• KSA verhängt Rekordstrafen gegen Glücksspielanbieter in den Niederlanden.
• Fortaprime und Novatech werden illegales Online-Glücksspiel vorgeworfen
• Novatech-Strafe erreicht mit fast 25 Millionen Euro eine neue Höchstmarke.
Die niederländische Glücksspielbehörde Kansspelautoriteit (KSA) hat zwei Unternehmen wegen illegaler Online-Glücksspielangebote für niederländische Spieler mit hohen Geldstrafen belegt. Betroffen sind die Anbieter Fortaprime SRL und Novatech, die über mehrere Webseiten ohne Lizenz Glücksspiele für Nutzer aus den Niederlanden angeboten haben sollen.
Nach Angaben der Behörde konnten Spieler aus den Niederlanden auf den Plattformen Konten erstellen, Geld einzahlen und an Online-Casinoangeboten teilnehmen. Dazu gehörten unter anderem die Websites amonbet101.com, supraplay.com, amonbet.com, bilucky.com, gxspins.com, cheeseino.com, hiddenjack.com und luckymax7.com, die Fortaprime zugerechnet werden. Novatech soll sein Angebot vor allem über Qbet.com und 55Bet.com betrieben haben.
Millionenstrafen wegen illegalem Glücksspielangebot
Die KSA verhängte wegen der erwiesenen Verstöße gegen Fortaprime eine Geldstrafe in Höhe von 1.795.000 Euro. Deutlich härter fiel die Sanktion allerdings gegen Novatech aus: Das Unternehmen muss 24.846.000 Euro zahlen. Diese Strafe stellt nach Angaben der Aufsichtsbehörde die bislang höchste Geldbuße dar, die in den Niederlanden gegen einen illegalen Glücksspielanbieter verhängt wurde.
Bei ihren Ermittlungen stellte die Behörde fest, dass auf den betreffenden Webseiten keine technischen Maßnahmen existierten, um Spieler aus den Niederlanden vom Zugriff auszuschließen. Mitarbeiter der KSA konnten problemlos Testkonten erstellen, Einzahlungen vornehmen und an Glücksspielen teilnehmen. Darüber hinaus entdeckten die Ermittler mehrere schwerwiegende Verstöße gegen grundlegende Schutzmaßnahmen.
So fehlten teilweise sichtbare Alterskontrollen, wodurch auch Minderjährige potenziell Zugang zu den Angeboten erhalten konnten. Zusätzlich ermöglichten die Plattformen Einzahlungen mit Kryptowährungen und anonymen Zahlungsmethoden, was nach Einschätzung der Behörde das Risiko von Geldwäsche erhöht.
Die Höhe der Strafen orientierte sich nicht allein an einem festen Bußgeldrahmen. Stattdessen entschied sich die KSA für eine Berechnung auf Basis der geschätzten Einnahmen aus dem niederländischen Markt. Hintergrund ist die Annahme der Behörde, dass beide Unternehmen mit Spielern aus den Niederlanden deutlich höhere Umsätze erzielt haben als durch eine Standardstrafe abgedeckt wäre.
Der Vorsitzende der KSA, Michel Groothuizen, erklärte dazu:
„Wir bestimmen die Höhe der Geldbuße auf Grundlage des geschätzten Umsatzes, den ein illegaler Anbieter mit Spielern aus den Niederlanden erzielt hat.“
Allerdings weist die Behörde darauf hin, dass gesetzliche Grenzen die Höhe der Strafen begrenzen. Nach aktueller Gesetzgebung darf eine Geldbuße maximal zehn Prozent des weltweiten Umsatzes eines Unternehmens betragen.
Neben hohen Geldstrafen setzt die Aufsicht zunehmend auf Kooperation mit externen Partnern, um illegale Glücksspielangebote zu bekämpfen. Dazu gehören unter anderem Zahlungsdienstleister, Banken, Hosting-Provider und große Technologieunternehmen, die bei der Sperrung entsprechender Angebote helfen können.
Ein weiterer Schwerpunkt liegt auf der Bekämpfung von Werbung für illegale Anbieter. Im Fall von Fortaprime wurde laut KSA auch Marketing über niederländische Influencer festgestellt. Influencer, die solche Angebote bewerben, können ebenfalls mit Sanktionen rechnen.

