StartSportwettenNew Jersey plant höhere Sportwetten-Steuern zur Fußball-WM 2026

New Jersey plant höhere Sportwetten-Steuern zur Fußball-WM 2026

• New Jersey plant höhere Sportwetten-Steuern zur Fußball-WM.
• Mehreinnahmen sollen Milliardenkosten rund um das Mega-Event abfedern.
• Politiker und Tourismusbranche warnen vor falschen Signalen kurz vor dem Turnier.


New Jersey bereitet sich auf die Fußball-WM 2026 vor – und will zum Großereignis offenbar auch kräftig zur Kasse bitten. Im US-Bundesstaat wurden mehrere Gesetzesvorlagen eingebracht, die während des Turniers zusätzliche Abgaben auf Sportwetten, Hotels und verschiedene Dienstleistungen vorsehen. Hintergrund sind die enormen Kosten rund um die Austragung der Spiele im MetLife Stadium, wo unter anderem das WM-Finale stattfinden soll.

Besonders im Fokus steht eine zeitlich begrenzte Zusatzsteuer auf Sportwetten. Zwischen dem 12. Juni und dem 20. Juli 2026 sollen Anbieter zehn Prozent extra auf Einnahmen zahlen, die mit WM-Wetten erzielt werden. Betroffen wären Online-Buchmacher, Casinos und Anbieter von Pferderennwetten mit digitalem Angebot. Auch sogenannte Prop Bets – also Wetten auf Einzelaktionen oder Spielerstatistiken – sowie Live-Wetten würden unter die Regelung fallen.

Neben der geplanten Zusatzabgabe auf Sportwetten sollen auch Reisende und Besucher tiefer in die Tasche greifen. Vorgesehen sind ein Hotelaufschlag von 2,5 Prozent, höhere Verkaufssteuern auf Essen, Alkohol, Freizeitangebote und Einkäufe sowie ein Zuschlag von 50 Cent auf Fahrten mit Uber oder Lyft rund um das Stadiongelände.

Rosanna Maietta von der American Hotel and Lodging Association erklärt:

„Eine Reihe von Faktoren hat den anfänglichen Optimismus gedämpft.“

Die Präsidentin des Hotelverbands fordert zugleich, internationale Besucher müssten während der WM ein möglichst unkompliziertes Reiseerlebnis bekommen.

Die Initiatoren argumentieren, dass New Jersey durch die WM zwar internationale Aufmerksamkeit bekomme, gleichzeitig aber enorme Summen für Infrastruktur, Sicherheit und Verkehr stemmen müsse. Deshalb solle ein Teil der Einnahmen direkt zur Finanzierung des Turniers beitragen.

Für Einwohner des Bundesstaates ist immerhin eine steuerliche Entlastung vorgesehen. Sie könnten gezahlte Zuschläge später teilweise über die Einkommensteuer zurückholen. Wettanbieter selbst hätten diese Möglichkeit allerdings nicht.

Widerstand wächst quer durch die Parteien

Die Pläne sorgen inzwischen für heftigen Gegenwind – und zwar parteiübergreifend. Kritiker werfen der Politik vor, die WM zu nutzen, um Bürgern und Unternehmen zusätzliche Belastungen aufzudrücken. Vor allem die Wettbranche reagiert empfindlich auf die angedachte Sondersteuer. Viele Betreiber befürchten Wettbewerbsnachteile in einem ohnehin hart umkämpften Markt.

Für New Jersey kommt die Debatte zu einem heiklen Zeitpunkt. Eigentlich sollte die WM vor allem wirtschaftliche Euphorie auslösen. Stattdessen wächst die Sorge, dass steigende Preise Fans eher abschrecken könnten. Gerade internationale Besucher reagieren sensibel auf zusätzliche Kosten – insbesondere bei Hotels, Transport und Freizeitangeboten.

Die US-Hotellerie blickt mit gemischten Gefühlen auf die WM 2026. Laut Branchenverband AHLA liegen die Buchungen in vielen Gastgeberstädten deutlich unter den Erwartungen. Als Gründe gelten hohe Reisekosten, Visaprobleme und geopolitische Unsicherheiten. Einige Hoteliers sprechen sogar von einem „Nicht-Ereignis“, obwohl die FIFA bereits Millionen Tickets verkauft haben will.

Auch aus Washington kommt Kritik. Der demokratische Abgeordnete Josh Gottheimer stellte sich offen gegen die Pläne und forderte die Verantwortlichen in New Jersey auf, die zusätzlichen Gebühren noch einmal zu überdenken. Seine Botschaft: Die Bevölkerung habe nicht nach neuen Abgaben verlangt.

Somit dürfte der politische Streit noch länger andauern. Befürworter sehen in den Abgaben eine pragmatische Finanzierungshilfe für ein milliardenschweres Sportevent. Gegner warnen dagegen, dass New Jersey kurz vor der größten Fußball-WM der Geschichte ein denkbar schlechtes Signal sendet: Willkommen zur WM – aber bitte erst nach einem kräftigen Aufpreis.

ÄHNLICHE ARTIKEL

BELIEBTE ARTIKEL

Entdecke mehr von Gaming-Affairs

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen