• Legales Online-Glücksspiel in den Niederlanden 2025 deutlich im Minus.
• Umsatzvolumen der lizenzierten Betreiber sinkt um 18,5 %.
• Zu starke Regulierung als mögliche Ursache erkannt.
In den Niederlanden steckt das legale Online-Glücksspiel in einer überraschenden Abwärtsbewegung. Erstmals seit der Legalisierung zeigt der Markt klare Schwächezeichen. Nach Angaben der Glücksspielbehörde KSA schrumpfte der legale Online-Sektor im Jahr 2025 um 18,5 Prozent, was ein deutlicher Rückgang in dem zuvor wachsenden Segment ist.
Gleichzeitig entwickeln sich die illegalen Angebote laut KSA in die entgegengesetzte Richtung. Die Zahl der Meldungen zu nicht lizenzierten online oder mobilen Online-Angeboten stieg im selben Zeitraum um 34 Prozent. Das deutet darauf hin, dass immer mehr Spieler auf Angebote außerhalb des regulierten Systems ausweichen.
Gegen legale Anbieter wurden 2025 Strafen in Höhe von rund 8,6 Millionen Euro verhängt. Zudem wurden illegale Betreiber mit insgesamt 31,2 Millionen Euro sanktioniert. Ziel ist es, den Markt stärker zu kontrollieren – doch die Wirksamkeit dieser Maßnahmen wird zunehmend diskutiert.
Auch beim Spielverhalten zeigen sich Veränderungen. Der durchschnittliche Verlust pro Spieler lag Anfang 2025 noch bei 117 Euro pro Monat, stieg jedoch bis Jahresende auf 124 Euro.
Dabei ist zu berücksichtigen, dass viele Spieler mehrere Anbieter nutzen und nicht durchgehend aktiv sind. Die tatsächliche Belastung kann also individuell deutlich variieren. Während der Markt also insgesamt kleiner wird, verlieren die aktiven Spieler offenbar mehr Geld.
Regulierung als möglicher Bremsklotz
Ein zentraler Grund für diese Entwicklung könnte in einer möglicherweise zu rigiden Regulierung liegen. Die niederländische Glücksspielaufsicht hat in den vergangenen Jahren zahlreiche Maßnahmen verschärft, etwa strengere Werberegeln, Limits und Kontrollmechanismen.
Was eigentlich dem Spielerschutz dienen sollte, könnte nun unbeabsichtigte Nebenwirkungen haben. Denn legale Anbieter verlieren durch die Einschränkungen an Attraktivität, während illegale Plattformen weiterhin ohne vergleichbare Auflagen operieren.
KSA-Direktor Michel Groothuizen bilanziert selbstkritisch:
„Die Schutzmaßnahmen könnten dazu geführt haben, dass Spieler vermehrt zu illegalen Anbietern abwandern.“
Besonders im Fokus steht die Kanalisierung, also der Anteil der Spieler, die im legalen Markt bleiben. Dieser scheint zu sinken, was langfristig sowohl den Spielerschutz als auch die staatlichen Einnahmen gefährdet. Branchenexperten warnen daher vor einer Schieflage: Zu strenge Regeln könnten genau das Gegenteil bewirken und den Schwarzmarkt stärken.
Die Herausforderung für die Politik ist nun klar: Es gilt, eine Balance zu finden zwischen wirksamem Spielerschutz und einem attraktiven legalen Angebot. Nur so kann verhindert werden, dass der Markt weiter in die falsche Richtung kippt.

