StartRecht & BusinessBusinessGeplante Steuererhöhung: Evoke könnte britische Wettbüros schließen

Geplante Steuererhöhung: Evoke könnte britische Wettbüros schließen

• Evoke will britische Wettbüros in wegen geplanter Steuererhöhung schließen.
• Hunderte Filialen von William Hill stehen auf dem Prüfstand.
• Branche warnt vor massiven wirtschaftlichen Folgen.


Evoke, Betreiber der britischen Wettbüros von William Hill, bereitet sich auf eine massive Reduzierung seines Filialnetzes vor. Hintergrund sind Pläne der britischen Regierung, die Abgaben auf das Glücksspielgeschäft spürbar zu erhöhen. Branchenkreise berichten, dass Evoke mehrere hundert Shops auf ihre Wirtschaftlichkeit überprüft und im Zuge dessen zahlreiche Standorte schließen könnte.

Der Konzern, der neben William Hill auch Marken wie 888 und Mr Green betreibt, sieht sich durch die politischen Signale aus London unter Druck gesetzt. Die von Regierung und Glücksspielbehörde vorangetriebene Reform würde vor allem landbasierte Wettbüros treffen, die ohnehin seit Jahren mit sinkenden Umsätzen und steigenden Kosten zu kämpfen haben. Analysten gehen davon aus, dass sich die ohnehin laufende Konsolidierung der Branche dadurch deutlich beschleunigen könnte.

Geplant ist laut Branchenberichten eine Vereinheitlichung und Anhebung der Glücksspielabgaben. Künftig könnten stationäre und Online-Anbieter prozentual stärker auf den Bruttospielertrag besteuert werden, was die Kostenbasis der Betreiber deutlich erhöhen würde.

An den Finanzmärkten sorgten die Berichte bereits für Nervosität. Die Aktien von Evoke und anderen britischen Wettanbietern gerieten unter Druck, nachdem bekannt wurde, dass Finanzministerin Rachel Reeves eine grundlegende Überarbeitung der Glücksspielabgaben prüft.

Druck aus der Politik und Folgen für die Innenstädte

Evoke-Chef Per Widerström machte in einer Stellungnahme deutlich, dass der Konzern sich auf „schwierige Entscheidungen“ vorbereiten müsse. Dabei verwies der Manager darauf, dass insbesondere Wettbüros in strukturschwächeren Regionen betroffen sein könnten.

Widerström warnte:

„Wenn sich die wirtschaftlichen Rahmenbedingungen weiter verschlechtern, werden wir nicht umhinkommen, unser Filialnetz zu verkleinern.“

Laut Medienberichten betreibt Evoke in Großbritannien aktuell rund 1.300 William-Hill-Wettbüros. Interne Szenarien gehen davon aus, dass im schlimmsten Fall mehrere hundert Standorte nicht mehr rentabel betrieben werden könnten, sollte die Abgabenreform in der diskutierten Form kommen. Damit stünden auch tausende Arbeitsplätze auf dem Spiel, was Gewerkschaften und Kommunalpolitiker alarmiert.

Die Branche argumentiert, dass landbasierte Wettbüros im Vergleich zu Online-Anbietern ohnehin mit höheren Fixkosten zu kämpfen hätten. Mieten, Personal und Energie hätten sich in den vergangenen Jahren deutlich verteuert, während gleichzeitig die Besucherzahlen in vielen Filialen zurückgegangen seien. Eine zusätzliche steuerliche Belastung könnte für zahlreiche Standorte das wirtschaftliche Aus bedeuten.

Demgegenüber betont die Regierung, dass die sozialen Folgekosten des Glücksspiels stärker berücksichtigt werden müssten. Kritiker der Reform warnen jedoch, dass eine Schließungswelle in den Innenstädten weder dem Spielerschutz noch der lokalen Wirtschaft helfe. Für Evoke und die gesamte britische Wettbranche dürfte 2026 damit zu einem entscheidenden Jahr werden.

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