• Glücksspiel in Macau spült weiter Milliarden in die Staatskasse.
• Die Steuereinnahmen legten im April deutlich zu.
• Über 80 Prozent der Staatseinnahmen hängen am Casino-Geschäft.
Die Sonderverwaltungszone bleibt finanziell fest in der Hand der Casinos. Allein im April 2026 nahm die Regierung von Macau umgerechnet rund 1,1 Milliarden US-Dollar an Steuern durch das Glücksspiel ein – ein Plus von 1,7 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Damit setzte sich der stabile Wachstumstrend der vergangenen Monate fort.
Noch deutlicher werden die gigantischen Dimensionen beim Blick auf die ersten vier Monate des Jahres. Von Januar bis April 2026 summierten sich die Glücksspielsteuern laut Regierungsdaten auf umgerechnet rund 4,3 Milliarden US-Dollar. Im Vergleich zum gleichen Zeitraum des Vorjahres entspricht das einem Wachstum von knapp einem Prozent. Trotz des vergleichsweise moderaten Zuwachses bleiben die Zahlen enorm wichtig für die gesamte Wirtschaftsleistung Macaus.
Die Casino-Steuern bilden weiterhin das finanzielle Rückgrat der Region. Die Abgaben stammen vor allem aus den Einnahmen der sechs großen Casino-Konzessionäre, die in Macau zahlreiche Luxusresorts und Spielbanken betreiben. Dabei liegt die Steuerquote auf das Bruttospielergebnis der Casinos bei rund 40 Prozent, was international gesehen einem außergewöhnlich hohen Wert entspricht.
Die Regierung Macaus hat für das Gesamtjahr 2026 Einnahmen aus Glücksspielsteuern von rund 92,53 Milliarden Macau-Pataca eingeplant. Nach den ersten vier Monaten wurden davon bereits etwa 37,9 Prozent erreicht. Damit liegt die Entwicklung bislang im Rahmen der Erwartungen der Behörden.
Macau bleibt stark vom Glücksspiel abhängig
Die aktuellen Zahlen zeigen erneut, wie eng Macaus Staatshaushalt weiterhin mit der Entwicklung der Casino-Branche verbunden ist. Noch immer stammen deutlich mehr als 84 Prozent der gesamten öffentlichen Einnahmen direkt oder indirekt aus dem Glücksspielsektor. Trotz zahlreicher Versuche, die Wirtschaft breiter aufzustellen, dominiert das Casino-Geschäft die Finanzen der Sonderverwaltungszone weiterhin klar.
Bereits seit Jahren bemüht sich die Regierung darum, neue Einnahmequellen zu schaffen – etwa durch hochkarätige Sport-Events, Veranstaltungen, Unterhaltung oder internationale Kongresse. Die Casino-Betreiber wurden im Zuge der neuen Konzessionsvergaben sogar verpflichtet, Milliarden in nicht-glücksspielbezogene Angebote zu investieren. Dennoch zeigt sich bislang, dass die Bedeutung des Glücksspiels kaum zurückgeht.
Chan Chak Mo von der Legislativversammlung Macaus fordert deshalb:
„Macau muss seine Wirtschaft diversifizieren, doch das Glücksspiel bleibt kurzfristig der wichtigste Wachstumsmotor.“
Die Aussage spiegelt die zentrale Herausforderung der Region wider: Einerseits sollen neue Wirtschaftszweige entstehen, andererseits finanzieren die Casinos weiterhin große Teile des öffentlichen Lebens.
Hinzu kommt, dass sich der Tourismus nach den schwierigen Pandemie-Jahren inzwischen deutlich stabilisiert hat. Vor allem Besucher aus dem chinesischen Festland sorgen wieder für volle Hotels und gut besuchte Spielsäle. Die Regierung hofft deshalb, dass die Kombination aus wachsendem Tourismus und neuen Freizeitangeboten langfristig auch andere Wirtschaftsbereiche stärken kann.
Vorerst bleibt Macau jedoch vor allem eines: die mit Abstand wichtigste Glücksspielhochburg Asiens. Solange die Casinos Monat für Monat Milliarden in die Staatskasse spülen, dürfte sich daran wohl auch in den kommenden Jahren nur wenig ändern.

