• Prognosemärkte zur Fußball-WM steuern auf neue Rekorde zu.
• Kalshi und Polymarket verzeichnen Milliardenvolumen vor Turnierstart.
• Nutzer sehen Prognosemärkte als Alternative zu Sportwetten.
Wenige Tage vor dem Start der Fußball-WM 2026 erleben Prognosemärkte einen beispiellosen Boom. Plattformen wie Kalshi und Polymarket verzeichnen laut aktuellen Daten Rekordzuflüsse und rechnen mit den höchsten Einsatzvolumina ihrer Geschichte. Bereits vor dem ersten Anpfiff wurden auf beiden Plattformen zusammen mehr als 2 Milliarden US-Dollar für WM-bezogene Märkte gehandelt. Branchenbeobachter erwarten, dass diese Summe während des Turniers noch deutlich steigen wird.
Der Trend zeigt, wie stark sich Prognosemärkte in den vergangenen Jahren entwickelt haben. Anders als klassische Sportwetten ermöglichen sie den Handel von Kontrakten auf bestimmte Ereignisse. Nutzer kaufen und verkaufen Anteile an möglichen Ergebnissen und handeln diese teilweise wie Finanzprodukte. Gerade bei Großereignissen wie einer Weltmeisterschaft führt dieses Modell zu hoher Aktivität und starken Handelsvolumina.
Besonders auffällig ist die Entwicklung bei Kalshi. Die Plattform profitiert von ihrer regulatorischen Stellung in den USA und konnte ihre Bekanntheit in den vergangenen Monaten deutlich steigern. Auch Polymarket verzeichnet weiterhin starkes Wachstum und zieht vor allem Nutzer aus dem Krypto-Umfeld an. Beide Anbieter rechnen damit, dass die Fußball-WM 2026 zum größten Einzelereignis ihrer Unternehmensgeschichte wird.
Was sind Prognosemärkte?
Prognosemärkte funktionieren ähnlich wie Börsen für Ereignisse. Nutzer handeln Kontrakte, deren Wert davon abhängt, ob ein bestimmtes Ereignis eintritt. Im Gegensatz zu klassischen Sportwetten können Positionen häufig schon vor dem eigentlichen Ausgang verkauft werden. Befürworter sehen darin ein Instrument zur Einschätzung von Wahrscheinlichkeiten. Kritiker argumentieren dagegen, dass sich die Angebote in vielen Fällen kaum von traditionellen Wettprodukten unterscheiden.
Eine neue Umfrage aus den USA zeigt, dass Prognosemärkte zunehmend als Alternative zu klassischen Sportwetten wahrgenommen werden. Viele Teilnehmer sehen Vorteile in der größeren Flexibilität und den Handelsmöglichkeiten während eines laufenden Turniers. Gleichzeitig verschwimmen für viele Nutzer die Grenzen zwischen Investment, Trading und Glücksspiel.
Die Entwicklung sorgt nicht nur für Begeisterung, sondern auch für Diskussionen. Regulierungsbehörden und Glücksspielverbände beobachten das Wachstum der Branche mit wachsender Aufmerksamkeit. Kritiker befürchten, dass Prognosemärkte regulatorische Grauzonen nutzen könnten, während Betreiber auf Innovation und Markttransparenz verweisen.
WM als Katalysator für die Branche
Die Fußball-WM 2026 bietet ideale Voraussetzungen für weiteres Wachstum. Mit 48 Nationalmannschaften und insgesamt 104 Spielen wird das Turnier größer sein als jede Weltmeisterschaft zuvor. Entsprechend viele Märkte können die Plattformen ihren Nutzern anbieten – von Spielausgängen über Gruppensieger bis hin zu Langzeitwetten auf den Weltmeister.
Tarek Mansour, Mitgründer und CEO von Kalshi, erklärt:
„Große Sportereignisse zeigen, wie stark das Interesse an ereignisbasierten Märkten geworden ist und wie viele Menschen diese Produkte inzwischen nutzen.“
Analysten gehen davon aus, dass die WM für einen erheblichen Teil des Jahresvolumens der Prognosemärkte verantwortlich sein könnte. Schon jetzt deuten die Handelszahlen darauf hin, dass die Plattformen deutlich mehr Aktivität verzeichnen als bei früheren internationalen Sportereignissen.
Gleichzeitig wächst die Konkurrenz zu traditionellen Wettanbietern. Während klassische Sportwetten weiterhin den größten Teil des Marktes ausmachen, gewinnen Prognosemärkte zunehmend Aufmerksamkeit bei jüngeren und technologieaffinen Zielgruppen. Besonders die Verbindung aus Handel, Datenanalyse und Sportinteresse spricht neue Nutzergruppen an.
Ob Kalshi, Polymarket und andere Plattformen ihre Rekorderwartungen tatsächlich erfüllen können, wird sich in den kommenden Wochen zeigen. Klar ist jedoch bereits jetzt, dass die Fußball-WM 2026 zu einem Meilenstein für die gesamte Branche werden könnte. Die Marke von 2 Milliarden US-Dollar wurde schon vor dem Turnierstart überschritten; und das eigentliche WM-Fieber hat vielerorts gerade erst begonnen.

