• Sportwetten-Risiken im Mittelpunkt der Schweizer „Game-Changer“-Kampagne.
• Besonders junge Männer sollen stärker für Risiken sensibilisiert werden.
• Fußball- und Hockeyspieler warnen gemeinsam vor Spielsucht.
Mit der neuen „Game Changer“-Kampagne wollen Schweizer Kantone, Sportverbände und Präventionsorganisationen verstärkt auf die Risiken von Sportwetten aufmerksam machen. Unterstützt wird die Initiative unter anderem von Profispielern aus Fußball und Eishockey, die sich öffentlich gegen problematisches Wettverhalten positionieren. Ziel ist es vor allem, junge Menschen früher über mögliche Gefahren von Sportwetten aufzuklären.
Die Kampagne wird von mehreren Organisationen getragen, darunter Swiss Olympic, die Swiss Football League sowie nationale Präventionsstellen. Im Mittelpunkt stehen Videos, Social-Media-Inhalte und Erfahrungsberichte von Sportlern. Dabei geht es weniger um ein generelles Verbot von Sportwetten, sondern um einen bewussteren Umgang mit Glücksspiel.
Besonders im Fokus stehen junge Männer zwischen 18 und 29 Jahren. Laut den beteiligten Organisationen gehört diese Altersgruppe zu den am stärksten gefährdeten Zielgruppen im Bereich Sportwetten. Gleichzeitig steigt die Sichtbarkeit von Wettanbietern im Sport seit Jahren deutlich an – etwa durch Sponsoring, Werbung oder Kooperationen mit Vereinen und Wettbewerben.
Nicolas Galladé von Swiss Olympic erklärt:
„Sportwetten können schnell von Unterhaltung zu einem echten Problem werden. Genau deshalb müssen wir frühzeitig sensibilisieren.“
Die Kampagne wolle insbesondere Jugendliche erreichen, bevor riskantes Spielverhalten überhaupt entstehe.
Die Initiatoren verweisen dabei auch auf die wachsende Digitalisierung des Wettmarktes. Durch Smartphone-Apps und Live-Wetten seien Sportwetten heute rund um die Uhr verfügbar. Genau diese ständige Erreichbarkeit erhöhe laut Präventionsexperten das Risiko für impulsives Verhalten und problematische Spielmuster.
Sportverbände setzen stärker auf Prävention
Die „Game Changer“-Initiative fällt in eine Zeit, in der Sportwetten – auch unter dem Eindruck der kommenden Fußball-WM – in Europa weiter stark wachsen. Besonders Live-Wetten während laufender Spiele gelten inzwischen als einer der wichtigsten Wachstumstreiber der Branche. Gleichzeitig beobachten Suchtexperten eine steigende Zahl junger Menschen mit problematischem Wettverhalten.
Die Kampagne setzt deshalb bewusst auf bekannte Gesichter aus dem Sport. Fußballer und Eishockeyspieler berichten offen darüber, wie schnell Wettverhalten außer Kontrolle geraten kann. Dadurch soll die Botschaft glaubwürdiger und näher an der Lebensrealität junger Fans vermittelt werden.
Laut Schweizer Präventionsstellen zeigen gerade junge Männer erhöhte Risiken für problematisches Sportwetten-Verhalten. Durch Live-Wetten, mobile Apps und permanente Werbung wird Glücksspiel heute deutlich schneller und einfacher zugänglich als noch vor einigen Jahren. Genau hier setzt die „Game Changer“-Kampagne an: Sie will frühzeitig über Risiken aufklären und verantwortungsbewusstes Verhalten fördern.
Auch die Rolle des Sports selbst wird zunehmend diskutiert. Viele Vereine und Ligen profitieren finanziell von Sponsoring-Partnerschaften mit Wettanbietern. Gleichzeitig wächst der Druck, beim Thema Spielerschutz sichtbarer Verantwortung zu übernehmen.
Die Organisatoren der Kampagne betonen deshalb, dass Prävention langfristig genauso wichtig sei wie Regulierung. Gerade junge Fans müssten lernen, Werbung und Wettangebote kritisch einzuordnen.
Mit „Game Changer“ verfolgt die Schweiz pünktlich zu WM-Beginn einen Ansatz, der Information, prominente Sportler und digitale Aufklärung miteinander verbindet. Ob die Kampagne langfristig Wirkung zeigt, dürfte sich allerdings erst in den kommenden Jahren zeigen.

