StartStories & SkandaleRazzia nahe Las Vegas: Polizei sprengt mutmaßlichen Hahnenkampf-Ring

Razzia nahe Las Vegas: Polizei sprengt mutmaßlichen Hahnenkampf-Ring

• Illegale Hahnenkämpfe nahe Las Vegas führen zu groß angelegter Razzia.
• Behörden retten Hunderte Tiere bei Polizeiaktion in Nevada.
• Ermittler vermuten organisiertes Glücksspiel im Hintergrund.


Nahe Las Vegas haben Behörden einen mutmaßlich groß angelegten Ring für illegale Hahnenkämpfe ausgehoben. Bei einer gemeinsamen Razzia verschiedener Ermittlungsbehörden im US-Bundesstaat Nevada wurden laut offiziellen Angaben Hunderte Tiere entdeckt und zahlreiche Verdächtige überprüft. Die Ermittler sprechen von einer der größeren Aktionen dieser Art in der Region.

Nach Angaben der Polizei wurden bei dem Einsatz rund 500 Vögel sichergestellt, darunter zahlreiche Kampfhähne, die mutmaßlich gezielt für illegale Kämpfe gezüchtet worden waren. Auf dem Gelände fanden Ermittler außerdem Arenen, Ausrüstung und Hinweise auf organisierte Wettaktivitäten. Mehrere Personen wurden vorübergehend festgenommen oder identifiziert.

Die Behörden gehen davon aus, dass auf die Kämpfe hohe Geldsummen gesetzt wurden. Konkrete Beträge nannten die Ermittler zwar bislang nicht, allerdings gelten illegale Tierkämpfe in den USA häufig als eng mit illegalem Glücksspiel und anderen kriminellen Aktivitäten verbunden. Gerade in Regionen rund um Las Vegas stehen Behörden deshalb besonders unter Druck, solche Netzwerke konsequent zu verfolgen.

Besonders schockierend für Einsatzkräfte war offenbar der Zustand vieler Tiere. Einige Hähne waren verletzt oder in schlechten Haltungsbedingungen untergebracht. Tierschutzorganisationen unterstützten die Behörden deshalb direkt vor Ort bei der Versorgung und Sicherstellung der Tiere.

Während Hahnenkämpfe in den USA illegal sind, besitzen sie in einigen asiatischen Ländern weiterhin eine lange Tradition. Besonders auf den Philippinen existieren legale und illegale Wettmärkte rund um sogenannte „Sabong“-Kämpfe. Zeitweise entwickelte sich dort sogar ein milliardenschweres Online-Geschäft mit Livestream-Wetten. Auch in Teilen Indonesiens und Thailands kämpfen Behörden regelmäßig gegen illegale Tierkampf-Netzwerke und Glücksspielringe.

Die Razzia in Nevada zeigt erneut, wie stark illegales Glücksspiel oft mit anderen Delikten verknüpft ist. Ermittler betonen seit Jahren, dass Hahnenkämpfe selten isoliert auftreten. Häufig gehe es gleichzeitig um Waffenbesitz, Drogendelikte oder Geldwäsche.

In den USA sind Hahnenkämpfe inzwischen in allen 50 Bundesstaaten verboten. Trotzdem existieren weiterhin illegale Netzwerke, vor allem in ländlicheren Regionen. Nevada verschärfte seine Gesetze in den vergangenen Jahren zusätzlich, nachdem mehrere ähnliche Fälle bekannt geworden waren.

Behörden warnen vor organisierter Kriminalität

Die Ermittlungen rund um den aktuellen Fall laufen weiterhin. Behörden prüfen derzeit unter anderem digitale Kommunikationsdaten, Wettaktivitäten und mögliche Verbindungen zu überregionalen Netzwerken. Nicht ausgeschlossen wird, dass Teilnehmer auch aus anderen Bundesstaaten angereist waren.

Ein Sprecher des Nye County Sheriff’s Office erklärte zu dem aktuellen Fall:

„Diese Art von Veranstaltungen ist nicht nur grausam gegenüber Tieren, sondern häufig auch mit illegalem Glücksspiel und weiteren Straftaten verbunden.“

Nach Einschätzung von Experten haben soziale Medien und verschlüsselte Messenger-Dienste die Organisation solcher Veranstaltungen in den vergangenen Jahren erleichtert. Treffpunkte und Wettinformationen könnten dadurch kurzfristig verbreitet werden, ohne öffentlich sichtbar zu sein.

Für Tierschutzorganisationen bleibt das Thema hochsensibel. Sie verweisen darauf, dass viele Tiere speziell aggressiv gezüchtet und mit Metallsporen ausgestattet würden, um die Kämpfe möglichst brutal zu gestalten. Die Überlebenschancen der Tiere seien entsprechend gering.

Auch die Glücksspielperspektive spielt für Ermittler eine wichtige Rolle. Illegale Tierkämpfe gelten vielerorts als Teil eines Schattenmarkts, in dem hohe Bargeldsummen zirkulieren und staatliche Kontrollen umgangen werden. Gerade im Umfeld von Las Vegas wollen Behörden deshalb verhindern, dass sich dauerhafte Untergrundstrukturen etablieren.

Die aktuellen Durchsuchungen könnten daher erst der Anfang weiterer Ermittlungen sein. Denn je größer die beschlagnahmte Infrastruktur ausfällt, desto wahrscheinlicher erscheint es, dass hinter dem Ring ein professionell organisiertes Netzwerk stand.

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