StartCasinosNach 18 Mrd.-Offerte: Droht MGM Verlust seiner asiatischen Casinos?

Nach 18 Mrd.-Offerte: Droht MGM Verlust seiner asiatischen Casinos?

• MGM-Casinos in Macau und Japan könnten nach Übernahme auf den Prüfstand kommen.
• Analysten halten Verkäufe asiatischer Beteiligungen für möglich.
• Die Zukunft milliardenschwerer Casino-Projekte steht plötzlich zur Diskussion.


Die milliardenschwere Übernahmeofferte von Barry Dillers People Inc. für MGM Resorts sorgt nicht nur in Las Vegas für Aufsehen. Auch in Asien verfolgen Investoren die Entwicklung mit großer Aufmerksamkeit. Analysten halten es inzwischen für möglich, dass MGM Resorts im Falle eines erfolgreichen Verkaufs Teile seines internationalen Casino-Portfolios abstoßen könnte. Darunter fallen auch die ebenso wichtigen wie lukrativen Beteiligungen in Macau und Japan.

Besonders brisant wäre ein solcher Schritt in Macau. Dort hält MGM Resorts 56 % an MGM China, einem der sechs konzessionierten Casino-Betreiber der Glücksspielmetropole. Die Tochtergesellschaft betreibt mit MGM Macau und MGM Cotai zwei der wichtigsten Casino-Resorts der Region. Für MGM Resorts ist Macau seit Jahren einer der bedeutendsten internationalen Wachstumsmärkte.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Beteiligung ist enorm. MGM China erwirtschaftete im Geschäftsjahr 2025 einen Umsatz von umgerechnet rund 4 Milliarden US-Dollar und erreichte einen Marktanteil von etwa 16 % am gesamten Macau-Casinomarkt. Nach der Pandemie entwickelte sich das Unternehmen sogar stärker als einige Wettbewerber und gewann zusätzliche Marktanteile hinzu.

Genau deshalb beobachten Analysten die Übernahmepläne so genau. Sollte People Inc. tatsächlich die Kontrolle über MGM Resorts übernehmen, könnten Investoren die asiatischen Beteiligungen neu bewerten. Einige Experten halten Verkäufe einzelner Geschäftsbereiche für denkbar, um den Kaufpreis von rund 18 Milliarden US-Dollar teilweise zu refinanzieren.

Parallel zu seinen Aktivitäten in Macau entwickelt MGM in Japan eines der größten Glücksspielprojekte der Welt. Gemeinsam mit dem Partner Orix entsteht in Osaka das erste integrierte Casino-Resort Japans. Die Investitionssumme liegt bei rund 1,27 Billionen Yen beziehungsweise etwa 8 Milliarden Euro. Geplant sind Casinos, Hotels, Konferenzzentren und Unterhaltungsangebote. Die Eröffnung ist für das Jahr 2030 vorgesehen.

Allerdings betonen mehrere Analysten, dass bislang keine konkrete Entscheidung über einen Verkauf asiatischer Vermögenswerte getroffen wurde. Die Diskussion basiert vor allem auf möglichen strategischen Überlegungen nach einem Eigentümerwechsel. Dennoch reicht bereits die Spekulation aus, um Investoren und Branchenbeobachter aufmerksam werden zu lassen.

Für Macau wäre ein Eigentümerwechsel besonders sensibel. Die Behörden achten traditionell sehr genau darauf, wer hinter den Casinokonzessionen steht. Veränderungen in der Eigentümerstruktur könnten daher regulatorische Prüfungen oder zusätzliche Genehmigungsverfahren auslösen.

Analysten sehen strategische Neuausrichtung als möglich

Die Unsicherheit wird zusätzlich dadurch verstärkt, dass Barry Diller bislang vor allem als Medien- und Technologieinvestor bekannt ist. Seine Beteiligungsgesellschaft People Inc. verfügt zwar über umfangreiche Erfahrung bei großen Unternehmensübernahmen, besitzt jedoch keine vergleichbare Historie im internationalen Casino-Business.

Der Finanzexperte Carlo Santarelli von der Deutschen Bank erklärt:

„Ein neuer Eigentümer könnte die internationalen Beteiligungen von MGM neu bewerten und strategische Alternativen prüfen.“

Vor allem das Japan-Projekt gilt als potenzieller Diskussionspunkt. Der Bau des Resorts in Osaka bindet Milliardenbeträge über viele Jahre hinweg. Einige Analysten argumentieren daher, dass ein neuer Eigentümer möglicherweise weniger Interesse an langfristigen Infrastrukturprojekten haben könnte als das bisherige Management.

Andererseits gelten sowohl Macau als auch Japan als seltene und äußerst wertvolle Casino-Lizenzen. Gerade weil neue Konzessionen in diesen Märkten nur äußerst selten vergeben werden, sehen viele Experten die Beteiligungen als strategische Kronjuwelen des Konzerns. Ein Verkauf wäre deshalb keineswegs selbstverständlich.

Die Diskussion zeigt vor allem, welche Tragweite die mögliche Übernahme von MGM Resorts besitzt. Es geht längst nicht nur um die berühmten Casinos in Las Vegas, sondern um ein globales Glücksspielimperium mit Beteiligungen in einigen der attraktivsten Märkte der Welt.

Noch ist unklar, ob Barry Dillers Offerte tatsächlich zum Abschluss kommt. Sollte die Übernahme jedoch Realität werden, könnten die Folgen weit über die USA hinausreichen. Dann würde sich nicht nur die Eigentümerstruktur von MGM verändern – sondern möglicherweise auch die Zukunft einiger der größten Casino-Märkte der Welt.

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