• MGM Resorts könnte vor einer milliardenschweren Übernahme durch Barry Diller stehen.
• Der Medienunternehmer bietet rund 18 Milliarden US-Dollar für MGM Resorts.
• MGM-Aktie schießt nach Bekanntwerden der Offerte deutlich nach oben.
Die Konsolidierung der US-Glücksspielbranche nimmt weiter Fahrt auf. Nach Berichten von US-Medien hat der Unternehmer Barry Diller mit seiner Investmentgesellschaft People Inc. ein Übernahmeangebot für MGM Resorts International abgegeben. Das Angebot soll sich auf rund 18 Milliarden US-Dollar belaufen und zählt damit zu den größten Transaktionen, die der globale Casinomarkt in den vergangenen Jahren gesehen hat.
Die Nachricht sorgte unmittelbar für Begeisterung an der Börse. Die Aktie von MGM Resorts legte nach Bekanntwerden der Offerte zeitweise um mehr als 15 % zu und gehörte damit zu den stärksten Gewinnern des Handelstages. Anleger spekulieren darauf, dass der Vorstoß einen Bieterwettstreit auslösen oder zumindest den Unternehmenswert neu definieren könnte.
Nach aktuellen Berichten prüft MGM das Angebot derzeit gemeinsam mit Beratern und dem Verwaltungsrat. Noch ist unklar, ob die Offerte angenommen wird, oder ob weitere Interessenten auf den Plan treten könnten. In der Branche wird die Entwicklung jedoch bereits als möglicher Wendepunkt bewertet.
Wer steckt hinter Barry Diller und People Inc.?
Barry Diller zählt zu den bekanntesten Medien- und Internetinvestoren der USA. Der 84-Jährige war maßgeblich am Aufbau von Unternehmen wie Fox Broadcasting, Expedia und IAC beteiligt. Seine Investmentgesellschaft People Inc. konzentriert sich auf Medien-, Technologie- und Konsumunternehmen. Mit einer möglichen MGM-Übernahme würde Diller erstmals direkt zu einem der wichtigsten Akteure der globalen Glücksspielbranche aufsteigen.
Die Spekulationen kommen zu einer Zeit, in der der Markt ohnehin in Bewegung ist. Investoren setzen zunehmend auf Unternehmen, die klassische Casinos mit digitalen Angeboten, Sportwetten und Entertainment-Konzepten verbinden. MGM gilt dabei als eines der wertvollsten und strategisch interessantesten Ziele überhaupt.
Besonders spannend: Nur wenige Tage zuvor sorgte bereits ein weiterer Milliarden-Deal für Schlagzeilen. Die Branche erlebt derzeit eine Konzentrationswelle, wie sie seit Jahren nicht mehr zu beobachten war.
Parallel zur MGM-Offerte sorgt die geplante Übernahme von Caesars Entertainment für Aufsehen. Tilman Fertitta will den Casinoriesen für rund 17,6 Milliarden US-Dollar übernehmen. Sollte auch die MGM-Transaktion zustande kommen, würden innerhalb weniger Wochen gleich zwei der größten Casinokonzerne Amerikas den Besitzer wechseln. Das würde die Machtverhältnisse in Las Vegas und im US-Glücksspielmarkt grundlegend verändern.
Dass MGM Resorts als Übernahmeziel so begehrt ist, überrascht kaum. Das Unternehmen betreibt einige der bekanntesten Casinos und Resorts der Welt, darunter das Bellagio, das MGM Grand und Mandalay Bay in Las Vegas. Hinzu kommen Beteiligungen im Online-Glücksspiel, bei Sportwetten und internationalen Resort-Projekten.
Barry Diller von People Inc. erklärt:
„MGM ist eine außergewöhnliche Marke mit einzigartigen Vermögenswerten und großem langfristigem Potenzial.“
Auch wirtschaftlich zählt MGM zu den Schwergewichten der globalen Casino-Branche. Der Konzern erwirtschaftet jährlich Umsätze in Milliardenhöhe und verfügt über ein umfangreiches Portfolio aus Hotels, Casinos, Entertainment-Angeboten und digitalen Glücksspielplattformen. Besonders die Sportwetten-Tochter BetMGM gehört zu den wichtigsten Akteuren im stark wachsenden US-Online-Markt.
Ein weiterer Zukunftsbaustein liegt in Asien. Gemeinsam mit dem japanischen Partner Orix entwickelt MGM derzeit das erste integrierte Casino-Resort Japans in Osaka. Das Projekt gilt als eines der größten Glücksspiel- und Tourismusvorhaben der Welt und soll Investitionen von umgerechnet mehr als 8 Milliarden Euro umfassen. Die Eröffnung ist für die frühen 2030er-Jahre geplant.
Genau solche Zukunftsprojekte machen MGM für Investoren so attraktiv. Neben den etablierten Casinos in Las Vegas bietet das Unternehmen Zugang zu Wachstumsmärkten in Asien und zum boomenden Online-Geschäft in Nordamerika.
Noch ist offen, ob Barry Dillers Offerte tatsächlich zum Abschluss führt. Klar ist jedoch bereits jetzt: Die Glücksspielbranche befindet sich mitten in einer Phase tiefgreifender Veränderungen. Sollten sowohl MGM als auch Caesars den Besitzer wechseln, könnte sich die Machtbalance im globalen Casinogeschäft nachhaltig verschieben.

