• NBA-Wettskandal weitet sich auf weitere Spieler aus.
• Malik Beasley und Ed Davis wurden von einer Grand Jury angeklagt.
• Ermittlungen richten sich gegen ein millionenschweres Wettnetzwerk.
Der Wettskandal im US-Profibasketball nimmt immer größere Ausmaße an. Mit Malik Beasley und Ed Davis hat eine Grand Jury im US-Bundesstaat New York nun zwei weitere ehemalige NBA-Profis angeklagt.
Nach Angaben der Bundesstaatsanwaltschaft sollen beide Teil eines organisierten Netzwerks gewesen sein, das mit manipulierten Spielerwetten und Absprachen Millionenbeträge umgesetzt haben soll. Die neuen Anklagen zeigen, dass die Ermittlungen längst über einzelne Spieler hinausgehen und sich zunehmend auf ein größeres kriminelles System konzentrieren.
Verschwörung zum Wettbetrug?
Den Beschuldigten werden unter anderem Verschwörung zum Sportwettenbetrug sowie Überweisungsbetrug (Wire Fraud) vorgeworfen. Die Ermittler gehen davon aus, dass gezielt auf sogenannte Player Props gesetzt wurde – also auf individuelle Spielerstatistiken wie Punkte, Rebounds oder Assists. Solche Wettmärkte gelten als besonders anfällig für Manipulationen, weil bereits einzelne Aktionen eines Spielers den Ausgang einer Wette beeinflussen können.
Nach Angaben der Staatsanwaltschaft operierte das Netzwerk über mehrere Jahre und nutzte verschiedene Wettkonten sowie Strohmänner, um hohe Einsätze zu verschleiern. Die Ermittlungen werden gemeinsam vom Federal Bureau of Investigation (FBI) und der Bundesstaatsanwaltschaft geführt.
Die Ermittlungen gegen Terry Rozier
Bereits Anfang Juni geriet Terry Rozier ins Visier der Ermittler. Damals wurden Untersuchungen zu auffälligen Spielerwetten auf einzelne Statistiken des NBA-Profis bekannt. Im Mittelpunkt standen ungewöhnliche Wettbewegungen rund um ein Spiel aus dem Jahr 2023. Rozier wurde bislang nicht angeklagt, die Ermittlungen dauern jedoch an. Der Fall gilt als wichtiger Baustein bei der Aufarbeitung möglicher Wettmanipulationen im amerikanischen Profibasketball.
Die neuen Anklagen knüpfen unmittelbar an frühere Verfahren an. Bereits in den vergangenen Monaten hatten die Behörden mehrere Personen festgenommen, denen Manipulationen im Zusammenhang mit NBA-Spielen vorgeworfen werden. Besonders der Fall um den ehemaligen NBA-Spieler Jontay Porter, der lebenslang von der Liga ausgeschlossen wurde, hatte die Debatte über die Integrität des Sports neu entfacht.
Experten gehen davon aus, dass die aktuelle Anklageschrift nur einen Teil der gesamten Ermittlungen abbildet. Weitere Verfahren könnten folgen, da die Behörden weiterhin Wettdaten, Kommunikationsverläufe und Finanztransaktionen auswerten.
Behörden sprechen von organisiertem Netzwerk
Nach Darstellung der Ermittler handelte es sich nicht um einzelne isolierte Vorfälle. Vielmehr soll ein professionell organisiertes Netzwerk gezielt Spieler angeworben haben, um bestimmte Wettmärkte zu manipulieren. Dabei seien hohe Summen über unterschiedliche Wettplattformen platziert worden.
Die Staatsanwaltschaft wirft den Beschuldigten vor, vertrauliche Informationen genutzt oder sportliche Leistungen bewusst beeinflusst zu haben. Ziel sei gewesen, Wettgewinne mit möglichst geringem Risiko zu erzielen. Wie hoch der insgesamt erzielte Gewinn ausfiel, wurde bislang nicht veröffentlicht.
Jay Clayton, kommissarischer Bundesstaatsanwalt für den Southern District of New York, erklärt:
„Wer versucht, professionelle Sportwettbewerbe zu manipulieren, betrügt Fans, Wettanbieter und die Integrität des Sports gleichermaßen.“
Nach Angaben der Ermittler konnten verdächtige Wettmuster durch moderne Überwachungssysteme identifiziert werden. Auffällige Einsätze auf ungewöhnliche Spielerwetten lösten schließlich die umfangreichen Untersuchungen aus.
NBA verstärkt den Kampf gegen Wettbetrug
Für die NBA kommt der neue Skandal zu einem denkbar ungünstigen Zeitpunkt. Seit der Legalisierung von Sportwetten in zahlreichen US-Bundesstaaten arbeitet die Liga eng mit Wettanbietern und Integritätsdienstleistern zusammen. Ziel ist es, verdächtige Wettbewegungen möglichst früh zu erkennen und Manipulationen zu verhindern.
Der aktuelle Fall zeigt jedoch, dass insbesondere Spielerwetten weiterhin als besonders anfällig gelten. Anders als klassische Siegwetten können einzelne Statistiken theoretisch bereits durch wenige Aktionen beeinflusst werden. Genau deshalb stehen sogenannte Player Props inzwischen weltweit verstärkt unter Beobachtung der Regulierungsbehörden.
Branchenexperten rechnen damit, dass Wettanbieter ihre Kontrollen weiter verschärfen werden. Bereits heute werden ungewöhnliche Einsatzmuster in Echtzeit analysiert und an Sportverbände oder Ermittlungsbehörden gemeldet. Gleichzeitig diskutieren mehrere US-Bundesstaaten darüber, bestimmte Spielerwetten künftig einzuschränken oder ganz zu verbieten.
Für Malik Beasley und Ed Davis gilt weiterhin die Unschuldsvermutung. Die Anklagen markieren jedoch einen weiteren Höhepunkt in einer Affäre, die das Vertrauen in den amerikanischen Profibasketball erschüttert. Sollte sich der Verdacht eines groß angelegten Wettnetzwerks bestätigen, könnte dies weitreichende Folgen für die Regulierung von Sportwetten und den Umgang mit Spielerwetten in den USA haben.

