• Das The Star Sydney Casino muss dank einer neuen Millionenstrafe tief in die Tasche greifen.
• Aufsichtsbehörde verhängt Geldbuße von 10 Millionen Australischen Dollar.
• Behörden kritisieren massive Versäumnisse bei Geldwäscheprävention und Spielerschutz.
Für das angeschlagene Star Casino in Sydney reißt die Negativserie nicht ab. Die New South Wales Independent Casino Commission (NICC) hat gegen den Betreiber The Star Entertainment eine weitere Geldstrafe in Höhe von 10 Millionen Australischen Dollar verhängt. Die Sanktion bezieht sich auf Verstöße im Bereich Finanzkriminalität und verantwortungsvolles Spielen und verschärft die ohnehin angespannte Lage des Konzerns weiter.
Die aktuellen Vorwürfe haben es in sich. Nach Angaben der Aufsicht ließ das Casino Kunden über lange Zeiträume zwischen 2022 und 2025 hinweg extrem hohe Einsätze platzieren, ohne ausreichende Prüfungen ihrer finanziellen Verhältnisse vorzunehmen. In mehreren Fällen sollen Spieler stunden- oder sogar tagelang nahezu ununterbrochen gespielt haben, ohne dass die vorgeschriebenen Schutzmechanismen griffen.
Besonders kritisch bewertet die Behörde die Überwachung sogenannter High Roller. Interne Prozesse zur Identitätsprüfung und zur Kontrolle der Herkunft von Geldern hätten erhebliche Schwächen aufgewiesen. Dadurch sei das Risiko von Geldwäsche und problematischem Spielverhalten deutlich erhöht worden.
Die Strafe kommt zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. The Star kämpft seit Jahren mit regulatorischen Problemen, sinkenden Einnahmen und erheblichen finanziellen Belastungen. Allein in den vergangenen Jahren summierten sich Strafen, Untersuchungskosten und Sanierungsmaßnahmen auf Hunderte Millionen Australische Dollar.
Die Probleme des Konzerns begannen nicht erst mit der aktuellen Strafe. Bereits mehrere Untersuchungen hatten gravierende Mängel bei Geldwäschekontrollen und Risikomanagement aufgedeckt. In der Folge verlor The Star zeitweise das Vertrauen der Aufsichtsbehörden und musste umfassende Reformprogramme einführen. Der Casinobetreiber steht seitdem unter intensiver Beobachtung und muss regelmäßig Fortschritte bei Compliance und Spielerschutz nachweisen. Hinzukommen Geldstrafen in zweistelliger Millionenhöhe.
Im Mittelpunkt der jüngsten Untersuchung standen unter anderem Fälle von sogenannten „Betting Marathons“. Dabei spielten einzelne Kunden über außergewöhnlich lange Zeiträume hinweg mit sehr hohen Einsätzen. Es wird von einem Spieler berichtet, der 36 Stunden an den Automaten zockte. Nach Auffassung der Aufsicht hätte das Casino deutlich früher eingreifen und die Risiken bewerten müssen.
Die Behörde kritisiert außerdem, dass Warnsignale teilweise erkannt, aber nicht konsequent verfolgt worden seien. Dadurch seien sowohl Verpflichtungen im Bereich verantwortungsvolles Glücksspiel als auch Anforderungen zur Bekämpfung von Finanzkriminalität verletzt worden.
Regulierer verlieren die Geduld
Die neue Strafe zeigt, dass die australischen Aufsichtsbehörden ihren harten Kurs gegenüber Casino-Betreibern wie Star und Crown Resorts fortsetzen. In den vergangenen Jahren wurden mehrere große Glücksspielunternehmen wegen Verstößen gegen Geldwäsche- und Spielerschutzvorschriften mit empfindlichen Sanktionen belegt.
Philip Crawford von der New South Wales Independent Casino Commission erklärt:
„Die Verstöße waren schwerwiegend und hätten niemals auftreten dürfen.“
Für The Star geht es inzwischen um weit mehr als einzelne Bußgelder. Das Unternehmen kämpft weiterhin darum, seine Lizenzauflagen zu erfüllen und das Vertrauen von Politik, Regulierern und Investoren zurückzugewinnen. Jeder neue Verstoß erschwert diesen Prozess zusätzlich.
Hinzu kommt die wirtschaftliche Dimension. Das Unternehmen befindet sich seit geraumer Zeit in einer angespannten finanziellen Situation. Analysten beobachten genau, ob die laufenden Restrukturierungsmaßnahmen ausreichen werden, um den Casinokonzern langfristig zu stabilisieren.
Die aktuelle Strafe von 10 Millionen Australischen Dollar mag im Vergleich zu früheren Sanktionen überschaubar erscheinen, ihre Signalwirkung ist jedoch erheblich. Die Aufsicht macht deutlich, dass historische Verstöße auch Jahre später noch Konsequenzen haben können.
Für die gesamte Branche ist der Fall ein weiteres Warnsignal. Australien zählt mittlerweile zu den Ländern mit den strengsten Kontrollen im Glücksspielsektor. Wer bei Geldwäscheprävention oder Spielerschutz versagt, muss zunehmend mit hohen Strafen, Lizenzrisiken und erheblichem Reputationsschaden rechnen.

