StartRecht & BusinessBeliebtes Lotto & Co.: Fast jeder dritte Italiener zockt zum Geld

Beliebtes Lotto & Co.: Fast jeder dritte Italiener zockt zum Geld

• Glücksspiel ist für knapp ein Drittel der Italiener Teil des Alltags.
• 31,9 Prozent der Menschen ab 14 Jahren spielten um Geld.
• Rubbellose sind deutlich beliebter als Sportwetten oder Spielautomaten.


In Italien hat Glücksspiel mit Geldgewinnen eine bemerkenswert große Reichweite. Nach neuen Daten des italienischen Statistikamts Istat beteiligten sich im Jahr 2024 insgesamt 31,9 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren an mindestens einer Glücksspielaktivität mit Geldgewinn. Das entspricht 16,6 Millionen Menschen. Umgekehrt gaben 68,1 Prozent an, im betreffenden Jahr weder gewettet noch ein Spiel mit Geldgewinn gespielt zu haben.

Die Zahlen beziehen sich ausdrücklich auf die Teilnahme und nicht auf Umsätze, Einsätze oder Spielerverluste. Erfasst wurden sowohl stationäre Angebote, etwa in Wettbüros, Bingo-Hallen, Casinos, Spielhallen, Bars und Tabakläden als auch Online-Angebote. Damit liefert die Untersuchung vor allem ein Bild davon, wie viele Menschen mit den unterschiedlichen Glücksspielarten in Kontakt kommen.

Besonders groß ist der Abstand zwischen den einzelnen Produkten. An der Spitze stehen die Rubbellose mit einer Teilnahmequote von 25,1 Prozent. Lotto sowie Sofortlotterien erreichen 16,5 Prozent, während das SuperEnalotto mit seinen mehrstelligen Millionengewinnen auf 13,8 Prozent kommt. Sportbezogene Glücksspiele einschließlich des neuen Totocalcio erreichen dagegen lediglich 4,7 Prozent.

Hinter den beliebtesten Angeboten folgen weitere Glücksspielarten mit deutlich geringerer Reichweite. Andere Zahlenlotterien kommen auf 3,7 Prozent, Bingo auf 2,9 Prozent. Spielautomaten und Videolotterien erreichen 2,6 Prozent, andere Casinospiele 1,8 Prozent, Videopoker kommt auf 1,6 Prozent und Pferdewetten liegen bei 1,5 Prozent.

Männer spielen häufiger als Frauen

Deutliche Unterschiede zeigen sich beim Geschlecht. Während 37,8 Prozent der Männer mindestens einmal um Geld spielten, waren es bei den Frauen 26,4 Prozent. Besonders weit geht die Schere bei Sportwetten auseinander: Hier lag die Beteiligung der Männer bei 8,2 Prozent, bei Frauen dagegen nur bei 1,5 Prozent.

Bei SuperEnalotto, anderen Zahlenlotterien und Casinospielen war die männliche Beteiligung laut Istat ungefähr doppelt so hoch. Rubbellose erreichten bei Männern 28,6 Prozent und bei Frauen 21,8 Prozent; bei Lotto und Lotterien waren es 20,4 beziehungsweise 12,8 Prozent. Auch bei Spielautomaten und VLTs liegen Männer mit 3,8 Prozent gegenüber 1,5 Prozent vorn.

Das Alter spielt ebenfalls eine Rolle. Unter den 14- bis 17-Jährigen beteiligten sich 12,5 Prozent an mindestens einem Glücksspiel mit Geldgewinn. Den Höchstwert erreichte die Altersgruppe von 35 bis 54 Jahren mit 36,7 Prozent. Bis zum Alter von 74 Jahren blieb die Beteiligung vergleichsweise hoch, bevor sie bei den über 75-Jährigen auf 22,2 Prozent zurückging.

Interessant ist zudem die Häufigkeit. Insgesamt spielten 4,9 Prozent der Bevölkerung ab 14 Jahren mindestens einmal pro Woche um Geld, 6,9 Prozent mindestens einmal im Monat und 20,2 Prozent seltener. Bei Männern lagen die entsprechenden Werte bei 7 Prozent wöchentlich und 9 Prozent monatlich, bei Frauen bei 2,9 beziehungsweise 4,9 Prozent.

Bei den wöchentlichen Aktivitäten liegen Lotto und Lotterien mit 2,5 Prozent an erster Stelle, gefolgt von SuperEnalotto mit 2,3 Prozent und Rubbellosen mit 1,7 Prozent. Bei allen übrigen Glücksspielkategorien bleibt die wöchentliche Beteiligung unter 1 Prozent. Gleichzeitig spielten 12,7 Prozent der Bevölkerung im Jahresverlauf nur eine Glücksspielart, 8,2 Prozent zwei Arten und 6 Prozent drei. Weitere 5 Prozent nutzten vier oder mehr Angebote.

Besonders häufig greifen Männer auf mehrere Glücksspielarten zurück. 7,5 Prozent der Männer spielten im Untersuchungsjahr vier oder mehr verschiedene Arten, während der Anteil bei Frauen lediglich 2,6 Prozent betrug.

Kaum regionale Unterschiede

Regional sind die Unterschiede dagegen geringer: In Mittelitalien lag die Gesamtbeteiligung bei 33,6 Prozent, in Süditalien und auf den Inseln bei 33,1 Prozent und im Norden bei 30,3 Prozent. Im Süden zeigt sich außerdem eine stärkere Nutzung verschiedener Glücksspielprodukte. Dort spielten 6,4 Prozent vier oder mehr Arten, gegenüber 3,9 Prozent im Norden.

Beim Bildungsstand ergibt sich ein anderes Bild: Die Beteiligung lag bei Menschen mit höherem Schulabschluss bei 37,2 Prozent, bei Personen mit mittlerem Schulabschluss bei 31,4 Prozent und bei Hochschulabsolventen bei 28,6 Prozent.

Damit zeichnen die Istat-Daten ein differenziertes Bild des italienischen Glücksspielmarktes. Zwar spielt knapp ein Drittel der Bevölkerung ab 14 Jahren um Geld, doch die Mehrheit tut dies nicht regelmäßig und setzt keineswegs ausschließlich auf klassische Wettangebote. Rubbellose, Lotto und SuperEnalotto prägen das Nutzungsverhalten wesentlich stärker als Sportwetten, Spielautomaten oder Casinospiele.

Bemerkenswert ist schließlich, dass Istat ausdrücklich davor warnt, die 31,9 Prozent als Maß für den finanziellen Umfang des Glücksspiels zu verstehen. Die Zahl beschreibt lediglich, welcher Anteil der Bevölkerung mindestens einmal ein entsprechendes Angebot genutzt hat – unabhängig davon, wie viel Geld eingesetzt oder verloren wurde.

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