• Geldstrafen gegen illegalem-Glücksspiel in Spanien erreichen neue Dimensionen.
• Zwei Sanktionen über jeweils 5 Millionen Euro im Fokus.
• Behörden gehen konsequent gegen Werbung für illegale Anbieter vor.
Spanien setzt mit hohen Geldstrafen gegen illegales Glücksspiel ein deutliches Zeichen: Gleich zwei Sanktionen in Höhe von jeweils 5 Millionen Euro wurden von den Behörden verhängt. Im Zentrum steht nicht nur das illegale Angebot selbst, sondern vor allem dessen Bewerbung.
Konkret richteten sich die Strafen gegen zwei Unternehmen, die für einen nicht lizenzierten Glücksspielanbieter geworben hatten. Besonders im Fokus: die Produktionsfirma „Zona Gemelos“, die Inhalte verbreitete, in denen illegales Glücksspiel sichtbar beworben wurde. Die spanische Glücksspielaufsicht machte deutlich, dass nicht nur Betreiber, sondern auch Werbepartner zur Verantwortung gezogen werden.
Mit jeweils 5 Millionen Euro pro Fall, die seit Anfang 2026 verhängt wurden, summieren sich die Sanktionen auf insgesamt 10 Millionen Euro. Die Behörden betonen, dass Werbung für nicht genehmigte Anbieter eine zentrale Rolle bei der Verbreitung illegaler Angebote spielt und daher konsequent geahndet werden muss.
Ein Sprecher der spanischen Glücksspielaufsicht DGOJ erklärt:
„Wer illegales Glücksspiel bewirbt, trägt direkt zur Verbreitung dieser Aktivitäten bei und muss mit erheblichen Konsequenzen rechnen.“
Dabei geht es längst nicht mehr nur um klassische Werbung. Auch Influencer, Content-Produzenten und digitale Plattformen geraten zunehmend ins Visier der Regulierer. Gerade in sozialen Medien verschwimmen die Grenzen zwischen Unterhaltung und Werbung – ein Umstand, den illegale Anbieter gezielt nutzen.
Kleinere Strafen – gleiche Botschaft
Neben den spektakulären Millionenstrafen zeigt ein aktueller Fall, dass die Behörden auch bei kleineren Verstößen konsequent bleiben. Eine weitere Sanktion wurde gegen ein Unternehmen verhängt, das ebenfalls unerlaubte Glücksspielwerbung verbreitet hatte – wenn auch mit gut 10.000 Euro in deutlich geringerem Umfang.
Auch wenn die Geldstrafe hier deutlich niedriger ausfiel, bleibt die Botschaft dieselbe: Illegales Glücksspiel und dessen Bewerbung werden systematisch verfolgt. Die Behörden setzen dabei auf eine Kombination aus hohen Strafen und konsequenter Überwachung.
Die Strategie dahinter ist klar: Durch abschreckende Maßnahmen soll verhindert werden, dass sich illegale Anbieter überhaupt erst im Markt etablieren können. Gleichzeitig sollen legale Anbieter geschützt werden, die sich an die strengen Vorschriften halten.
Im internationalen Vergleich zeigt sich ein gemischtes Bild: Während in Deutschland die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) bislang eher niedrigere Geldstrafen – wie bspw. gegen den Rapper Capital Bra – verhängt, gehen andere Länder deutlich härter vor. Sowohl die niederländische KSA als auch die britische UKGC setzen regelmäßig hohe Millionenstrafen durch und schaffen damit stärkere Abschreckungseffekte im Markt.
Spanien positioniert sich mit den aktuellen Maßnahmen klar in Richtung einer strengeren Regulierung. Die hohen Strafen gegen Werbepartner könnten dabei als Vorbild für andere Länder dienen.
Fest steht: Der Kampf gegen illegales Glücksspiel verlagert sich zunehmend auf die Schnittstellen, dort, wo Werbung, Reichweite und digitale Plattformen zusammenkommen.

