StartRecht & BusinessSpielerschutzSüdkoreas Jugend verstärkt im Sog des Online-Glücksspiels

Südkoreas Jugend verstärkt im Sog des Online-Glücksspiels

• Online-Glücksspiel wird für Jugendliche in Südkorea zunehmend zum Problem.
• 5.838 Jugendliche erhielten 2025 Beratung oder Behandlung.
• Eine Studie zeigt zudem Risiken der zunehmenden Digitalisierung.


Probleme mit Online-Glücksspiel unter Jugendlichen in Südkorea haben sich 2025 deutlich verschärft. Nach Daten der National Gambling Control Commission erhielten im vergangenen Jahr 5.838 Personen im Alter von bis zu 19 Jahren wegen Glücksspielproblemen eine Beratung oder Behandlung.

Gegenüber 2024 entspricht das einem Anstieg von 40,9 Prozent. Besonders häufig ging es um illegales Online-Glücksspiel, das 57,7 Prozent der erfassten Fälle ausmachte. Gleichzeitig zeigt sich eine erhebliche Lücke zwischen der Erkennung gefährdeter Jugendlicher und der tatsächlichen Vermittlung an spezialisierte Hilfsangebote.

Südkorea hat seine Präventionsmaßnahmen auch deshalb ausgeweitet. Im Jahr 2025 wurden nach den vorliegenden Angaben mehr als 1,73 Millionen Menschen durch rund 25.000 Präventionsveranstaltungen erreicht. Eine systematische Bewertung der Wirkung vor und nach den Schulungen wurde allerdings erst im zweiten Halbjahr 2026 eingeführt. Zudem verpflichtet eine Gesetzesänderung Schulen dazu, Schülerinnen und Schüler der Grund-, Mittel- und Oberschulen mindestens zweimal pro Jahr über die Risiken von Glücksspiel zu informieren.

2025 wurden insgesamt 24.474 Jugendliche als Hochrisikogruppe eingestuft. An die Korea Problem Gambling Agency, die Prävention, Beratung und Rehabilitation anbietet, wurden davon jedoch lediglich 1.235 Jugendliche weitergeleitet.

Online-Angebote erhöhen die Zugänglichkeit

Auch eine aktuelle Untersuchung zur Entwicklung des digitalen Glücksspiels liefert zusätzliche Hinweise auf die Bedeutung mobiler Angebote. Eine am 18. September 2026 im Journal of Gambling Studies veröffentlichte Studie untersuchte 1.929 Erwachsene im Alter von 18 bis 35 Jahren in der südkoreanischen Region Daegu-Gyeongsangbuk-do. Die Befragung wurde online und über mobile Fragebögen durchgeführt.

Die Wissenschaftler der Kyungpook National University untersuchten dabei den Zusammenhang zwischen finanziellen Belastungen, depressiven Symptomen, geringer Selbstkontrolle und der Schwere von Glücksspielproblemen. Die Ergebnisse zeigten insbesondere einen signifikanten Zusammenhang zwischen depressiven Symptomen und stärker ausgeprägten.

Lim Oh-kyeong, Abgeordnete der Demokratischen Partei Südkoreas, fordert einen besseren Schutz:

 „Wir müssen das Leistungsmanagementsystem unserer Präventionspolitik umfassend überarbeiten, um den Schutz von Jugendlichen sicherzustellen.“

Sie fordert insbesondere eine bessere Begleitung der Jugendlichen von der Erkennung eines Risikos über Beratung und Behandlung bis hin zur Rückfallprävention und der Blockierung des Zugangs zu illegalen Websites.

Demnach bringen mobile Plattformen junge Menschen immer häufiger mit Glücksspiel und anderen ausgabenorientierten Angeboten in Kontakt. Eine 2026 veröffentlichte wissenschaftliche Untersuchung zu südkoreanischen Jugendlichen kam ebenfalls zu dem Ergebnis, dass Online-Glücksspiel mit einer höheren Schwere problematischer Verhaltensweisen verbunden war.

Eine separate Erhebung der Korea Problem Gambling Agency aus dem Jahr 2025 bezog 13.481 Schüler an 633 Schulen ein. 4 Prozent gaben an, mindestens einmal Glücksspiel betrieben zu haben. Von diesen Jugendlichen spielten 19,4 Prozent auch während des sechsmonatigen Untersuchungszeitraums weiter, gegenüber 19,1 Prozent im Jahr 2024. Hochgerechnet entspricht die Zahl der Jugendlichen mit Glücksspielerfahrung etwa 157.000, darunter rund 30.000, die zuletzt weitergespielt hatten.

Die Entwicklung betrifft damit verschiedene Altersgruppen und reicht von ersten Glücksspielerfahrungen im Schulalter bis zu jungen Erwachsenen. Während die aktuellen Beratungszahlen vor allem die Gruppe bis 19 Jahre erfassen, zeigt die Studie mit den 18- bis 35-Jährigen, dass die Digitalisierung auch darüber hinaus mit einer stärkeren Verfügbarkeit von Glücksspielangeboten verbunden ist.

Für die Präventionspolitik ergibt sich daraus eine doppelte Herausforderung. Einerseits müssen Jugendliche, bei denen bereits ein problematisches Verhalten erkannt wurde, schneller mit Beratungs- und Therapieangeboten verbunden werden. Andererseits geht es darum, den Zugang zu illegalen Online-Angeboten möglichst früh zu erschweren.

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