StartRecht & BusinessGesetzeNiederlande betonen Verbot von Glücksspiel-Influencer-Marketing

Niederlande betonen Verbot von Glücksspiel-Influencer-Marketing

• Influencer-Marketing für Glücksspiel in den Niederlanden stärker unter Aufsicht.
• Regulierer konkretisiert Werbeverbot für Creatoren und Social-Media-Kampagnen.
• Anbieter müssen ihre Marketingstrategien deutlich anpassen.


Influencer-Marketing im Glücksspielsektor gerät in den Niederlanden zunehmend unter Druck. Die Glücksspielaufsicht Kansspelautoriteit (KSA) hat neue Bestimmungen veröffentlicht, die das bereits bestehende Werbeverbot für Influencer weiter präzisieren. Ziel ist es, vor allem junge Zielgruppen besser zu schützen und indirekte Werbung über Social Media einzudämmen.

Besonders betroffen sind Kampagnen, die sich an ein junges Publikum richten oder in Lifestyle-Formaten eingebettet sind. Laut KSA sollen Influencer mit großer Reichweite nicht länger als Marketinginstrument für Glücksspielprodukte eingesetzt werden. Selbst scheinbar neutrale Inhalte können problematisch sein, wenn sie indirekt zur Teilnahme an Wetten oder Casinospielen motivieren.

KSA-Chef René Jansen betonte in einer Stellungnahme die Bedeutung klarer Grenzen:

„Influencer dürfen nicht genutzt werden, um junge Menschen zum Glücksspiel zu verleiten.“

Die Behörde stellt klar, dass nicht nur klassische Werbeposts untersagt sind. Auch Kooperationen, bei denen Influencer Glücksspielangebote indirekt hervorheben oder Plattformen verlinken, können als unzulässige Werbung gelten. Damit erweitert sich der Geltungsbereich der bisherigen Regeln deutlich. Anbieter müssen künftig stärker prüfen, welche Inhalte über Partnerkanäle verbreitet werden.

Anbieter müssen Marketingstrategien neu ausrichten

Die neuen Erläuterungen kommen zu einem Zeitpunkt, an dem der niederländische Markt ohnehin unter stärkerer Regulierung steht. Bereits zuvor wurden ungezielte Werbekampagnen eingeschränkt, etwa im Fernsehen oder im öffentlichen Raum. Mit den aktuellen Anpassungen verschiebt sich der Fokus nun stärker auf digitale Kanäle und Social Media.

Das niederländische Influencer-Verbot ist Teil einer umfassenderen Strategie zur Reduzierung von Glücksspielwerbung. Neben Social Media stehen auch personalisierte Anzeigen und algorithmische Empfehlungen im Fokus der Aufsicht, um insbesondere Minderjährige und junge Erwachsene besser zu schützen.

Branchenbeobachter gehen davon aus, dass viele Anbieter ihre Marketingbudgets umverteilen müssen. Statt Influencer-Kooperationen könnten künftig eigene Plattformen, Suchmaschinenwerbung oder Sponsoringmodelle stärker in den Mittelpunkt rücken. Gleichzeitig wächst der Druck, Inhalte klar als Werbung zu kennzeichnen und interne Compliance-Prozesse zu verbessern.

Für die Branche bedeutet die Klarstellung eine weitere Verschärfung der Rahmenbedingungen. Während Verbraucherschützer strengere Regeln begrüßen, warnen einige Anbieter vor sinkender Sichtbarkeit legaler Plattformen. Die KSA hält jedoch daran fest, dass ein klar regulierter Markt langfristig Vertrauen schaffen und illegale Angebote zurückdrängen soll.

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