• DraftKings startet Prognosemarkt mit neuen Kombi-Funktionen.
• Nutzer können mehrere Sportprognosen in einem Ticket bündeln.
• Andere Gebührenstruktur als bei klassischen Sportwetten.
Der US-Glücksspielkonzern DraftKings baut sein Prognosemarkt-Angebot weiter aus. Mit den „Sports Contract Combos“ führt das Unternehmen erstmals eine Funktion ein, bei der mehrere Sportprognosen miteinander kombiniert werden können. Das Konzept erinnert stark an klassische Kombiwetten aus dem Sportwettenbereich – allerdings innerhalb eines Prognosemarktes.
Die neue Funktion läuft über die Plattform „DraftKings Predictions“, die das Unternehmen erst vor wenigen Monaten gestartet hatte. Nutzer können dort auf bestimmte Ereignisse oder Entwicklungen wetten, etwa darauf, ob ein Team die Playoffs erreicht oder ein Spieler bestimmte Leistungen erzielt. Neu ist jetzt die Möglichkeit, mehrere dieser Vorhersagen zu kombinieren und dadurch höhere potenzielle Auszahlungen zu erzielen.
Nach Angaben des Unternehmens liegt die maximale Auszahlung bei solchen Kombi-Prognosen aktuell bei dem 20-Fachen des Einsatzes. DraftKings setzt damit offensichtlich auf denselben Reiz, der bereits klassische Kombiwetten bei Sportwetten-Anbietern so populär gemacht hat: kleine Einsätze mit Aussicht auf hohe Gewinne.
Jason Robins, CEO von DraftKings, erklärt:
„Wir glauben, dass Prognosemärkte langfristig eine wichtige Ergänzung zum bestehenden Sportwetten-Angebot werden können.“
Damit macht der Konzern deutlich, dass das neue Produkt nicht nur ein kurzfristiger Testlauf sein soll. Besonders interessant ist dabei die Gebührenstruktur der neuen Funktion. Anders als bei traditionellen Sportwetten arbeitet DraftKings Predictions mit Transaktionsgebühren statt eines klassischen Buchmacheraufschlags.
Laut Unternehmensangaben werden bei einfachen Prognose-Kontrakten Gebühren von 2 Prozent fällig. Bei den neuen Kombi-Produkten steigt die Gebühr je nach Risiko und Anzahl der ausgewählten Ereignisse auf bis zu 10 Prozent.
Prognosemärkte werden immer wichtiger
Der Schritt zeigt, wie stark sich die Grenzen zwischen klassischen Sportwetten und Prognosemärkten inzwischen verwischen. Während Sportwetten in den USA streng auf Ebene der Bundesstaaten reguliert werden, fallen Prognosemärkte teilweise unter andere rechtliche Rahmenbedingungen. Genau darin sehen viele Unternehmen derzeit neue Wachstumschancen.
DraftKings gehört zu den größten Online-Glücksspielanbietern Nordamerikas und setzte zuletzt Milliardenbeträge um. Allein im Geschäftsjahr 2025 erzielte der Konzern einen Umsatz von rund 5,3 Milliarden US-Dollar – ein Plus von etwa 30 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Entsprechend groß ist das Interesse daran, zusätzliche Produktbereiche zu erschließen.
Gleichzeitig beobachten Regulierungsbehörden und Verbände die Entwicklung sehr genau. Kritiker argumentieren, dass Prognosemärkte zunehmend wie klassische Sportwetten funktionieren und deshalb ähnlich streng reguliert werden müssten. Befürworter sehen dagegen mehr Flexibilität und innovative Marktmechanismen.
Für Nutzer könnten die neuen Kombi-Funktionen vor allem wegen der möglichen hohen Auszahlungen attraktiv werden. Gleichzeitig steigt mit jeder zusätzlichen Prognose aber auch das Risiko, den gesamten Einsatz zu verlieren, ähnlich wie bei traditionellen Kombiwetten.
Branchenbeobachter rechnen deshalb damit, dass andere Anbieter schon bald ähnliche Modelle auf den Markt bringen könnten. Der Wettbewerb zwischen klassischen Sportwetten, Fantasy Sports und Prognosemärkten dürfte sich dadurch in den kommenden Monaten weiter verschärfen.

