StartCasinosScam-Fabriken: Kambodscha schließt 91 Casinos

Scam-Fabriken: Kambodscha schließt 91 Casinos

• Kambodscha schließt Dutzende Casinos, die als Scam-Fabriken dienten.
• Verbindungen zwischen Glücksspiel und Scam-Netzwerken im Fokus.
• Behörden erweitern Vorgehen gegen Online-Betrug.


Als Casinos getarnte Scam-Fabriken standen im Zentrum einer groß angelegten Aktion der kambodschanischen Behörden. Insgesamt 91 Spielstätten mussten im Zuge eines harten Vorgehens gegen Online-Betrug schließen. Die Maßnahme ist Teil einer breiteren Kampagne, mit der das Land seine Rolle als Drehscheibe für internationale Betrugsnetzwerke eindämmen will.

Die Schließungen betreffen vor allem Einrichtungen, die im Verdacht stehen, nicht nur Glücksspiel anzubieten, sondern als Tarnung für organisierte Betrugsoperationen zu dienen. Dabei handelt es sich um die berüchtigten Scam-Fabriken, in denen Menschen unter teils äußerst prekären Bedingungen arbeiten und gezielt Opfer im Ausland täuschen.

Amnesty International kritisierte Anfang April 2026 die Zustände in kambodschanischen Casinos scharf. Laut Bericht dienen viele Anlagen als Zentren für Menschenhandel und Zwangsarbeit. Betroffene würden unter Druck gesetzt, Online-Betrug zu betreiben, oft unter Gewaltandrohung. Die Organisation fordert strengere Kontrollen, besseren Opferschutz und internationale Ermittlungen, um die Netzwerke nachhaltig zu zerschlagen und Verantwortliche zur Rechenschaft zu ziehen.

Nach offiziellen Angaben erfolgten die Maßnahmen im April 2026 und sind Teil einer verstärkten Regulierung des Glücksspielsektors. Die Behörden prüfen aktuell zahlreiche weitere Betriebe. Beobachter gehen davon aus, dass die Zahl der betroffenen Casinos noch steigen könnte, da das Netzwerk mutmaßlich weit verzweigt ist.

Zwischen Glücksspiel und organisiertem Betrug

Die Grenze zwischen legalem Casino-Betrieb und kriminellen Aktivitäten ist in manchen Regionen Kambodschas offenbar fließend. Besonders in den Grenzgebieten entstanden in den letzten Jahren zahlreiche Casinos, die gezielt ausländische Kunden anziehen sollten – und gleichzeitig als Infrastruktur für Online-Scams dienten.

Die Regierung reagiert damit auch auf den intensivierten internationalen Druck. In den vergangenen Monaten häuften sich Berichte über milliardenschwere Betrugsmaschen, die von dem südostasiatischen Land aus gesteuert werden. Schätzungen zufolge bewegen sich die illegal erwirtschafteten Summen im mehrstelligen Milliardenbereich jährlich.

Ein Vertreter der Regierung betonte die Entschlossenheit der Behörden. Sok Phal, Staatssekretär im Innenministerium, erklärt:

„Wir dulden keine Einrichtungen mehr, die als Deckmantel für Betrug dienen und Menschen ausbeuten.“

Die Schließung der 91 Casinos ist daher nicht nur ein wirtschaftlicher Eingriff, sondern auch ein politisches Signal. Kambodscha versucht, sein internationales Image zu verbessern und sich von dem Ruf als Zentrum digitaler Betrugsnetzwerke zu lösen.

Doch die Herausforderungen bleiben groß. Viele der Strukturen sind mobil und weichen bei Druck schnell in andere Regionen aus. Experten warnen deshalb, dass nachhaltige Erfolge nur durch internationale Zusammenarbeit erreicht werden können.

Trotz der drastischen Maßnahmen bleibt offen, ob die Schließungen langfristig Wirkung zeigen. Klar ist jedoch: Kambodscha hat ein deutliches Zeichen gesetzt und steht nun unter Beobachtung, ob weitere Schritte folgen.

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