StartStories & SkandaleCrimeRazzia in Wien: Illegale Spielautomaten liefen mit gestohlenem Strom

Razzia in Wien: Illegale Spielautomaten liefen mit gestohlenem Strom

• Illegales Online-Glücksspiel steht im Fokus von Österreichs Behörden.
• In drei Bezirken von Wien wurden illegale Spielautomaten entdeckt.
• In einer Wohnung liefen die Automaten über Jahre mit illegal bezogenem Strom.


Die Wiener Behörden haben bei einer Schwerpunktaktion gegen illegale Wett- und Glücksspielangebote mehrere Verstöße aufgedeckt. Kontrolliert wurde am vergangenen Donnerstag in den drei Bezirken Ottakring, Hernals und Rudolfsheim-Fünfhaus. Beteiligt waren neben der Gruppe Sofortmaßnahmen und der Finanzpolizei auch das Landeskriminalamt Wien, das Arbeitsmarktservice (AMS), die Wiener Netze sowie mehrere Magistratsabteilungen.

Besonders auffällig war ein Einsatz in einer Wohnung in Ottakring. Dort fanden die Beamten mehrere illegale Glücksspielautomaten vor. Da niemand in der Wohnung anwesend war, öffnete die Finanzpolizei die Tür auf behördliche Anordnung. Die Automaten wurden anschließend beschlagnahmt.

Die unerlaubte Stromversorgung diente dabei nicht nur dem Betrieb der Glücksspielautomaten, sondern der Versorgung der gesamten Wohnung. Der illegale Anschluss wurde vor Ort unterbrochen und entsprechende Anzeigen wurden erstattet.

Die Kontrolle brachte außerdem ans Licht, dass die gesamte Wohnung bereits seit mehreren Jahren illegal mit Strom versorgt worden war. In dieser Wohnung im Wiener Bezirk Ottakring entdeckten die Einsatzkräfte mehrere illegale Spielautomaten. Gleichzeitig stellte sich heraus, dass die gesamte Wohnung seit mehreren Jahren unerlaubt mit Strom versorgt wurde. Auch die Automaten wurden über diesen Anschluss betrieben. Die Finanzpolizei beschlagnahmte die Geräte und ließ die illegale Stromversorgung sofort unterbrechen. Gegen die Verantwortlichen wurden Anzeigen erstattet. Die Wiener Netze waren an der Schwerpunktaktion ebenfalls beteiligt.

Illegales Glücksspiel an mehreren Standorten

Auch in Hernals stießen die Kontrolleure auf ein illegales Glücksspielangebot. In einem Hinterzimmer eines Lokals wurden entsprechende Aktivitäten festgestellt. Dort kam zusätzlich ein weiterer Verstoß ans Licht: Das Unternehmen bezog illegal Gas. Damit beschränkten sich die festgestellten Unregelmäßigkeiten nicht auf den Glücksspielbereich.

In Rudolfsheim-Fünfhaus stellten die Einsatzkräfte ebenfalls mehrere Verstöße fest. In einem weiteren Lokal wurde ein Schwarzarbeiter angetroffen. Der Mann wurde aufgrund des Fremdenrechts festgenommen. Zusätzlich führten die Behörden wegen bestehender Abgabenrückstände Pfändungen durch.

Die beteiligten Dienststellen gingen damit nicht ausschließlich gegen illegale Glücksspielautomaten vor. Auch Verstöße gegen das Tabak- und Nichtraucherschutzgesetz sowie gegen die Gewerbeordnung wurden festgestellt. Dazu gehörte insbesondere der Vorwurf einer unbefugten Gewerbeausübung. Insgesamt wurden mehrere Anzeigen erstattet.

Walter Hillerer, Leiter der Gruppe Sofortmaßnahmen der Stadt Wien, erklärt:

„Illegale Wett- und Glücksspielangebote können betrügerisch sein und verschaffen sich einen unfairen Vorteil gegenüber jenen Betrieben, die sich an alle Regeln halten. Als Gruppe Sofortmaßnahmen handeln wir dort, wo Gesetze gebrochen werden.“

Der Einsatz zeige, dass die Stadt gemeinsam mit anderen Dienststellen konsequent gegen solche Verstöße vorgehe.

Die Schwerpunktaktion wurde von zahlreichen Stellen gemeinsam durchgeführt. Neben der Gruppe Sofortmaßnahmen und der Finanzpolizei waren das Landeskriminalamt Wien, das Arbeitsmarktservice sowie weitere Behörden beteiligt. Damit konnten neben illegalem Glücksspiel auch Schwarzarbeit, offene Abgaben, Verstöße gegen die Gewerbeordnung sowie illegale Energiebezüge festgestellt werden.

Mehr als Glücksspielkontrollen

Der Einsatz macht deutlich, dass illegale Glücksspielangebote in Wien teilweise mit weiteren Gesetzesverstößen verbunden sind. In Ottakring ging es um illegale Spielautomaten und Strombezug, in Hernals zusätzlich um einen unerlaubten Gasanschluss. In Rudolfsheim-Fünfhaus kamen Schwarzarbeit, Abgabenrückstände und Verstöße gegen gewerberechtliche Vorschriften hinzu.

Auffällig ist insbesondere der Fall der Wohnung in Ottakring: Die Spielautomaten waren nicht in einem klassischen Wettlokal versteckt, sondern standen in einer privaten Wohnung. Weil dort niemand anwesend war, musste die Finanzpolizei die Tür behördlich öffnen, um die Kontrolle durchführen zu können.

Die Aktion zeigt damit, dass die Wiener Behörden bei illegalem Glücksspiel verschiedene Bereiche gleichzeitig ins Visier nehmen. Neben der Frage, ob Spielautomaten oder Wettangebote rechtmäßig betrieben werden, prüfen sie auch Energiebezug, Arbeitsverhältnisse, Abgaben und gewerbliche Genehmigungen. Für Betreiber illegaler Angebote kann dadurch ein einzelner Fund schnell weitere behördliche Verfahren nach sich ziehen.

Die Stadt Wien setzt dabei auf gemeinsame Kontrollen verschiedener Dienststellen. Der aktuelle Einsatz in drei Wiener Bezirken verdeutlicht, dass illegales Glücksspiel nicht isoliert betrachtet wird, sondern Teil eines größeren Kontrollfeldes ist, in dem auch Schwarzarbeit, Steuer- und Abgabenverstöße sowie unerlaubte Energiebezüge eine Rolle spielen.

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