• Illegales Glücksspiel wächst weltweit auf gigantische Dimensionen.
• Der Schwarzmarkt erreicht laut Bericht 5,9 Billionen US-Dollar Einsatzvolumen.
• Besonders Online-Casinos und illegale Sportwetten treiben das Wachstum an.
Der weltweite Markt für illegales Online-Glücksspiel wächst offenbar deutlich schneller als viele Regulierungsbehörden erwartet haben. Laut einem neuen Bericht der Global Competition Index erreichte das Einsatzvolumen unregulierter Glücksspielangebote im Jahr 2025 rund 5,9 Billionen US-Dollar. Gemeint ist damit die gesamte Summe aller platzierten Einsätze auf illegalen oder nicht lizenzierten Plattformen weltweit.
Besonders stark wächst der Bereich der Online-Sportwetten. Laut Analyse entfallen inzwischen rund 4 Billionen US-Dollar des gesamten Schwarzmarkt-Volumens allein auf illegale Sportwetten-Angebote. Weitere etwa 1,8 Billionen US-Dollar stammen aus nicht regulierten Online-Casinos. Damit verschiebt sich der illegale Glücksspielmarkt immer stärker in digitale Bereiche.
Die Studie geht außerdem davon aus, dass der globale Schwarzmarkt inzwischen etwa 70 Prozent des gesamten weltweiten Online-Glücksspielvolumens ausmacht. Regulierte Anbieter verlieren dadurch erhebliche Marktanteile an illegale Plattformen, die oft ohne Verbraucherschutz, Alterskontrollen oder Steuerzahlungen operieren.
Charles Cohen von der Global Competition Index erklärt:
„Der illegale Markt wächst schneller als die Fähigkeit vieler Staaten, ihn wirksam zu kontrollieren.“
Besonders problematisch sei dabei, dass viele Nutzer illegale Angebote häufig kaum von regulierten Plattformen unterscheiden könnten.
Als zentrale Wachstumstreiber nennt die Studie vor allem Kryptowährungen, soziale Medien und internationale Streaming-Plattformen. Illegale Anbieter erreichen ihre Kunden inzwischen oft direkt über Influencer, Messenger-Dienste oder Werbung auf Streaming-Seiten. Gleichzeitig erschweren dezentrale Zahlungssysteme die Kontrolle durch Behörden zusätzlich.
Regulierte Märkte geraten unter Druck
Die Entwicklung sorgt weltweit für zunehmende Sorgen bei Regulierungsbehörden und legalen Glücksspielanbietern. Denn während regulierte Unternehmen Steuern zahlen und strenge Auflagen erfüllen müssen, umgehen illegale Plattformen diese Regeln oft komplett.
Laut Bericht entgehen Staaten dadurch jedes Jahr Milliarden an potenziellen Steuereinnahmen. Gleichzeitig steigt das Risiko für Geldwäsche, Betrug und problematisches Spielverhalten. Besonders kritisch sehen Experten die fehlenden Schutzmechanismen auf vielen illegalen Plattformen.
Die Studie schätzt, dass weltweit rund 80 Prozent aller Online-Glücksspiel-Websites ohne gültige lokale Lizenz operieren. Viele Anbieter sitzen dabei in Offshore-Staaten mit schwacher Regulierung. Nutzer greifen häufig trotzdem auf diese Plattformen zurück, weil dort höhere Bonusangebote, weniger Einschränkungen oder Kryptowährungen als Zahlungsmittel verfügbar sind.
Vor allem Europa und Nordamerika kämpfen laut der Analyse mit einer starken Abwanderung von Spielern auf nicht lizenzierte Sportwetten– und Casino-Angebote. In einigen Märkten sollen bereits zwischen 20 und 40 Prozent der Online-Spieler zumindest teilweise auf illegale Plattformen ausweichen. Hohe Steuern, strenge Werbevorschriften und Einsatzlimits gelten dabei als wichtige Gründe.
Die Autoren des Berichts fordern deshalb international abgestimmte Maßnahmen gegen illegale Anbieter. Dazu gehören strengere Zahlungsblockaden, bessere Zusammenarbeit zwischen Behörden und härtere Maßnahmen gegen illegale Werbung im Internet.
Trotzdem gehen viele Branchenexperten davon aus, dass der Kampf gegen den globalen Schwarzmarkt noch schwieriger werden dürfte. Gerade technologische Entwicklungen wie Kryptowährungen oder dezentrale Plattformen machen es Behörden zunehmend schwer, illegale Glücksspielangebote wirksam zu kontrollieren.

