• Online-Casinos überholen auf den Philippinen erstmals klassische Casinos.
• digitale Glücksspielsektor erreicht einen Umsatz von 201,12 Milliarden PHP.
• Markt wächst trotz des Verbots der POGO-Anbieter um 6,39 Prozent.
Der Glücksspielmarkt auf den Philippinen hat zuletzt einen deutlichen Strukturwandel erlebt. Nach Angaben der Philippine Amusement and Gaming Corporation (PAGCOR) erreichte 2025 der gesamte Bruttospielertrag (GGR) 396,14 Milliarden philippinische Pesos, umgerechnet rund 5,55 Milliarden Euro. Damit lag das Ergebnis 6,39 Prozent über dem Vorjahreswert von 372,33 Milliarden PHP beziehungsweise rund 5,22 Milliarden Euro.
Für die Verschiebung der Kräfte war vor allem das Wachstum des elektronischen und Online-Glücksspiels verantwortlich. Das entsprechende Segment erwirtschaftete rund 2,82 Milliarden Euro, und steigerte seinen GGR damit um 30,04 Prozent gegenüber 2,17 Milliarden Euro im Jahr 2024. Der Anteil am gesamten Glücksspielumsatz lag bei 50,77 Prozent.
PAGCOR fasst unter dem elektronischen und Online-Glücksspiel unter anderem E-Games, E-Bingo, Bingo-Grantees sowie stationäres und ausgelagertes Poker zusammen. Die Kategorie ist deshalb breiter als reines Online-Casino-Geschäft. Allein die Electronic-Games-Sparte steuerte 2025 nach den offiziellen Branchendaten rund 185,26 Milliarden PHP zum GGR bei. Der Gesamtwert von 201,12 Milliarden PHP umfasst dagegen weitere digitale und elektronische Glücksspielangebote.
Damit überholte der digitale Bereich erstmals die lizenzierten klassischen Casinos. Diese kamen 2025 auf 2,56 Milliarden Euro, und mussten gegenüber dem Jahr 2024 einen Rückgang von 9,58 Prozent hinnehmen.
POGO-Verbot verändert den Markt
Bemerkenswert ist die Entwicklung auch deshalb, weil die Philippinen gleichzeitig ihren früheren Offshore-Glücksspielsektor massiv zurückgefahren haben. Präsident Ferdinand Marcos Jr. hatte das Verbot der Philippine Offshore Gaming Operators (POGOs) bereits im Juli 2024 angekündigt. Mit dem Anti-POGO Act von 2025, der am 23. Oktober 2025 unterzeichnet wurde, wurde das Verbot illegaler Online-Casinos anschließend gesetzlich verankert. Offshore-Glücksspiel und damit verbundene Aktivitäten wurden ausdrücklich für illegal erklärt.
Zum Ende des Jahres 2024 waren nur noch sieben POGOs mit aktiven Lizenzen übrig – gegenüber mehr als 300 vor Beginn des landesweiten Vorgehens gegen die Branche. Die Regulierer kündigten an, dass ab 1. Januar 2025 keine POGO-Lizenzen mehr gültig sein sollten. Die Schließung bedeutete nach Schätzungen einen möglichen Verlust von etwa 280 Millionen Euro.
Alejandro H. Tengco, Vorsitzender und CEO von PAGCOR, erklärt:
„Online-Gaming ist kein ergänzendes Segment mehr, sondern inzwischen der wichtigste Treiber des gesamten GGR-Wachstums.“
Trotz des Wegfalls dieses Geschäftsmodells konnte der regulierte Glücksspielmarkt insgesamt wachsen. Der digitale Sektor kompensierte dabei einen erheblichen Teil der Rückgänge im stationären Geschäft. Tengco sieht darin einen grundlegenden Wandel der Branche.
Addiert man die lizenzierten und die von PAGCOR betriebenen Casinos, kamen die stationären Häuser 2025 auf etwa 2,73 Milliarden Euro. Das breit definierte elektronische und Online-Segment lag damit umgerechnet 85 Millionen Euro darüber.
Digitales Glücksspiel wächst trotz regulatorischer Eingriffe
Der Aufstieg des Online-Geschäfts verlief allerdings nicht völlig ungebremst. Im dritten Quartal 2025 kam es zu einer vorübergehenden Abschwächung, nachdem elektronische Bezahldienste und Glücksspielplattformen voneinander getrennt worden waren. Dadurch wurden sowohl der Zugang der Spieler als auch die Zahlungswege beeinträchtigt.
Die Anpassungen der digitalen Zahlungssysteme sollten zugleich die Nachverfolgbarkeit von Transaktionen verbessern, den Spielerschutz stärken und das Vertrauen in den regulierten Online-Markt erhöhen. Die Behörde betont damit, dass das starke Umsatzwachstum nicht allein über möglichst hohe Spielvolumina erreicht werden soll, sondern mit einer strengeren Regulierung verbunden werden müsse.
Bereits von Januar bis Juni 2025 hatte das elektronische Glücksspiel die klassischen Casinos überholt. Der gesamte Markt kam in diesem Zeitraum auf rund 3,01 Milliarden Euro und lag damit 26 Prozent über dem Vorjahr. E-Games, E-Bingo und Bingo-Grantees erzielten 1,61 Milliarden Euro und kamen auf einen Anteil von 53,47 Prozent.
Die Entwicklung des Jahres 2025 zeigt damit einen deutlichen Machtwechsel innerhalb des philippinischen Glücksspielmarktes. Online- und elektronische Angebote sind nicht mehr lediglich eine Ergänzung zum klassischen Casino-Geschäft, sondern stellen inzwischen die größte einzelne Umsatzkategorie.
Für die Philippinen bedeutet das eine grundlegende Veränderung des Marktes. Der POGO-Bann hat den Offshore-Sektor beendet, aber das regulierte elektronische Glücksspiel ist gleichzeitig stark gewachsen. Die entscheidende Herausforderung dürfte daher künftig darin liegen, diesen digitalen Boom mit wirksamen Regeln für Transparenz, Zahlungsverkehr und Spielerschutz zu verbinden.

