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Casinos sollen britische Innenstädte beleben

• Casinos stärken britische Innenstädte und bringen zusätzliche Besucher in Restaurants und Geschäfte.
• Die Branche plant Investitionen von 200 Millionen Pfund in neue Freizeit- und Gastronomieangebote.
• Höhere Spielautomatensteuern könnten Investitionen, Arbeitsplätze und Millionenbeträge an Steuereinnahmen gefährden.


Eine neue Untersuchung der Night Time Industries Association (NTIA) zeigt, wie stark stationäre Casinos zum Besucherverkehr in britischen Innenstädten beitragen. Der Bericht wurde am 14. Oktober 2026 im Londoner Hippodrome Casino vorgestellt. Er untersucht, welche Rolle Casinos für Gastronomie, Unterhaltung, Arbeitsplätze und benachbarte Geschäfte spielen. Die Ergebnisse sollen auch die Debatte über geplante Investitionen und mögliche Steuererhöhungen beeinflussen.

Von den befragten Besuchern erklärten 41,1 Prozent, dass sie ohne den Gang ins Casino wahrscheinlich zu Hause geblieben wären. 55 Prozent hätten die jeweilige Gegend vermutlich oder definitiv nicht besucht. Gleichzeitig gaben 72,1 Prozent an, während ihres Aufenthalts mindestens ein weiteres lokales Geschäft genutzt zu haben. Die Untersuchung legt damit nahe, dass Casinos nicht nur eigene Gäste anziehen, sondern auch zusätzliche Nachfrage für Restaurants, Bars, Geschäfte und andere Dienstleister schaffen.

Michael Kill, Geschäftsführer der Night Time Industries Association, erklärt:

„Britische Innenstädte brauchen Unternehmen, die den Menschen einen Grund geben, das Haus zu verlassen und Zeit in unseren Städten zu verbringen.“

Die Ergebnisse zeigten, dass mehr als vier von zehn befragten Casinogästen ansonsten zu Hause geblieben wären und fast drei Viertel zusätzlich ein anderes lokales Unternehmen aufgesucht hätten.

Die wirtschaftliche Bedeutung geht über zusätzliche Besuche hinaus. In Großbritannien gibt es laut Bericht 108 lizenzierte Casinos, die zusammen rund 14.000 direkte und indirekte Arbeitsplätze unterstützen. Jährlich verzeichnen die Standorte knapp 14 Millionen Besuche. Für das Jahr 2025 beziffert die Studie den Beitrag der Branche zur britischen Bruttowertschöpfung auf 815 Millionen Pfund; zugleich zahlte der Sektor 515 Millionen Pfund Steuern.

Die Untersuchung zeigt, dass Casinobesuche häufig mit weiteren Freizeitaktivitäten verbunden sind. Bei ihrem letzten Besuch gaben die befragten Gäste durchschnittlich 86,80 Pfund pro Gruppe außerhalb des Casinos aus. 67 Prozent nutzten die Bar, während 53 Prozent dort eine Mahlzeit einnahmen. Weitere Ausgaben entfielen auf Restaurants und Bars außerhalb des Casinos (39 Prozent), Verkehrsmittel (31 Prozent) sowie Geschäfte (30 Prozent). Für die NTIA unterstreichen diese Zahlen, dass stationäre Casinos Teil einer größeren Gastronomie- und Freizeitwirtschaft sind.

200 Millionen Pfund an Investitionen geplant

Die Betreiber wollen ihre Standorte zunehmend als vielseitige Unterhaltungsziele etablieren. Für die kommenden fünf Jahre sind nach Angaben der Studie Investitionen von rund 200 Millionen Pfund vorgesehen. Dazu gehören Verbesserungen bei Gastronomie, Unterhaltung und Besuchererlebnis. Im Durchschnitt sollen 34 Prozent der geplanten Investitionen in Bereiche außerhalb des Glücksspiels fließen. Als Beispiel nennt der Bericht ein geplantes 50-Millionen-Pfund-Projekt für ein Destination-Casino im Londoner Trocadero.

Auch die Wünsche der Besucher deuten auf eine breitere Ausrichtung hin. Lediglich 13 Prozent der Befragten finden, dass Casinos künftig hauptsächlich Glücksspiel anbieten sollten. 43 Prozent wünschen sich Investitionen in Live-Musik und Unterhaltung, 37 Prozent in ein besseres gastronomisches Angebot und 36 Prozent in eine Nutzung außerhalb der klassischen Abendstunden. Im Londoner Hippodrome hat die Show Magic Mike Live laut Bericht bereits mehr als 900.000 Besucher angezogen.

Grainne Hurst, Geschäftsführerin des Betting and Gaming Council (BGC), betont:

„Diese Ergebnisse zeigen, dass Casinos in Großbritannien eine wichtige Rolle bei der Unterstützung unserer Innenstädte, der Schaffung von Arbeitsplätzen und der Gewinnung von Besuchern für unsere Städte spielen.“

Moderne Casinos seien weit mehr als Glücksspielstandorte: Sie unterstützten auch Restaurants, Bars, Hotels und zahlreiche weitere Unternehmen, die von einem funktionierenden Besuchermarkt profitierten.

Die Beschäftigungsperspektiven spielen ebenfalls eine Rolle. Die befragten Mitarbeiter sind im Durchschnitt seit 12,8 Jahren in der Branche tätig; 74 Prozent betrachten ihre Arbeit im Casino als langfristige berufliche Perspektive. Bei der Sicherheit und Atmosphäre schneiden Casinos in der Befragung ebenfalls vergleichsweise gut ab: 81 Prozent bewerten die persönliche Sicherheit positiv, ebenfalls 81 Prozent die Präsenz von Mitarbeitern und 79 Prozent den Komfort.

Steuerunsicherheit könnte die Pläne gefährden

Die geplanten Investitionen stehen laut Bericht jedoch unter dem Vorbehalt stabiler wirtschaftlicher Rahmenbedingungen. 78 Prozent der befragten Betreiber gaben an, dass Unsicherheit über die künftige Besteuerung weitere Investitionen bremse. Hintergrund sind mögliche Änderungen bei der Machine Games Duty, der britischen Steuer auf bestimmte Spielautomaten. Die Branche befürchtet, dass höhere Abgaben Modernisierungen und neue Freizeitangebote erschweren könnten.

Die Studie verweist dazu auf eine Modellrechnung von EY: Sollte die Steuer auf Spielautomaten auf 40 Prozent steigen, könnten 34 Casinos, 3.800 Arbeitsplätze, geplante Investitionen von 100 Millionen Pfund und Steuereinnahmen von 73 Millionen Pfund gefährdet sein. Das Londoner Hippodrome habe bereits eine vollständig ausgearbeitete Dachterrassenerweiterung im Umfang von 6 Millionen Pfund vorerst zurückgestellt. Dabei handelt es sich um Szenarien und Risikoschätzungen, nicht um bereits eingetretene Verluste.

Der Bericht fordert deshalb, den durch Reformen im Jahr 2025 eröffneten Spielraum für Modernisierungen nicht durch neue Unsicherheiten zu gefährden. Aus Sicht der NTIA hängt die weitere Entwicklung davon ab, ob Betreiber ihre Investitionspläne umsetzen können und die daraus erwarteten Arbeitsplätze, Besucherströme und zusätzlichen Ausgaben tatsächlich entstehen. Die Untersuchung wurde von der Branchenorganisation selbst veröffentlicht; ihre Ergebnisse sollten daher als Branchenperspektive und nicht als unabhängige Bewertung sämtlicher wirtschaftlicher und gesellschaftlicher Folgen verstanden werden.

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