• Ex-NBA-Profi Damon Jones gesteht Beteiligung an Glücksspielbetrug.
• Insiderwissen und manipulierte Poker-Runden im Zentrum des Falls.
• Millionenbetrug und über 30 Festnahmen im Umfeld des Spielers.
Damon Jones hat seine Rolle in einem groß angelegten Betrug rund um das Glücksspiel gestanden. Der frühere NBA-Spieler und spätere Assistenztrainer hat sich vor einem Bundesgericht in New York schuldig bekannt, Teil eines groß angelegten illegalen Glücksspielnetzwerks gewesen zu sein.
Der 49-Jährige ist damit der erste Angeklagte in einem Fall, der mehr als 30 Festnahmen umfasst – darunter mutmaßliche Mitglieder der organisierten Kriminalität sowie weitere Personen aus dem Basketball-Umfeld. Jones räumte ein, an zwei zentralen Betrugsmodellen beteiligt gewesen zu sein: manipulierte Poker-Spiele und illegale Sportwetten mithilfe von Insiderinformationen.
Damon Jones selbst äußerte sich im Rahmen des Verfahrens reumütig. Vor dem Richter erklärte er:
„Ich übernehme die Verantwortung für meine Rolle und weiß, dass meine Entscheidungen falsch waren.“
Konkret gab Jones zu, zwischen 2022 und 2024 vertrauliche Informationen aus dem NBA-Umfeld weitergegeben zu haben. Dazu gehörten unter anderem nicht öffentliche Details über Verletzungen von Spielern wie LeBron James. Diese Informationen wurden genutzt, um Wetten bei großen Plattformen wie DraftKings oder FanDuel gezielt zu platzieren und Gewinne zu maximieren.
Parallel dazu spielte Jones eine Schlüsselrolle bei sogenannten „High-Stakes“-Poker-Runden. Diese Spiele waren gezielt manipuliert: Mit technischer Hilfe wie präparierten Mischmaschinen oder speziellen Tischen wurden Teilnehmer systematisch getäuscht. Insgesamt sollen Spieler dabei um mehr als 9,5 Millionen US-Dollar betrogen worden sein.
Ein Vertreter der Staatsanwaltschaft in New York betonte Jones‘ tragende Rolle in dem System:
„Der Angeklagte nutzte seine Stellung und sein Insiderwissen, um das System gezielt zu manipulieren und sich unrechtmäßig zu bereichern.“
Der Sportstar selbst fungierte dabei als eine Art Aushängeschild. Seine Bekanntheit als Ex-Profi sollte Vertrauen schaffen und wohlhabende Spieler anlocken. Für seine Beteiligung akzeptierte er im Rahmen des Deals auch die Einziehung von mindestens 73.000 US-Dollar aus illegalen Gewinnen.
Ein Netzwerk mit mafiösen Strukturen
Der Fall ist Teil einer deutlich größeren Ermittlung, die bereits 2025 ins Rollen kam. Damals wurden insgesamt 34 Personen angeklagt, darunter auch bekannte Namen aus dem erweiterten Basketball-Umfeld.
Die Behörden gehen davon aus, dass organisierte Kriminalität hinter den Poker-Runden steckt. Dabei kamen teils hoch entwickelte Technologien zum Einsatz, um Karten sichtbar zu machen oder Spielverläufe zu kontrollieren. Gleichzeitig wurden Sportwetten gezielt durch Insiderwissen beeinflusst.
In einem weiteren Glücksspielskandal zeigt sich der Angeklagte weniger einsichtig. Ein US-Soldat steht im Verdacht, auf der Plattform Polymarket Insiderwissen über eine mögliche Festnahme von Venezuelas Präsident Nicolás Maduro genutzt zu haben. Anders als Jones bekannte er sich jedoch nicht schuldig.
Für Jones könnte das Geständnis strafmildernd wirken. Dennoch drohen ihm mehrere Jahre Haft: Für die Wettbetrugs-Vorwürfe stehen 21 bis 27 Monate im Raum, für die Poker-Betrugsfälle sogar bis zu 63 Monate. Die endgültige Urteilsverkündung ist für den 6. Januar 2027 angesetzt.
Der Fall des Ex-NBA-Stars zeigt eindrücklich, wie eng Sport, Insiderwissen und illegales Glücksspiel inzwischen miteinander verwoben sein können. Für die NBA und die Behörden ist er ein Weckruf und möglicherweise erst der Anfang weiterer Enthüllungen.

