• Illegale Wettanbieter in Südkorea sollen mit einem Belohnungssystem stärker bekämpft werden.
• Für Hinweise auf Betreiber, Spielmanipulation und verdächtige Finanzströme winken hohe Prämien.
• Die Behörden setzen auf Bürgerhinweise, um den Schwarzmarkt wirksamer einzudämmen.
Illegale Wettanbieter in Südkorea geraten stärker ins Visier der Behörden. Nun haben staatliche Stellen und die mit dem legalen Sportwettangebot verbundene Organisation ihr Belohnungssystem für Hinweisgeber ausgeweitet. Bürger sollen damit motiviert werden, Betreiber illegaler Sportwettenseiten zu melden. Im Mittelpunkt steht die Hoffnung, den anhaltend großen Schwarzmarkt mithilfe konkreter Hinweise wirksamer zu bekämpfen.
Besonders auffällig ist die Höhe der möglichen Prämien. Für Hinweise auf Betreiber illegaler Wettangebote können laut Berichten bis zu 200 Millionen Won gezahlt werden. Umgerechnet entspricht das über 116.000 Euro.
Ein Vertreter des Initiators Korea Sports Leisure Co. sagte gegenüber Medien:
„Für Hinweise auf den Betrieb illegaler Sportwetten können hohe Belohnungen gezahlt werden.“
Damit macht die zuständige Institution deutlich, dass sie vor allem an Informationen interessiert ist, die direkt zu den Hintermännern führen und nicht nur einzelne Nutzer erfassen. Das System umfasst dabei nicht nur Meldungen zu illegalen Webseiten, sondern auch Informationen zu Matchfixing, zu weiteren Regelverstößen im Bereich Sportwetten und zu Finanzverbindungen, die den illegalen Markt stützen könnten.
Die Initiative ist nicht völlig neu, wird nun aber sichtbar offensiver kommuniziert. Bereits 2025 hatte Südkorea Hinweisgebern insgesamt umgerechnet mehr als 300.000 Euro für erfolgreiche Meldungen ausgezahlt. Das zeigt, dass die Behörden auf das Instrument nicht nur symbolisch setzen, sondern es als praktisches Mittel in der Schwarzmarktbekämpfung betrachten. Gleichzeitig deutet die erneute Ausweitung darauf hin, dass illegale Angebote weiterhin als ernstes gesellschaftliches Problem gelten.
Bürgerhinweise als Teil einer härteren Abschreckungsstrategie
Der Staat setzt dabei auf ein mehrstufiges Modell. Nicht jeder Hinweis wird mit der gleichen Summe belohnt: Größere Prämien sind für Informationen vorgesehen, die zur Identifizierung von Organisatoren oder zu besonders schweren Verstößen führen.
Niedrigere Beträge gibt es laut früheren Angaben etwa für bestätigte Hinweise auf verknüpfte Kontonummern oder technische Spuren einzelner Seiten. So soll die Bevölkerung in unterschiedlichen Bereichen zur Mithilfe bewegt werden.
Infokasten
Südkorea hat eines der strengsten Glücksspielgesetze Asiens. Für Einheimische sind die meisten Casinoangebote verboten, als große Ausnahme gilt nur Kangwon Land. Auch viele Online-Glücksspiele und private Sportwetten sind untersagt. Erlaubt sind nur staatlich kontrollierte oder speziell lizenzierte Angebote.
Der politische Hintergrund ist klar: Illegale Sportwetten werden in Südkorea nicht nur als Verstoß gegen Glücksspielrecht gesehen, sondern auch als Risiko für die Integrität des Sports. Gerade der Hinweis auf Spielmanipulationen zeigt, dass Behörden den Zusammenhang zwischen Schwarzmarkt, kriminellen Netzwerken und Wettbewerbsverzerrung besonders ernst nehmen. Bürgerhinweise sollen deshalb nicht nur Webseiten schließen helfen, sondern im Idealfall ganze Strukturen offenlegen.
Hinzukommt, dass der digitale Schwarzmarkt grenzüberschreitend funktioniert. Viele illegale Angebote operieren über ausländische Domains, Zahlungswege und Server, obwohl sie koreanische Kunden ansprechen. Genau deshalb sind Informationen aus der Bevölkerung für Ermittler oft wertvoll: Sie liefern konkrete Einstiege für Untersuchungen, die rein technisch oder von Amts wegen nur schwer anzustoßen wären.
Die Ausweitung des Belohnungssystems ist damit ein Signal in zwei Richtungen. Nach außen soll es potenzielle Betreiber und Helfer illegaler Wettseiten abschrecken. Nach innen will der Staat zeigen, dass er legale und illegale Angebote klar trennt und Verstöße nicht als Randphänomen hinnimmt. Für Südkorea ist das ein weiterer Schritt hin zu einer härteren, stärker auf Durchsetzung ausgerichteten Glücksspielpolitik.

