StartRecht & BusinessStrafenIsle of Man erwägt direkte Bestrafung von Glücksspiel-Führungskräften

Isle of Man erwägt direkte Bestrafung von Glücksspiel-Führungskräften

• Auf der Isle of Man rückt die Bestrafung von Glücksspiel-Managern näher.
• Künftig könnten nicht nur Firmen, sondern auch ihre Führungskräfte sanktioniert werden.
• Hintergrund sind Geldwäsche-Risiken und frühere Compliance-Verstöße.


Die direkte Haftung und Bestrafung von Glücksspiel-Managern könnte auf der Isle of Man bald Realität werden. Die dortige Glücksspielaufsicht Gambling Supervision Commission (GSC) hat eine Gesetzesänderung in die Konsultationsphase geschickt, die es erlauben würde, künftig auch einzelne Führungskräfte und Compliance-Verantwortliche finanziell zu sanktionieren – nicht mehr nur die Unternehmen selbst.

Der Kern der Reform: Wenn Verstöße gegen Vorschriften zum Spielerschutz, Geldwäscheprävention oder internen Kontrollsystemen durch Zustimmung, Mitwirkung oder Fahrlässigkeit einzelner Personen entstehen, soll die Behörde künftig direkt gegen diese Personen vorgehen können. Bislang beschränkt sich die Aufsicht in solchen Fällen auf Sanktionen gegen das jeweilige Unternehmen.

Die geplante Änderung ist Teil des Gambling Legislation (Amendment) Bill 2025. Parallel dazu hat die GSC einen Entwurf veröffentlicht, der erklärt, nach welchen Kriterien individuelle Verantwortung bewertet und wie persönliche Strafen berechnet werden sollen. Wichtig ist dabei: Die Strafen gegen Einzelpersonen sollen zusätzlich zu Unternehmensstrafen möglich sein – nicht als Ersatz.

Ein konkretes Beispiel lieferte erst kürzlich der Fall Shelgeyr, Betreiber von Maverick Games. Die GSC verhängte im Februar eine Geldstrafe von 200.000 Pfund wegen systematischer Mängel bei der Kundenprüfung und der laufenden Überwachung von Konten. Solche Fälle zeigen aus Sicht der Behörde, dass strukturelle Compliance-Probleme nicht nur auf Unternehmensebene betrachtet werden sollten.

Ein Auslöser für die Reform ist die wachsende Sensibilität für Geldwäsche- und Terrorismusfinanzierungsrisiken im iGaming-Sektor. Die Isle of Man bewertet ihr eigenes Geldwäsche-Risiko aktuell weiterhin als „medium high“ – also mittel bis hoch. Vor diesem Hintergrund will die Aufsicht die persönliche Verantwortung in Unternehmen deutlich schärfer fassen.

Der Gesetzesentwurf sieht zudem neue Befugnisse für die Aufsicht vor. Künftig könnte sie schriftliche Anweisungen erteilen; etwa zur Herausgabe von Informationen, zur Umsetzung von Korrekturmaßnahmen, zur Aussetzung von Geschäftstätigkeiten oder sogar zur Abwicklung beim Verzicht auf eine Lizenz. Wer solchen Anordnungen nicht folgt, müsste im Extremfall mit Lizenzentzug, Suspendierung, hohen Geldstrafen 5 oder sogar mit bis zu sechs Monaten Haft rechnen.

Mehr Druck auf Führungskräfte der Branche

Für die Glücksspielbranche auf der Isle of Man ist das ein sensibles Signal. Die Insel gilt seit Jahren als wichtiger Standort für Online-Glücksspiel- und B2B-Lizenznehmer. Gerade deshalb will die Aufsicht offenbar zeigen, dass der Standort regulatorisch glaubwürdig bleibt und Verstöße nicht mehr allein als Unternehmensproblem behandelt werden.

Bis zum 25. Mai 2026 läuft nun die öffentliche Konsultation. In diesem Zeitraum können Unternehmen, Berater und andere Marktteilnehmer Stellungnahmen einreichen. Zusätzlich plant die Behörde eine Online-Konsultation, um offene Punkte zur praktischen Umsetzung zu klären. Erst danach soll entschieden werden, in welcher finalen Form die Reform umgesetzt wird.

Die Isle of Man gehört zu den bekanntesten Offshore-Standorten für iGaming-Lizenzen in Europa. Gerade wegen ihrer internationalen Bedeutung steht die Insel beim Thema Geldwäscheprävention besonders unter Beobachtung. Die geplante Reform soll deshalb nicht nur Regelverstöße härter ahnden, sondern auch das Vertrauen in den Regulierungsstandort stärken.

Sollte das strengere Glücksspielgesetz in dieser Form verabschiedet werden, hätte das Signalwirkung über die Insel hinaus. Denn viele andere Jurisdiktionen diskutieren ebenfalls darüber, ob Unternehmensstrafen allein ausreichen oder ob Verantwortung künftig stärker an konkrete Personen geknüpft werden muss. Für Glücksspiel-Manager auf der Isle of Man könnte der regulatorische Alltag damit schon bald deutlich persönlicher werden.

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