• Illegales Online-Glücksspiel führt zur Sperrung von fast 184.000 URLs in Thailand.
• Die Regierung setzt auf KI-Erkennung und schnelle Gerichtsverfahren.
• Weitere Kategorien wie Vaping und Alkoholwerbung werden ebenfalls blockiert.
Die thailändischen Behörden haben ihre Kampagne gegen illegale Online-Glücksspiel-URLs weiter verschärft. Innerhalb von gut drei Monaten wurden offizielle Angaben zufolge 183.977 URLs mit Verlinkungen zu Glücksspiel-Angeboten gesperrt. Diese Maßnahmen sind Teil einer breiteren Strategie der Regierung, um den Zugang zu illegalen Betreiberseiten im Netz zu unterbinden.
Die auch in anderen Ländern beliebten Netzsperren wurden zwischen dem 1. Oktober 2025 und dem 11. Januar 2026 umgesetzt. Sie sind Teil des sogenannten „Quick Win-Programms, das auf schnelle Reaktionen und technologiebasierte Erkennung setzt.
Das thailändische Ministry of Digital Economy and Society (DES) meldete außerdem, dass in diesem Zeitraum insgesamt 220.486 illegale Social-Media-Konten, Seiten und URLs blockiert wurden. Damit steht Online-Glücksspiel im Zentrum der digitalen Durchsetzungspolitik, die sich gegen eine Vielzahl unerlaubter Angebote richtet.
Politische Entscheidungsträger betonen, dass der Schutz von Verbrauchern und insbesondere von jungen Internetnutzern vor betrügerischen und süchtig machenden Angeboten ein zentrales Motiv der Offensive ist. Gleichzeitig schärft die Regierung ihre digitalen Überwachungs- und Durchsetzungskompetenzen mit Blick auf ein breites Spektrum von Cyberkriminalität.
Diese Strategie soll Thailand zu einem der aktivsten Länder in Asien in dieser Hinsicht machen. Die kommenden Monate werden zeigen, wie nachhaltig diese Politik illegale Betreiber vertreiben kann.
Technische Mittel und Begleiteffekte
Zu den Schwerpunkten der Sperraktionen gehört der verstärkte Einsatz der Plattform WebD, die auf künstlicher Intelligenz und Robotic Process Automation (RPA) basiert. Dieses System durchsucht das Internet automatisiert nach illegalen Inhalten.
Es sammelt Beweise, erstellt papierlose Gerichtsvorlagen und übermittelt Sperranordnungen an Internetdienstanbieter. Laut Behörden geht es dabei darum, nicht nur Inhalte zu identifizieren, sondern auch die Prozesse zur Sperrung zu beschleunigen und gerichtliche Genehmigungen effizient zu erlangen. Der Betreiber erwarten im Falle einer Verurteilung hohe Haft- und Geldtrafen.
Neben den fast 184.000 gesperrten Glücksspiel-Links hat Thailand Abertausende weiterer URLs vom Netz genommen. Dazu gehören 14.618 URLs zu E-Zigaretten, 10.139 zu Alkoholwerbung, 2.943 zu Cannabis-Verkauf, 2.040 zu Prostitution und 1.990 zu Schusswaffen. Hinzukommen Tausende weitere betrügerische oder obszöne Inhalte.
Die DES-Sprecherin Airin Phanrit erklärte, dass der Dezember mit 116.397 Sperrungen illegaler URLs der aktivste Monat des Durchgreifens war. Die Daten zeigten, wie stark kriminelle Netzwerke das Web zur Bewerbung oder Bereitstellung von nicht erlaubten Glücksspielangeboten nutzten.
Das Vorgehen fällt in einen historischen Kontext, in dem Thailand generell sehr restriktive Regeln gegenüber Glücksspiel verfolgt. Online-Glücksspiel ist im Land grundsätzlich illegal, und der Staat nutzt traditionell Netzsperren, um illegale Angebote vom Netz zu nehmen.

