• Meta wegen Glücksspielwerbung in Kritik der UKGC.
• Illegale Online-Glücksspielwerbung soll auf Facebook und Instagram laufen.
• UKGC-Chef fordert mehr Verantwortung für Verbraucherschutz.
Die britische Glücksspielaufsichtsbehörde UK Gambling Commission (UKGC) hat scharfe Kritik an Meta geäußert. Sie wirft dem Mutterkonzern von Facebook und Instagram vor, illegaler Glücksspielwerbung auf seinen Plattformen nicht entschieden entgegenzutreten.
Laut UKGC-Direktor Tim Miller erscheinen Anzeigen von unlizenzierten Glücksspielanbietern auch in Großbritannien und erreichen dort Nutzer, obwohl sie gegen geltendes Recht verstoßen. Diese Vorwürfe stellte Miller in einer Rede auf der internationalen Glücksspielmesse ICE 2026 in Barcelona vor.
Nach Angaben der Regulierer wird Metas öffentliche Werbebibliothek genutzt, um Anzeigen ohne gültige Lizenz zu promoten. Darunter fallen auch Angebote, die gezielt mit Begriffen wie „not on GamStop“ werben – also ausdrücklich Sites, die nicht am britischen Selbstsperrprogramm für Spieler teilnehmen.
Solche Websites umgehen lokale Schutzmechanismen und werben gezielt um Menschen, die versucht haben, durch Selbstsperre ihr Spielverhalten zu kontrollieren.
Die UKGC hat trotz wiederholter Gespräche mit Meta bislang nur begrenzte Fortschritte bei der Eindämmung dieser illegalen Werbung gesehen, wie Miller erklärte. Meta habe den Regulierungspartnern vorgeschlagen, selbst KI-Tools zu nutzen, um problematische Anzeigen zu identifizieren und zu melden, was laut UKGC die Verantwortung von der Plattform auf die Behörden verlagere. Miller hält dies für unzureichend und fordert eine proaktive Kontrolle vonseiten Meta.
Gefahr für den Spielerschutz
Miller warnte, dass dieser Umstand nicht nur gegen gesetzliche Vorgaben verstoße, sondern auch besonders verletzliche Personen gefährde. Er betonte in seiner Rede, dass die Behauptung von Meta, man wisse nichts von derartigen Anzeigen, „einfach falsch“ sei:
„Wenn wir sie finden können, dann kann Meta das auch: Sie entscheiden sich einfach, nicht hinzusehen.“
Die Kritik der UKGC fügt sich in ein wachsendes regulatorisches Umfeld, in dem große Technologieunternehmen zunehmend für Inhalte und Werbung auf ihren Plattformen in die Pflicht genommen werden. Die britische Aufsicht weist darauf hin, dass illegale Glücksspielwerbung nicht nur ein nationales Problem sei, sondern weltweit beobachtet werde, was eine stärkere Zusammenarbeit zwischen Regulierern, Plattformen und der Industrie erfordere.
Während Meta sich laut britischen Medien zu Werberichtlinien und der Zusammenarbeit mit der Kommission äußert, bleibt offen, ob und wann konkrete Maßnahmen zur aktiven Blockierung illegaler Glücksspielanzeigen folgen werden. Die Auseinandersetzung unterstreicht die wachsende Debatte über die Rolle großer Social-Media-Anbieter im regulierten Glücksspielumfeld und ihre Verantwortung für den Schutz von Nutzern vor schädlicher Werbung.

