• Baden-Württemberg will stärker gegen illegales Online-Glücksspiel vorgehen.
• Landeskabinett beschließt neue Maßnahmen gegen nicht lizenzierte Anbieter.
• Netzsperren und internationale Kooperationen im Fokus.
Illegales Online-Glücksspiel soll in Baden-Württemberg künftig deutlich wirksamer bekämpft werden. Das Landeskabinett hat vor wenigen Tagen neue Maßnahmen beschlossen, die sowohl technische Sperren als auch intensivere Ermittlungen umfassen.
Ziel ist es, den Zugang zu nicht genehmigten Glücksspielseiten zu erschweren und gleichzeitig den legalen Markt zu stärken. Ein wichtiger Bestandteil der Strategie ist die engere Zusammenarbeit zwischen Landesbehörden, Telekommunikationsanbietern und der bundesweiten Glücksspielaufsicht.
So sollen Websites ohne deutsche Glücksspiellizenz schneller identifiziert und blockiert werden. Zudem plant das Land verstärkte Aufklärungskampagnen, um Spieler über Risiken illegaler Angebote zu informieren. Dazu zählen etwa fehlender Spielerschutz oder unsichere Auszahlungsbedingungen.
Baden-Württembergs Ministerpräsident Winfried Kretschmann erklärte nach der Kabinettssitzung:
„Unser Ziel ist ein sicherer und transparenter Glücksspielmarkt (…) Illegale Anbieter gefährden den Spielerschutz und entziehen sich jeder Kontrolle.“
Die Landesregierung verweist zur Begründung ihrer Maßnahmen darauf, dass illegale Plattformen zunehmend aggressiv werben und besonders junge Nutzer ansprechen. Durch technische Maßnahmen wie Zahlungsblockaden und IP-Sperren soll deren Reichweite eingeschränkt werden. Gleichzeitig wird geprüft, wie bestehende Gesetze effizienter angewendet werden können, ohne den legalen Wettbewerb zu beeinträchtigen.
Mehr Zusammenarbeit geplant
Neben technischen Sperren sieht das Maßnahmenpaket auch eine stärkere Vernetzung der Behörden im In- und Ausland vor. Dazu sollen auch Polizei, Verbraucherschutz und Medienaufsicht enger miteinander kooperieren, um Werbung für illegale Glücksspielseiten schneller zu entfernen. Laut Kabinettsbericht spielt dabei auch die Rolle von Social Media eine wichtige Rolle, da neue Anbieter dort besonders häufig aktiv sind.
Die Landesregierung setzt zudem verstärkt auf den Austausch mit der Gemeinsamen Glücksspielbehörde der Länder (GGL). Durch Datenanalysen, schnellere Verfahren und internationale Zusammenarbeit sollen illegale Plattformen früher erkannt werden. Gleichzeitig sollen Spieler leichter legale Angebote identifizieren können.
Branchenexperten begrüßen grundsätzlich den Schritt. Sie weisen jedoch darauf hin, dass rein technische Blockaden selten dauerhaft wirken. Anbieter könnten ihre Domains schnell wechseln oder auf neue Plattformen ausweichen. Deshalb betonen Fachleute die Bedeutung von Prävention und internationaler Kooperation.
Für Baden-Württemberg markiert die Initiative einen weiteren Schritt hin zu einer strengeren Regulierung des Online-Marktes. Die Landesregierung will damit zeigen, dass ein konsequentes Vorgehen gegen illegales Online-Glücksspiel möglich ist, ohne legale Angebote zu benachteiligen. Ob die Maßnahmen langfristig Wirkung zeigen, dürfte sich in den kommenden Monaten zeigen. Mitentscheidend dürfte zudem sein, inwieweit die anderen Bundesländer bei der Initiative mitziehen.

