• NFL verbietet während Super Bowl Werbung für Prognosemärkte.
• Polymarket und Kalshi dürfen somit keine Spots schalten.
• Die Liga zieht eine klare Grenze zwischen Sport und Graumarkt-Produkten.
Super Bowl und Werbung gehören traditionell untrennbar zusammen – doch in diesem Jahr setzt die NFL klare Einschränkungen. Die Liga hat entschieden, dass Prognosemärkte wie Polymarket, Kalshi oder ähnliche Anbieter keine Werbespots rund um den Super Bowl schalten dürfen. Damit schließt sich die NFL bewusst von einer neuen, schnell wachsenden Branche ab, die zuletzt massiv um Aufmerksamkeit im Umfeld großer Sportereignisse geworben hatte.
Nach übereinstimmenden Medienberichten begründet die NFL den Schritt mit regulatorischen und rechtlichen Bedenken. Prognosemärkte ermöglichen es Nutzern, auf den Ausgang von Ereignissen zu setzen, etwa auf Wahlergebnisse oder Sportresultate. Obwohl sich diese Plattformen nicht als klassische Wettanbieter verstehen, sieht die Liga eine zu große Nähe zum Sportwetten-Geschäft, das beim Super Bowl nur streng reguliert beworben werden darf.
Der Super Bowl LX wird 2026 im Levi’s Stadium in Santa Clara ausgetragen. Erwartet werden rund 70.000 Zuschauer vor Ort und ein weltweites TV-Publikum von über 100 Millionen.
Besonders sensibel ist die Situation, da der Super Bowl weltweit als das wichtigste Einzelsportereignis gilt. Die NFL möchte vermeiden, dass neue, rechtlich nicht eindeutig eingeordnete Geschäftsmodelle in einem Umfeld auftreten, das bereits stark von Sportwetten-Werbung geprägt ist. Branchenbeobachter werten die Entscheidung daher als präventive Maßnahme, um Imageschäden oder regulatorische Konflikte zu vermeiden.
Klare Abgrenzung beim größten Sportereignis
Die Entscheidung betrifft nicht nur klassische TV-Spots während der Übertragung, sondern auch begleitende Werbeformate, die offiziell mit dem Super Bowl in Verbindung stehen. Prognosemärkte dürfen weder als offizielle Partner auftreten noch Werbezeiten im direkten Umfeld des Spiels buchen. Zugelassen bleiben hingegen staatlich regulierte Sportwetten-Anbieter, die die jeweiligen US-Bundesgesetze erfüllen.
Aus Sicht der Prognosemarkt-Betreiber ist das Verbot ein Rückschlag. Gerade der Super Bowl gilt als ultimative Werbeplattform, um neue Nutzer zu erreichen und ein Produkt im Mainstream zu etablieren. Dass die NFL hier eine klare Grenze zieht, zeigt, wie vorsichtig die Liga mit neuen Marktteilnehmern umgeht, die sich außerhalb klassischer Regulierung bewegen.
Die Kosten für einen 30-Sekunden-Super-Bowl-Spot stiegen von rund 220.000 US-Dollar im Jahr 1980 auf über 7 Millionen US-Dollar heute. Kaum ein Werbeumfeld ist teurer oder prestigeträchtiger.
Die Maßnahme fügt sich in eine breitere Debatte ein, wie Sportligen mit neuen Finanz- und Wettprodukten umgehen sollen. Während Prognosemärkte in den USA wachsende Aufmerksamkeit von Investoren erhalten, bleibt ihre rechtliche Einordnung umstritten. Für die NFL gilt daher: Beim Super Bowl soll es keine Grauzonen geben.
Ob andere Ligen dem Beispiel folgen oder künftig differenzierter entscheiden, bleibt offen. Fest steht jedoch, dass der Super Bowl 2026 nicht nur sportlich, sondern auch werblich unter besonders strenger Aufsicht steht.

