StartRecht & BusinessGlücksspiel-Netzsperren erreichen in der Schweiz Rekordniveau

Glücksspiel-Netzsperren erreichen in der Schweiz Rekordniveau

• Netzsperren von illegalem Online-Glücksspiel erreichen in der Schweiz neuen Höchststand.
• Hunderte zusätzliche Domains finden sich nun auf der Sperrliste der Behörden.
• Regulierer wollen illegale Anbieter konsequent aus dem Markt drängen.


Von Schweizer Behörden wird illegales Online-Glücksspiel weiterhin bevorzugt mit Netzsperren bekämpft. Die Eidgenössische Spielbankenkommission (ESBK) hat ihre Liste blockierter Online-Angebote in diesem Jahr deutlich erweitert. Bis Februar 2026 wurden 376 Domains hinzugefügt, wodurch die Gesamtzahl der gesperrten Webseiten auf ein Rekordniveau von annähernd 3.000 anstieg. Ziel ist es, nicht lizenzierte Glücksspielangebote für Nutzer in der Schweiz unzugänglich zu machen.

Die Sperrmaßnahmen basieren auf dem seit 2019 geltenden Geldspielgesetz. Internetanbieter müssen demnach Webseiten blockieren, die ohne Schweizer Konzession Online-Glücksspiele anbieten. Die Behörden betonen, dass legale Anbieter strengen Auflagen unterliegen, während illegale Plattformen häufig weder Spielerschutzmaßnahmen noch nationale Steuervorschriften beachten.

Martin Bachmann von der Eidgenössischen Spielbankenkommission erklärte in einer Stellungnahme:

„Unser Ziel ist es, Spielerinnen und Spieler vor nicht bewilligten Angeboten zu schützen und den regulierten Markt zu stärken.“

Mit der jüngsten Erweiterung reagiert die ESBK auf die wachsende Zahl internationaler Betreiber, die versuchen, über neue Domains Schweizer Spieler zu erreichen. Experten sehen darin ein Katz-und-Maus-Spiel zwischen Regulierern und Plattformen, die regelmäßig neue Webseiten registrieren, um Sperren zu umgehen.

Schwarze Liste wächst – Behörden setzen auf Abschreckung

Die aktuellen Zahlen zeigen, wie stark die Behörden den Druck erhöhen. Dabei arbeiten die Regulierer eng mit Internetprovidern zusammen, die den Zugang zu den betroffenen Domains technisch blockieren müssen.

Seit Einführung des Geldspielgesetzes setzt die Schweiz auf IP-Sperren als zentrales Instrument gegen illegales Online-Glücksspiel. Die Liste der blockierten Anbieter wird regelmäßig aktualisiert und umfasst mittlerweile mehrere Tausend Webseiten, die ohne nationale Lizenz operieren.

Gleichzeitig betonen Experten, dass Netzsperren allein das Problem nicht vollständig lösen. Viele Nutzer greifen auf alternative Zugangswege oder VPN-Dienste zurück, wodurch illegale Angebote weiterhin erreichbar bleiben können. Dennoch sehen die Behörden die Sperren als wichtiges Signal, um die Attraktivität nicht lizenzierter Plattformen zu verringern.

Die Ausweitung der Sperrliste könnte auch politisch relevant werden. Während Befürworter den Schutz der Spieler hervorheben, kritisieren Gegner mögliche Einschränkungen der Internetfreiheit. Für die Behörden steht jedoch fest, dass der regulierte Markt nur funktionieren kann, wenn die nicht lizenzierte Konkurrenz konsequent zurückgedrängt wird.

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