StartRecht & BusinessGesetzeKein Roulette & Co.: Philippinen verbieten Beamten den Casino-Besuch

Kein Roulette & Co.: Philippinen verbieten Beamten den Casino-Besuch

• Auf den Philippinen wird vielen Beamten der Casino-Besuch künftig strenger verwehrt.
• Rund 50.000 bis 60.000 Justiz-Mitarbeitende sollen auf die nationale Sperrliste.
• Regierung verschärft damit den Zugriff auf ein altes, aber offenbar löchriges Verbot.


Auf den Philippinen kommt für viele Beamte ein Verbot des Casino-Besuchs zu. Das philippinische Justizministerium (DOJ) hat mit der Glücksspielaufsicht PAGCOR eine Vereinbarung geschlossen, nach der die Daten sämtlicher DOJ-Mitarbeiter in die nationale Sperrdatei für Casinos eingespeist werden. Das Ziel ist klar: Wer im Staatsdienst arbeitet, soll gar nicht erst auf den Casino-Floor gelangen.

Die Größenordnung ist beachtlich. Je nach Quelle betrifft der Schritt mehr als 50.000 bzw. rund 60.000 Beschäftigte des DOJ und seiner angeschlossenen Behörden. Dazu zählen unter anderem das nationale Ermittlungsbüro, die Strafvollzugsbehörde, die Staats- und Generalstaatsanwaltschaft sowie weitere Einrichtungen.

Neu ist das Grundprinzip zwar nicht. Regierungsmitarbeitende dürfen auf den Philippinen schon seit einem Erlass von 1869 nicht in Casinos spielen. Künftig aber soll die Durchsetzung deutlich digitaler und präziser werden. Statt sich auf Sichtkontrollen oder Zufallstreffer zu verlassen, will die Behörde PAGCOR die Sperre über einen systematischen Datenabgleich direkt an den Casinoeingängen umsetzen.

Fredderick Vida, Justizminister der Philippinen, betonte:

„Die Anwesenheit von Regierungsbeamten und -mitarbeitern in Glücksspieleinrichtungen untergräbt die ethischen Standards, die wir zu wahren geschworen haben.“

Der Hintergrund ist klar: Die bisherigen Kontrollen waren offensichtlich lückenhaft. PAGCOR-Chef Alejandro Tengco sagte, dass aktuell nur rund 600.000 Namen in der Sperrdatenbank stehen – bei insgesamt etwa 4,5 Millionen Regierungsangestellten und Beamten im Land. Anders gesagt: Ein Großteil der eigentlich gesperrten Personen war bislang offenbar gar nicht sauber im System erfasst.

Alte Regel, neue Härte

Dass die Glücksspielbehörde das Thema ernst meint, zeigt auch eine andere Zahl: Laut Tengco wurden bereits 310 Millionen philippinische Peso (umgerechnet rund 5 Millionen Euro) an Gewinnen annulliert, nachdem sich herausstellte, dass gesperrte Personen – darunter Staatsbedienstete – trotzdem gespielt hatten.

Politisch ist der Schritt deshalb interessant, weil er mehr ist als eine reine Compliance-Maßnahme. Gerade in einem Land, in dem Glücksspiel wirtschaftlich relevant und politisch sensibel zugleich ist, will die Regierung offenbar sichtbarer zeigen, dass sie Interessenkonflikte und öffentliche Glaubwürdigkeitsprobleme ernster nimmt. Ähnliche Tendenzen zur Beschränkung des Glücksspiels für Staatsbedienstete gibt es bspw. auch in den USA.

Die philippinische Sperrdatei NDRP (National Database of Restricted Persons) umfasst nicht nur Staatsbedienstete. Auch Personen mit Selbstausschluss, familiärem Ausschluss oder Ausschluss durch lizenzierte Betreiber können dort landen. PAGCOR nutzt die Liste, um den Zutritt zu regulierten Casinos und Teilen des legalen Online-Markts zu blockieren.

Ob das Modell nun Schule macht, wird sich schnell zeigen. Die staatlichen Regulierer bezeichnen die Vereinbarung mit dem Justizministerium als erste ihrer Art mit einer Regierungsbehörde. Wenn weitere Ministerien folgen, könnte daraus ein deutlich größerer Compliance-Umbau werden. Damit einhergehen würde ein spürbar schärferes Kontrollregime für den Casinozugang auf den Philippinen.

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