StartRecht & BusinessStrafenAustralien verhängt Millionenstrafen gegen illegales Online-Glücksspiel

Australien verhängt Millionenstrafen gegen illegales Online-Glücksspiel

• Millionenstrafen gegen illegales Glücksspiel setzen in Australien neue Maßstäbe.
• Ein Bundesgericht verhängt Strafen von insgesamt 24 Millionen AU-Dollar.
• Parallel plant New South Wales schärfere Regeln für Pokerautomaten.


Australien verschärft seinen Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel deutlich. Das Federal Court of Australia hat gegen die Betreiber Hillside (Australia New Media) Pty Ltd und BetDeluxe Pty Ltd Geldstrafen von insgesamt 24 Millionen Australischen Dollar (rund 14 Millionen Euro) verhängt. Die Unternehmen hatten nach Auffassung des Gerichts über Jahre hinweg gegen den Interactive Gambling Act 2001 verstoßen und unerlaubte Online-Glücksspieldienste angeboten.

Auf Hillside entfällt dabei eine Strafe von 20 Millionen AU-Dollar, während BetDeluxe weitere 4 Millionen AU-Dollar zahlen muss. Hintergrund sind tausende Verstöße gegen australisches Glücksspielrecht. Beide Anbieter hatten Produkte angeboten, die in Australien verboten sind, darunter Online-Instant-Gewinnspiele und andere nicht erlaubte Casinospiele. Die Verfahren wurden von der Australian Communications and Media Authority (ACMA) angestoßen, die seit Jahren konsequent gegen illegale Angebote vorgeht.

Auch Europa greift härter durch
Australien steht mit seinem konsequenten Vorgehen nicht allein. Auch europäische Glücksspielbehörden verhängten 2026 hohe Geldstrafen gegen illegale Anbieter. In den Niederlanden wurden mehrere Unternehmen wegen unerlaubter Angebote und verbotener Werbung mit teils sechsstelligen Bußgeldern belegt. Auch die britische UK Gambling Commission verhängte in diesem Jahr Millionenstrafen gegen Lizenznehmer wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Spielerschutzvorschriften. International verschärft sich der Druck auf illegale und regelwidrig arbeitende Glücksspielunternehmen damit spürbar.

Nach Angaben der Behörde handelt es sich um die bislang höchsten Strafen, die im Zusammenhang mit Verstößen gegen den Interactive Gambling Act ausgesprochen wurden. Die Richter machten deutlich, dass wirtschaftliche Vorteile aus illegalen Glücksspielangeboten nicht hingenommen würden und hohe Sanktionen eine abschreckende Wirkung entfalten sollen.

ACMA sieht Signalwirkung für den gesamten Markt

Die Regulierungsbehörde wertet das Urteil als wichtigen Erfolg. Ziel sei es nicht nur, einzelne Anbieter zu bestrafen, sondern den gesamten Markt abzuschrecken. Gerade internationale Glücksspielunternehmen müssten verstehen, dass australisches Recht konsequent durchgesetzt werde.

Nerida O’Loughlin, Vorsitzende der Australian Communications and Media Authority (ACMA), erklärt:

„Diese erheblichen Strafen senden eine klare Botschaft an alle Betreiber: Wer gegen Australiens Glücksspielgesetze verstößt, muss mit schwerwiegenden Konsequenzen rechnen.“

Die ACMA betont zudem, dass sie auch künftig konsequent gegen illegale Anbieter vorgehen werde. Dazu gehören neben Gerichtsverfahren auch Netzsperren gegen verbotene Webseiten sowie die Zusammenarbeit mit Zahlungsdienstleistern und internationalen Behörden.

New South Wales plant tiefgreifende Reformen

Parallel zum Vorgehen gegen illegale Online-Anbieter arbeitet der Bundesstaat New South Wales (NSW) an einer umfassenden Reform des landbasierten Glücksspiels. Der Bundesstaat verfügt über rund 88.000 genehmigte Pokerautomaten und beherbergt damit etwa die Hälfte aller Spielautomaten Australiens. Lediglich 1.500 Geräte stehen im Casino The Star Sydney, während Crown Sydney aufgrund einer bestehenden Exklusivvereinbarung weiterhin keine Pokerautomaten betreiben darf.

Die Regierungspartei Labor beschloss auf ihrem Parteitag, die Glücksspielreform zu einem zentralen Wahlkampfthema für die nächste Landtagswahl zu machen. Geplant ist ein Moratorium für neue Spielautomaten-Lizenzen. Darüber hinaus sollen künftig 50 Prozent aller Geräte, die von einem Standort an einen anderen verlegt werden, dauerhaft stillgelegt werden. Auf diese Weise möchte die Regierung die Gesamtzahl der Automaten innerhalb der kommenden zehn Jahre deutlich reduzieren.

Zusätzlich sollen Clubs, die mit ihren Pokerautomaten jährliche Gewinne von mehr als 20 Millionen AU-Dollar (rund 13,9 Millionen US-Dollar) erzielen, künftig höhere Steuern zahlen. Ein weiterer Baustein ist die verpflichtende Einführung von Gesichtserkennungssystemen in sämtlichen Spielhallen des Bundesstaates. Die Technologie soll den landesweiten Sperrregister unterstützen und gesperrte Spieler automatisch erkennen.

Begleitet werden die Reformen von strengeren Werbevorschriften auf Bundesebene. Erst vor wenigen Tagen brachte die australische Regierung ein Gesetz ins Parlament ein, das Glücksspielwerbung im Fernsehen zwischen 6.00 Uhr und 20.30 Uhr auf maximal drei Werbespots pro Stunde begrenzen soll. Während Live-Sportübertragungen innerhalb dieses Zeitfensters wäre Glücksspielwerbung sogar vollständig verboten.

Australien verfolgt damit inzwischen einen zweigleisigen Ansatz: Einerseits werden illegale Anbieter mit Rekordstrafen belegt, andererseits sollen legale Glücksspielangebote durch strengere Vorschriften stärker reguliert werden. Beide Maßnahmen zeigen, dass der Spielerschutz und die Eindämmung problematischen Glücksspiels für die Politik zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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