StartRecht & BusinessSpielerschutzImmer mehr junge US-Gamer durch das Glücksspiel gefährdet?

Immer mehr junge US-Gamer durch das Glücksspiel gefährdet?

• In den USA werden jugendliche Gamer bereits früh mit dem Glücksspiel konfrontiert.
• Aktuelle Studie zeigt besonders hohe Quoten bei männlichen Teenagern.
• Gaming-Elemente wie Lootboxen gelten als Einstieg ins Glücksspiel.


Immer mehr Jugendliche werden in den USA mit dem Glücksspiel konfrontiert – und das nicht im Casino, sondern direkt über Smartphone, Konsole und PC. Eine aktuelle Untersuchung der US-Medienorganisation Common Sense Media zeigt, dass insbesondere männliche Teenager über Videospiele und Sport-Apps regelmäßig mit glücksspielähnlichen Mechaniken in Berührung kommen. Für viele beginnt der Kontakt über scheinbar harmlose Spielelemente wie Lootboxen, Skin-Wetten oder Fantasy-Sport-Wettbewerbe.

Laut der brisanten wissenschaftlichen Studie hat rund zwei Drittel der befragten Jungen zwischen 13 und 17 Jahren bereits Erfahrungen mit irgendeiner Form von Glücksspiel oder glücksspielähnlichen Angeboten gemacht. Mehr als 40 Prozent gaben an, mindestens einmal echtes Geld eingesetzt zu haben. Besonders alarmierend: Ein erheblicher Teil der Jugendlichen sagte, er habe bereits vor dem 15. Lebensjahr erstmals gewettet oder Geld riskiert.

In den USA spielen schätzungsweise über 40 Millionen Minderjährige regelmäßig Videospiele. Ein großer Teil nutzt Online-Titel mit Lootboxen, In-Game-Käufen oder Fantasy-Sport-Apps. Alle diese Formate enthalten die Glücksspielelemente oder Echtgeld-Tools.

Die Forscher sehen einen direkten Zusammenhang zwischen Gaming-Kultur und Wetten. Viele Spiele integrierten Zufallssysteme oder virtuelle Gegenstände mit echtem Marktwert, so ihre Analyse. Dadurch würden die Grenzen zwischen Unterhaltung und Glücksspiel verschwimmen. Gleichzeitig würden Wettanbieter verstärkt über soziale Medien und Streaming-Plattformen werben, die besonders von Jugendlichen intensiv genutzt werden.

Games als Einstiegstor

Auch Berichte des Senders NBC verweisen darauf, dass Sportwetten-Apps, sogenannte Social-Casinos und Skin-Betting-Seiten gezielt junge Nutzer ansprechen. Viele Teenager nutzten dabei Kreditkarten der Eltern oder digitale Wallets, um Einsätze zu tätigen. Die Experten warnen, dass eine frühe Gewöhnung das Risiko späterer Spielsucht deutlich erhöhe.

James P. Steyer, Gründer und CEO von Common Sense Media, betonte:

„Viele Eltern merken gar nicht, wie früh ihre Kinder mit solchen Mechaniken konfrontiert werden. Wenn Glücksspiel wie ein normales Spielelement aussieht, verlieren Jugendliche das Gefühl dafür, dass sie echtes Geld riskieren.“

Verbraucherschützer fordern nun strengere Alterskontrollen, klarere Warnhinweise und Werbebeschränkungen. Diskutiert wird zudem, Lootboxen und ähnliche Systeme regulatorisch näher dem Glücksspiel beizuordnen. Auch Schulen und Eltern sollen stärker über Risiken informiert werden.

Die Zahlen verdeutlichen, dass Glücksspiel heute nicht mehr erst mit dem ersten Casinobesuch beginnt. Für viele Jugendliche startet der Kontakt bereits im Kinderzimmer. Es ist eingebettet in Games, die eigentlich als harmlose Freizeitbeschäftigung gelten. Genau hier sehen Fachleute den dringendsten Handlungsbedarf.

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