• Glücksspielbehörde der Niederlande richtet 2026 Schwerpunkt auf Illegalität und Spielerschutz.
• KSA will Bekämpfung illegaler Anbieter verstärken.
• Verbesserte Werbungskontrolle und Hilfeangebote für Spielerschäden geplant.
Die Glücksspielbehörde der Niederlande (Kansspelautoriteit, KSA) hat ihre Überwachungsagenda für 2026 vorgestellt. Diese sieht eine Reihe von Maßnahmen zur Stärkung des Spielerschutzes und zur Eindämmung illegaler Glücksspielangebote vor.
Im Zentrum der Agenda stehen fünf Themen: die Bekämpfung illegaler Glücksspielanbieter, der Schutz verletzlicher Gruppen, die Aufsicht über die Sorgfaltspflicht der Betreiber, strengere Überwachung von Werbung und die Einhaltung der Anti-Geldwäsche-Regeln. Diese Schwerpunkte sind Teil eines integrierten Ansatzes, der alle Beteiligten einbeziehen soll, die illegales Glücksspiel erleichtern. Ziel ist es laut KSA, den Anteil der Spieler bei legalen Anbietern weiter zu stabilisieren und den Schwarzmarkt zu schrumpfen.
Insbesondere bei illegalen Online-Angeboten plant die Behörde, die Zusammenarbeit mit Branchenpartnern und sozialen Medienunternehmen zu intensivieren, um unlizenzierte Werbung und Zugänge zu blockieren. Dabei baut die Behörde auf Erfahrungen aus dem Jahr 2025, als sie bereits erfolgreich Domain-Regulierungsmaßnahmen umgesetzt und Kooperationen zur Entfernung illegaler Inhalte eingeleitet hat.
Mehr Spielerschutz wagen
Die Agenda 2026 betont auch die Notwendigkeit, den Zugang von Minderjährigen und jungen Erwachsenen zu Glücksspielen zu reduzieren. Dazu gehört die Analyse von Daten aus einer Kontroll-Datenbank, um gezielte Präventionsmaßnahmen gegen unerwünschte Werbung für junge Nutzer zu entwickeln.
Gleichzeitig sollen Forschungsprojekte starten. In diesen soll das Verhalten und die Motivationen von gefährdeten Spielern untersucht werden, um Interventionen besser gestalten zu können.
Eine aktuelle Studie der KSA zeigt: 56 % der Niederländer sehen ein Tabu beim Gespräch über Glücksspiel und Sucht. Viele Betroffene wissen deshalb nicht, wo sie Hilfe bei Problemen finden können, was die Prävention zusätzlich erschwert.
Die KSA fordert zudem, dass Betreiber ihre Sorgfaltspflicht stärker umsetzen, etwa durch sofortige Datenanalysen und Warnsysteme für riskantes Spielverhalten. Dazu soll die Behörde die Einhaltung der bereits verschärften Vorschriften für Einsatz- und Verhaltenslimits kritischer überwachen und gegebenenfalls Sanktionen verhängen. Geplant sind auch neue Leitlinien für den Einsatz von KI-Tools und Monitoring-Systemen, die sowohl Online- als auch Offline-Anbieter betreffen.
Schärfere Kontrolle der Werbung
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf dem Bereich Werbung: Die KSA will sicherstellen, dass Werbung nicht ungezielt verbreitet wird und keine Zielgruppen wie Jugendliche oder andere gefährdete Personen anspricht. Hier soll 2026 zusätzliche Leitlinien veröffentlicht werden, die klar regeln, was zulässig ist und was nicht.
Zur Agenda zählt überdies die verstärkte Überwachung der Einhaltung der Anti-Geldwäsche-Gesetze, wobei ein datengestützter, risikobasierter Ansatz verfolgt wird. Die KSA prüft dafür verschiedene Finanzdienstleister und deren Rolle bei der Abwicklung von Glücksspieltransaktionen, was nicht zuletzt der Integrität des Marktes dienen soll.
Insgesamt zeigt die Agenda für 2026, dass die Niederlande weiterhin auf einen regulierten, legalen Glücksspielmarkt setzen. Er soll durch stärkere Kontrolle, Prävention und Kooperation mit relevanten Akteuren abgesichert werden.
Die KSA betont, dass diese Maßnahmen notwendig sind, um sowohl den Spielerschutz zu verbessern als auch illegale Betreiber zu verdrängen. Dies verknüpft sie mit klaren Vorgaben und einem breiten Maßnahmenpaket für das kommende Jahr.

