StartStories & SkandaleCrimePhilippinen warnen Landsleute in Frankreich vor illegalen Hahnenkämpfen

Philippinen warnen Landsleute in Frankreich vor illegalen Hahnenkämpfen

• Illegale Hahnenkämpfe sorgen in Frankreich für eine Warnung der Philippinen.
• Bis zu drei Jahre Haft und 45.000 Euro Geldstrafe drohen.
• Auch Beschwerden über Lärmbelästigung und Müll wurden gemeldet.


Die philippinische Botschaft in Frankreich hat ihre Landsleute vor der Teilnahme an illegalen Hahnenkämpfen und damit verbundenem Glücksspiel gewarnt. Anlass sind Hinweise französischer Behörden auf entsprechende Aktivitäten, an denen Filipinos in Frankreich beteiligt sein sollen. Die Botschaft veröffentlichte den Hinweis am 21. September 2026 und appellierte an die philippinische Gemeinschaft, die französischen Gesetze zu beachten.

Nach Angaben der diplomatischen Vertretung wurden die französischen Behörden auf Events aufmerksam, bei denen Hahnenkämpfe organisiert beziehungsweise besucht und gleichzeitig illegale Wetten angeboten wurden. Zusätzlich gingen Beschwerden über Störungen der öffentlichen Ordnung und zurückgelassenen Müll im Zusammenhang mit solchen Veranstaltungen ein.

Nach Angaben der philippinischen Botschaft gilt illegaler Hahnenkampf in Frankreich als Form von Tierquälerei. Wer gegen das Verbot verstößt, kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe und einer Geldstrafe von bis zu 45.000 Euro belegt werden. Die Botschaft warnt deshalb ausdrücklich vor einer Teilnahme an solchen Veranstaltungen.

Unter dem Namen Sabong ist der Hahnenkampf auf den Philippinen traditionell weit verbreitet. Dabei treten zwei speziell trainierte Hähne gegeneinander an, während Zuschauer auf den Ausgang wetten können. Teilweise werden den Tieren scharfe Klingen oder Sporen an den Beinen befestigt. Die rechtliche Bewertung unterscheidet sich jedoch deutlich zwischen den Philippinen und Frankreich.

Sabong zwischen Tradition und Glücksspiel

Auf den Philippinen ist traditioneller Hahnenkampf unter bestimmten Voraussetzungen weiterhin erlaubt. Veranstaltungen können in lizenzierten Hahnenkampfarenen stattfinden und unterliegen dort regulatorischen Vorgaben. Die philippinische Glücksspielbehörde PAGCOR unterscheidet dabei zwischen den regulierten Veranstaltungen vor Ort und dem elektronischen Hahnenkampf, dem sogenannten E-Sabong.

Gerade das Online-Geschäft ist in den vergangenen Jahren allerdings stark unter Druck geraten. E-Sabong wurde auf den Philippinen 2022 nach einer staatlichen Entscheidung ausgesetzt. Hintergrund waren unter anderem Ermittlungen zum Verschwinden von mindestens 34 Personen, die mit dem Online-Hahnenkampf in Verbindung gebracht wurden. Der Fall löste eine umfangreiche öffentliche und politische Debatte aus.

Vor der Aussetzung war E-Sabong offiziell reguliert. PAGCOR hatte dafür Anfang 2021 einen formalen Regulierungsrahmen geschaffen. Während der regulierten Phase erzielte der Bereich nach Angaben von Inside Asian Gaming rund 5,06 Milliarden philippinische Pesos, was damals etwa 80,9 Millionen US-Dollar entsprach.

In Frankreich ist die Situation grundlegend anders. Die Botschaft verweist darauf, dass Hahnenkämpfe dort als Tierquälerei behandelt werden und entsprechende Veranstaltungen deshalb nicht mit der philippinischen Tradition gleichgesetzt werden können. Auch wenn eine Aktivität im Herkunftsland kulturell oder rechtlich etabliert ist, gelten für Filipinos in Frankreich die dortigen Vorschriften.

Das betrifft nicht nur die eigentlichen Kämpfe, sondern auch das damit verbundene Glücksspiel. Nach den Hinweisen der Botschaft geht es bei den gemeldeten Veranstaltungen ausdrücklich sowohl um Hahnenkämpfe als auch um illegale Wetten. Hinzu kommen mögliche Folgen für das Verhältnis zwischen den beteiligten Personen und ihren französischen Nachbarschaften.

Botschaft appelliert an die Community

Die philippinische Botschaft fordert deshalb insbesondere Filipinos, die in Frankreich leben oder arbeiten, dazu auf, sich mit den örtlichen Gesetzen vertraut zu machen. Die Warnung richtet sich nicht nur an Organisatoren, sondern auch an Personen, die an entsprechenden Veranstaltungen teilnehmen oder darauf wetten.

Die Botschaft erklärte in ihrem Hinweis:

„Die Botschaft erinnert Filipinos ferner daran, dass das Leben und Arbeiten in Frankreich die Achtung und Einhaltung der französischen Gesetze voraussetzt. Lassen Sie uns den guten Namen und den Ruf der philippinischen Gemeinschaft bei unseren französischen Gastgebern bewahren.“

Auch die Beschwerden über Störungen der öffentlichen Ordnung und Müll zeigen, dass es bei der Warnung nicht ausschließlich um das Glücksspiel- oder Tierschutzrecht geht. Die Behörden sehen offenbar auch Auswirkungen auf das kriminelle Umfeld der Veranstaltungen. Konkrete Angaben zu einzelnen Veranstaltern, Veranstaltungsorten oder bereits verhängten Strafen machten die aktuellen Berichte allerdings nicht.

Die rechtlichen Unterschiede zwischen den beiden Ländern machen den Fall besonders relevant: Während Sabong auf den Philippinen unter bestimmten Bedingungen weiterhin Teil des regulierten Glücksspielangebots sein kann, ist die Durchführung entsprechender Kämpfe in Frankreich grundsätzlich verboten. Für die philippinische Botschaft steht daher die Einhaltung des französischen Rechts durch die eigene Gemeinschaft im Mittelpunkt.

ÄHNLICHE ARTIKEL

BELIEBTE ARTIKEL

Entdecke mehr von Gaming-Affairs

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen