Auch die Auswirkungen auf das Schwesterresort Resorts World Catskills fielen weniger dramatisch aus als erwartet. Dort lagen die Einnahmen im gleichen Zeitraum mit rund 3,3 Millionen Dollar zwar etwa 11 Prozent unter dem Vorjahreswert, die Ergebnisse schnitten jedoch besser ab als ursprünglich befürchtet.
Bis 2030 soll das Resorts World New York City zu einem der größten Casino-Komplexe der USA ausgebaut werden. Geplant sind Investitionen von insgesamt 5,5 Milliarden US-Dollar. Die Zahl der Live-Tische soll von derzeit 242 auf 800 steigen, hinzu kommen bis zu 6.000 Spielautomaten. Außerdem sind ein Hotel mit 2.000 Zimmern, Kongressflächen sowie eine Veranstaltungshalle mit 7.000 Plätzen vorgesehen.
Aktuell befindet sich das Casino ohnehin noch in einer Art Übergangsphase. Der Betreiber spricht deshalb eher von einem „Soft Opening“ als von einem vollständig abgeschlossenen Start. Bereits im Juli 2026 soll die Zahl der Live-Tische auf 250 steigen, Anfang 2027 sind dann 400 Tische geplant.
Langfristig bleibt die Investmentbank deshalb optimistisch. Sollten die Tischspiele künftig tatsächlich die erwarteten 7.500 Dollar Umsatz pro Tisch und Tag erreichen, könnten die neuen Angebote den jährlichen Kernnettogewinn von Genting Malaysia laut Schätzung um rund 32 Millionen Dollar erhöhen.
Bis dahin dürfte allerdings noch etwas Geduld gefragt sein. Die Analysten gehen davon aus, dass das Tischspielgeschäft erst nach und nach an Fahrt gewinnt – insbesondere dann, wenn Genting seine bestehende Kundendatenbank gezielt nutzt und mehr Stammgäste an die neuen Angebote heranführt.

