• 2025 ist die Glücksspiel-Kriminalität in Macau deutlich gestiegen.
• Die Behörden verzeichneten annähernd zwei Drittel mehr Fälle.
• Hauptgrund ist die Kriminalisierung illegaler Geldwechsler.
Die Glücksspiel-Kriminalität hat in Macau im Jahr 2025 einen massiven Sprung gemacht. Insgesamt registrierten die Behörden 1.567 Fälle mit Bezug zum Glücksspiel. Das ist ein Anstieg von 63 Prozent im Vergleich zu 2024, als noch 962 Fälle gezählt wurden. Damit erreicht die Entwicklung einen neuen Höhepunkt und zeigt, wie stark regulatorische Veränderungen die Statistik beeinflussen können.
Ein zentraler Treiber dieses Anstiegs ist die gezielte Kriminalisierung von illegalem Geldwechsel. Allein in diesem Bereich wurden 2025 insgesamt 728 Fälle registriert – im Jahr zuvor waren es noch null, da entsprechende Aktivitäten damals rechtlich nicht in gleicher Weise verfolgt wurden. Dieser neue Straftatbestand verzerrt die Gesamtentwicklung erheblich, erklärt aber auch einen Großteil des sprunghaften Anstiegs.
Leong Man Cheong, Direktor der Justizpolizei Macau, erklärt:
„Der Anstieg steht in direktem Zusammenhang mit neuen gesetzlichen Maßnahmen und einer intensiveren Strafverfolgung.“
Doch auch andere Deliktbereiche legten zu. Die Zahl der Betrugsfälle im Zusammenhang mit dem Casino-Sektor stieg von 97 im Jahr 2024 auf 143 im Jahr 2025 – ein Plus von rund 47 Prozent. Ebenfalls deutlich erhöht haben sich Fälle von illegaler Kreditvergabe, die von 41 auf 65 Fälle kletterten, was einem Anstieg von etwa 58,5 Prozent entspricht.
Mehr Kontrollen, mehr Fälle
Diebstähle im Casino-Umfeld nahmen ebenfalls zu. Hier registrierten die Behörden 2025 insgesamt 54 Fälle gegenüber 41 im Vorjahr, was ein Wachstum von knapp 32 Prozent bedeutet. Gleichzeitig stieg die Zahl der Unterschlagungsdelikte von 13 auf 18 Fälle (38,5 Prozent mehr).
Trotz der insgesamt steigenden Zahlen gibt es auch Bereiche mit rückläufiger Kriminalität. So sank die Zahl der Raubdelikte von 9 Fällen im Jahr 2024 auf nur noch 6 im Jahr 2025 – ein Rückgang um 33,3 Prozent. Auch Entführungsfälle gingen zurück: von 5 auf 4 Fälle, was einem Minus von 20 Prozent gleichkommt.
Diese Entwicklung zeigt, dass klassische Gewaltverbrechen im Glücksspielumfeld seltener werden, während wirtschaftsbezogene Delikte und organisierte Strukturen stärker in den Fokus rücken.
Die Behörden betonen, dass die Zahlen differenziert betrachtet werden müssen. Ein Teil des Anstiegs ist auf neue Straftatbestände zurückzuführen, ein anderer auf intensivere Ermittlungen und Kontrollen.
Langfristig bleibt entscheidend, ob die Maßnahmen tatsächlich zu einer nachhaltigen Eindämmung krimineller Strukturen führen. Klar ist: Macau steht weiterhin vor der großen Herausforderung, seinen Glücksspielsektor sicherer zu machen, ohne dabei seine wirtschaftliche Grundlage zu gefährden.

