StartRecht & BusinessSpielerschutzAb 21 Jahren: Bremen will Mindestalter für Online-Glücksspiel anheben

Ab 21 Jahren: Bremen will Mindestalter für Online-Glücksspiel anheben

• Das Mindestalter für Online-Glücksspiel steht im Mittelpunkt eines neuen Vorstoßes der Innenbehörde von Bremen.
• Innensenatorin Eva Högl will die Altersgrenze im Netz von 18 auf 21 Jahre anheben.
• Hintergrund ist vor allem das erhöhte Suchtrisiko bei 18- bis 25-Jährigen.


Bremen will das Mindestalter für Online-Glücksspiel deutlich anheben und so für einen besseren Jugendschutz im Netz sorgen. Die Bremer Innenbehörde drängt darauf, das Mindestalter für Online-Glücksspiel bundesweit von derzeit 18 auf 21 Jahre anzuheben. Der Vorstoß kommt von Innensenatorin Eva Högl (SPD), die damit eine aus ihrer Sicht bestehende Lücke zwischen digitalem und stationärem Glücksspiel schließen will.

Der Hintergrund: In Bremen gilt für den Besuch einer Spielhalle bereits seit 2022 ein Mindestalter von 21 Jahren. Wer jedoch online über Smartphone oder Laptop spielen will, darf das bislang schon mit 18 Jahren. Genau diese Differenz hält die Innenbehörde für problematisch, weil sie den Schutz junger Erwachsener im digitalen Bereich schwächt.

Högl begründet ihren Vorstoß mit aktuellen Forschungsergebnissen und verweist auf den Glücksspiel-Survey 2025. Demnach zählen insbesondere 18- bis 25-Jährige zu jener Altersgruppe, die ein erhöhtes Risiko für glücksspielbezogene Probleme aufweist.

Die Bremer Innensenatorin erklärt dazu:

„Wer junge Menschen vor Glücksspielsucht schützen will, darf nicht bei der Eingangstür einer Spielhalle aufhören.“

Damit macht Eva Högl deutlich, dass sie einen einheitlichen Schutzstandard für stationäre und digitale Angebote anstrebt. Dieser verstärkte Spielerschutz soll nach ihrem Willen dann im gesamten Bundesgebiet gelten.

Bremen will seine strengeren Regeln ins Internet übertragen

Bremen hat die Regulierung im landbasierten Glücksspiel schon vor einigen Jahren deutlich verschärft. Ziel dieser Maßnahmen war es, die Verfügbarkeit entsprechender Angebote zu verringern und vor allem junge Menschen besser zu schützen.

Infokasten

Bremen gehört bei Spielhallen und Wettbüros zu den strengeren Bundesländern. Seit 2022 gilt dort ein Zutrittsalter von 21 Jahren für Spielhallen. Außerdem wurde der Mindestabstand zwischen Spielhallen und Wettvermittlungsstellen von 250 auf 500 Meter erhöht, um die Angebotsdichte in der Stadt zu verringern.

Im Online-Bereich kann Bremen solche Regeln allerdings nicht allein festlegen. Zuständig ist dort seit Juli 2022 die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL), die für ganz Deutschland einheitliche Vorgaben umsetzt. Derzeit gilt deshalb bundesweit weiter die Altersgrenze von 18 Jahren für legales Online-Glücksspiel. Bremen ist nach Angaben der Innenbehörde bislang das einzige Bundesland, das im stationären Bereich bereits auf 21 Jahre angehoben hat.

Die Initiative kommt in einer Phase, in der der Glücksspielstaatsvertrag ohnehin evaluiert wird. Genau dort will Högl ihren Vorschlag einbringen und die anderen Länder davon überzeugen, die bestehende Altersgrenze im Netz nach oben zu setzen. Aus Sicht der Bremer Innenbehörde würde damit das Schutzniveau im Internet an die strengeren Spielerschutzregeln für Spielhallen angepasst.

Politisch dürfte der Vorstoß auf erheblichen Widerstand stoßen, denn eine bundesweite Anhebung auf 21 Jahre würde für Anbieter und Länder eine neue Debatte über Jugendschutz, Regulierung und Marktgrenzen auslösen. Gleichzeitig kann Bremen mit Verweis auf seine bisherigen Regeln argumentieren, dass strengere Vorgaben bereits praktisch erprobt sind. Der Vorstoß zeigt damit, dass die Diskussion um Online-Glücksspiel in Deutschland zunehmend von der Frage geprägt wird, wie weit staatlicher Schutz gerade für junge Erwachsene reichen soll.

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