• Dänemark eröffnet neue Chancen für Casinos.
• Die Glücksspielbehörde vergibt erstmals seit Jahren neue Lizenzen.
• Trotz rückläufiger Umsätze soll der Markt langfristig gestärkt werden.
Die dänische Glücksspielbehörde Spillemyndigheden hat ein neues Vergabeverfahren für landbasierte Casino-Lizenzen gestartet. Interessierte Betreiber können sich ab sofort um neue Genehmigungen bewerben, die ab dem 1. Januar 2027 gelten sollen. Ziel der Behörde ist es, den Wettbewerb zu fördern und den stationären Casinomarkt trotz zuletzt rückläufiger Umsätze langfristig zu stärken.
Bis zu 10 neue Casino-Lizenzen in Dänemark
Insgesamt werden bis zu zehn Lizenzen vergeben. Davon entfallen sieben Konzessionen auf klassische Spielbanken in verschiedenen Regionen Dänemarks. Zusätzlich sind drei Lizenzen für sogenannte Spielautomaten-Casinos vorgesehen. Die neuen Genehmigungen gelten jeweils für einen Zeitraum von zehn Jahren und laufen bis zum 31. Dezember 2036.
Das Lizenzverfahren richtet sich sowohl an bestehende Casino-Betreiber als auch an neue Marktteilnehmer. Bewerber müssen ihre finanzielle Leistungsfähigkeit, ein tragfähiges Geschäftsmodell sowie umfassende Konzepte zu Spielerschutz, Geldwäscheprävention und IT-Sicherheit nachweisen. Darüber hinaus prüft die Glücksspielbehörde die Zuverlässigkeit der Eigentümer und des Managements, bevor eine Genehmigung erteilt wird.
Interessierte Unternehmen können ihre Bewerbungen bis zum 31. Oktober 2026 einreichen. Nach Abschluss des Auswahlverfahrens sollen die erfolgreichen Bewerber spätestens bis zum Jahresende feststehen, damit die neuen Betreiber ihren Betrieb pünktlich Anfang 2027 aufnehmen können.
Rückläufige Umsätze trotz stabilem Markt
Die Ausschreibung erfolgt zu einem Zeitpunkt, an dem der stationäre Casinomarkt wirtschaftlich unter Druck steht. Nach Angaben der dänischen Glücksspielbehörde erwirtschafteten die landbasierten Casinos im Jahr 2025 einen Bruttospielertrag (GGR) von 349 Millionen Dänischen Kronen (gut 46 Millionen Euro). Gegenüber dem Vorjahr mit 368 Millionen DKK entspricht das einem Rückgang von 19 Millionen DKK beziehungsweise 5,2 Prozent.
Während die Umsätze der klassischen Spielbanken leicht zurückgingen, entwickelte sich der gesamte dänische Glücksspielmarkt deutlich robuster. Vor allem Online-Casinos und Sportwetten verzeichneten weiterhin Wachstum und konnten die rückläufigen Erlöse im stationären Bereich teilweise ausgleichen. Die Behörde sieht deshalb keinen strukturellen Niedergang des Casinosektors, sondern vielmehr einen Markt im Wandel.
Spillemyndigheden erklärt:
„Mit dem neuen Lizenzverfahren möchten wir einen offenen und transparenten Wettbewerb sicherstellen und gleichzeitig einen verantwortungsvollen Casinobetrieb in Dänemark fördern.“
Nach Angaben der Behörde werden bei der Vergabe nicht ausschließlich wirtschaftliche Kriterien berücksichtigt. Ebenso wichtig seien Maßnahmen zum Spielerschutz, zur Bekämpfung von Geldwäsche sowie zur Einhaltung aller regulatorischen Vorgaben.
Landbasierte Casinos dürfen in Dänemark ausschließlich mit einer staatlichen Konzession betrieben werden. Die Betreiber unterliegen strengen Auflagen zu Spielerschutz, Identitätskontrollen und Geldwäscheprävention. Zusätzlich überprüft Spillemyndigheden die Einhaltung der Lizenzbedingungen regelmäßig durch Kontrollen und Audits. Verstöße können zu hohen Geldstrafen oder zum Entzug der Lizenz führen.
Wettbewerb soll neue Impulse bringen
Branchenexperten gehen davon aus, dass sich sowohl etablierte Casino-Unternehmen als auch internationale Betreiber um die neuen Konzessionen bewerben werden. Die zehnjährige Laufzeit bietet Planungssicherheit und macht den dänischen Markt trotz der jüngsten Umsatzrückgänge weiterhin attraktiv.
Auch die Regierung setzt auf mehr Wettbewerb. Durch neue Betreiber sollen Innovationen, moderne Spielkonzepte und zusätzliche Investitionen angestoßen werden. Gleichzeitig erwartet die Behörde, dass höhere Qualitätsstandards und ein verstärkter Fokus auf verantwortungsvolles Glücksspiel die Akzeptanz des stationären Casinomarktes weiter erhöhen.
Anders Dorph, Direktor der Spillemyndigheden, erklärt:
„Wir möchten sicherstellen, dass die künftigen Lizenznehmer sowohl wirtschaftlich solide aufgestellt sind als auch die hohen dänischen Standards beim Spielerschutz erfüllen.“
Mit dem neuen Vergabeverfahren sendet Dänemark ein deutliches Signal an die Branche. Trotz eines Umsatzrückgangs von 5,2 Prozent im Jahr 2025 hält die Glücksspielbehörde am landbasierten Casinomarkt fest und eröffnet Betreibern neue Perspektiven. Ob die zusätzlichen Lizenzen tatsächlich für mehr Wettbewerb und frische Impulse sorgen, dürfte sich ab 2027 zeigen, wenn die neuen Konzessionen in Kraft treten.

