StartRecht & BusinessRazzien gegen illegales Online-Glücksspiel: Über 2.300 Festnahmen in Südkorea

Razzien gegen illegales Online-Glücksspiel: Über 2.300 Festnahmen in Südkorea

• Illegales Online-Glücksspiel steht in Südkorea massiv unter Druck.
• Polizei nahm 2.319 Verdächtige innerhalb von sieben Monaten fest.
• Behörden zerschlugen zahlreiche Online-Glücksspielnetzwerke.


Südkorea hat eine der größten Polizeiaktionen gegen illegales Online-Glücksspiel der vergangenen Jahre abgeschlossen. Nach Angaben der Nationalen Polizeibehörde wurden innerhalb einer siebenmonatigen Sonderoperation insgesamt 2.319 Personen festgenommen, die im Zusammenhang mit kriminellem Cyber-Glücksspiel stehen sollen. Die Ermittlungen liefen von November 2025 bis Mai 2026 und richteten sich gegen Betreiber und Vermittler, aber auch Kunden der unlizenzierten Glücksspielplattformen.

Im Mittelpunkt der Aktion standen illegale Online-Casinos, Sportwettenportale und andere digitale Glücksspielangebote, die ohne staatliche Genehmigung betrieben wurden. Nach Angaben der Behörden wurden dabei 490 illegale Glücksspiel-Websites identifiziert und abgeschaltet. Gleichzeitig gelang es den Ermittlern, Vermögenswerte in Milliardenhöhe sicherzustellen und zahlreiche technische Infrastrukturen der Betreiber zu beschlagnahmen.

Besonders ins Visier gerieten professionell organisierte Netzwerke, die ihre Plattformen über ausländische Server betrieben und Zahlungen mithilfe verschlüsselter Kommunikationsdienste sowie digitaler Finanzkanäle abwickelten. Die Polizei betont, dass es sich vielfach um arbeitsteilig organisierte Gruppen gehandelt habe, deren Aktivitäten weit über Südkorea hinausreichten.

Asien verschärft den Kampf gegen illegales Glücksspiel
Südkorea ist mit seinem harten Vorgehen kein Einzelfall. In den vergangenen Monaten haben zahlreiche asiatische Staaten ihre Maßnahmen gegen illegales Online-Glücksspiel deutlich intensiviert. Thailand sperrte mehr als 700.000 Wett-Webseiten vor der Fußball-WM, Myanmar deaktivierte über 140.000 SIM-Karten, Hongkong zerschlug mehrere Wettnetzwerke und Malaysia verstärkte seine Kontrollen rund um die Weltmeisterschaft. In vielen Ländern gilt der Kampf gegen illegale Glücksspielplattformen inzwischen als sicherheitspolitische Priorität.

Nach Angaben der Ermittler lag das geschätzte Wettvolumen der zerschlagenen Plattformen bei umgerechnet rund 1,4 Billionen Won (etwa 1 Milliarde US-Dollar). Ein erheblicher Teil der Umsätze soll über internationale Zahlungswege verschleiert worden sein. Die Behörden gehen davon aus, dass die tatsächliche Summe sogar noch höher liegen könnte.

Neben den Betreibern nahmen die Ermittler auch sogenannte Werber und Vermittler ins Visier. Diese lockten neue Kunden über soziale Netzwerke, Messenger-Dienste und Internetforen auf die illegalen Plattformen. Dadurch konnten die Netzwerke ihre Reichweite kontinuierlich ausbauen.

Milliardenumsätze im Visier der Ermittler

Nach Angaben der südkoreanischen Polizei wurden im Rahmen der Sonderoperation Vermögenswerte im Umfang von rund 32 Milliarden Won (etwa 23 Millionen US-Dollar) beschlagnahmt oder eingefroren. Dazu zählen Bargeld, Kryptowährungen, Bankguthaben und weitere Vermögenswerte, die mutmaßlich aus illegalem Glücksspiel stammen.

Die Ermittlungen richteten sich nicht nur gegen die Betreiber der Plattformen. Auch technische Dienstleister, Geldkuriere und Personen, die Zahlungsstrukturen organisierten, gerieten in den Fokus. Ziel war es, die gesamte Infrastruktur der kriminellen Netzwerke zu zerschlagen.

Ein Sprecher der Korean National Police Agency kündigt kriminellen Anbietern gegenüber weitere Aktionen an:

„Wir werden konsequent gegen illegale Cyber-Glücksspielnetzwerke vorgehen und ihre organisatorischen sowie finanziellen Strukturen vollständig aufdecken.“

Nach Einschätzung der Behörden hat sich das illegale Online-Glücksspiel in den vergangenen Jahren erheblich professionalisiert. Internationale Serverstandorte, verschlüsselte Kommunikation und Kryptowährungen erschweren die Strafverfolgung zunehmend. Deshalb setzen die Ermittler verstärkt auf internationale Kooperationen.

Kampf gegen organisierte Kriminalität

Für die südkoreanische Regierung geht es längst nicht mehr nur um unerlaubte Glücksspiele. Die Behörden sehen enge Verbindungen zwischen illegalen Wettplattformen, Geldwäsche, Identitätsdiebstahl und anderen Formen organisierter Kriminalität. Entsprechend wird der Kampf gegen Cyber-Glücksspiel inzwischen als Teil der nationalen Sicherheitsstrategie betrachtet.

Beobachter erwarten, dass die Polizei ihre Sonderoperationen fortsetzen wird. Moderne Technologien ermöglichen es den Betreibern zwar, neue Plattformen innerhalb kurzer Zeit aufzubauen, gleichzeitig verbessern sich aber auch die Möglichkeiten der Strafverfolger bei der Analyse digitaler Finanzströme und Kommunikationsnetzwerke.

Die Bilanz der siebenmonatigen Aktion zeigt die Dimension des Problems eindrucksvoll. 2.319 Festnahmen, 490 abgeschaltete Webseiten, ein geschätztes Wettvolumen von 1,4 Billionen Won sowie beschlagnahmte Vermögenswerte von 32 Milliarden Won machen deutlich, wie groß der illegale Online-Glücksspielmarkt inzwischen geworden ist.

Für die legale Glücksspielbranche ist das harte Vorgehen grundsätzlich ein positives Signal. Regulierte Anbieter weisen seit Jahren darauf hin, dass illegale Plattformen weder Spielerschutzmaßnahmen noch Alterskontrollen einhalten und dadurch erhebliche Wettbewerbsverzerrungen entstehen.

Gleichzeitig unterstreicht die Operation, dass asiatische Staaten ihre Zusammenarbeit im Kampf gegen grenzüberschreitende Glücksspielnetzwerke weiter intensivieren. Südkorea hat mit seiner Großrazzia ein deutliches Signal gesetzt – und dürfte damit nicht die letzte groß angelegte Aktion gegen den digitalen Glücksspiel-Schwarzmarkt durchgeführt haben.

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