StartCasinosGGL-Glücksspiel-Studie: Legales Angebot dominiert Schwarzmarkt

GGL-Glücksspiel-Studie: Legales Angebot dominiert Schwarzmarkt

• Schwarzmarkt-Studie der GGL zeigt: Das legale Glücksspiel dominiert in Deutschland.
• GGL sieht hohe Kanalisierungsquoten bei Online-Angeboten.
• Dennoch bleibt der Kampf gegen illegale Anbieter eine zentrale Herausforderung.


Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) hat neue Zahlen zur Marktstruktur in Deutschland vorgelegt. Das zentrale Ergebnis Schwarzmarkt-Studie zum Glücksspiel: Der überwiegende Teil des Online-Glücksspiels findet inzwischen im regulierten Bereich statt. Damit widerspricht die Studie teilweise der häufig geäußerten Kritik, wonach der Schwarzmarkt den legalen Markt dominieren würde.

Konkret geht die GGL davon aus, dass im Jahr 2023 rund 93 Prozent des gesamten Online-Glücksspielumsatzes in Deutschland auf legale Anbieter entfielen. Der Anteil des Schwarzmarkts lag demnach bei lediglich etwa 7 Prozent. Diese Kanalisierungsquote gilt als entscheidender Indikator für die Wirksamkeit der Regulierung, da sie zeigt, wie viele Spieler tatsächlich im kontrollierten Markt aktiv sind.

Besonders hoch fällt die Kanalisierung laut Studie bei klassischen Online-Casinospielen aus, während sie im Sportwettenmarkt etwas niedriger liegt. Insgesamt bestätigt die Untersuchung jedoch die Grundannahme der Behörden: Der seit 2021 geltende Glücksspielstaatsvertrag habe dazu beigetragen, einen großen Teil der Nachfrage in legale Bahnen zu lenken.

Der Vorstand der GGL, Ronald Benter, ordnet die Ergebnisse entsprechend ein:

„Die Studie zeigt, dass der Großteil der Spieler das legale Angebot nutzt.“

Gleichzeitig betont er, dass die Bekämpfung illegaler Anbieter weiterhin Priorität habe, da diese gezielt versuchen, Spieler mit attraktiveren Konditionen oder weniger Einschränkungen anzulocken.

Hohe Kanalisierung – aber kein Entwarnungssignal

Trotz der positiven Zahlen sieht die GGL keinen Anlass zur Entwarnung. Der Schwarzmarkt sei zwar kleiner als oft angenommen, bleibe aber ein ernst zu nehmender Faktor. Illegale Anbieter operierten häufig über internationale Plattformen, nutzten alternative Zahlungswege und umgingen gezielt deutsche Schutzmechanismen.

Gerade im Bereich der Werbung und der digitalen Verbreitung – etwa über soziale Medien – gelinge es diesen Anbietern immer wieder, neue Nutzer zu erreichen. Das erschwere die Arbeit der Behörden, die auf Maßnahmen wie Netzsperren, Zahlungsblockaden und Kooperationen mit Plattformbetreibern setzen.

Die GGL nutzt verschiedene Instrumente zur Regulierung und Bekämpfung illegaler Anbieter. Dazu zählen IP- und Domain-Sperren, die Zusammenarbeit mit Zahlungsdienstleistern sowie Maßnahmen gegen Werbung. Ziel ist es, die Sichtbarkeit illegaler Angebote zu reduzieren und den Zugang für Spieler möglichst stark einzuschränken.

Ein weiteres Problem liegt laut GGL in der Attraktivität der Angebote. Illegale Plattformen werben häufig mit höheren Einsatzlimits, schnelleren Auszahlungen oder weniger strengen Identitätsprüfungen. Diese Faktoren können insbesondere erfahrene Spieler dazu verleiten, den regulierten Markt zu verlassen – ein Risiko, das auch durch eine grundsätzlich hohe Kanalisierungsquote nicht vollständig verschwindet.

Die Studie liefert damit ein differenziertes Bild: Einerseits zeigt sie, dass die Regulierung in Deutschland wirkt und die Mehrheit der Spieler erreicht. Andererseits verdeutlicht sie, dass der Wettbewerb mit dem Schwarzmarkt weiterhin ein strukturelles Problem bleibt. Zumindest Letzteres wird von Glücksspielverbänden geteilt, die immer wieder vor dem Schwarzmarkt warnen.

Langfristig wird entscheidend sein, ob es gelingt, den legalen Markt attraktiv genug zu halten, ohne die Ziele des Spielerschutzes zu gefährden. Die GGL sieht sich hier in einer Balance zwischen Kontrolle und Marktöffnung – eine Herausforderung, die auch in anderen europäischen Ländern zunehmend in den Mittelpunkt rückt.

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