StartRecht & Business3.400 Netzsperren: Schweiz blockiert immer mehr Online-Glücksspiel

3.400 Netzsperren: Schweiz blockiert immer mehr Online-Glücksspiel

• Online-Glücksspiel-Netzsperren erreichen in der Schweiz neuen Höchststand.
• Fast 3.400 Glücksspiel-Webseiten inzwischen blockiert.
• Behörden verschärfen den Kampf gegen illegale Anbieter.


Die Schweiz geht weiterhin konsequent gegen unerlaubtes Online-Glücksspiel vor. Nach aktuellen Angaben der Eidgenössischen Spielbankenkommission (ESBK) stehen mittlerweile knapp 3.400 Internetdomains auf der Sperrliste. Genauer gesagt umfasste die offizielle Liste Ende Mai 3.396 gesperrte Webseiten, die aus der Schweiz heraus nicht mehr regulär erreichbar sein sollen.

Grundlage dafür ist das Schweizer Geldspielgesetz, das seit 2019 in Kraft ist. Es erlaubt ausschließlich konzessionierten Schweizer Casinos, Online-Glücksspiele legal anzubieten. Internationale Anbieter ohne entsprechende Lizenz geraten damit automatisch ins Visier der Behörden. Die Sperren werden technisch über Internetprovider umgesetzt, die den Zugriff auf die betreffenden Seiten blockieren müssen.

Dabei geht die ESBK längst nicht mehr nur gegen illegale Online-Casinos vor. Auch digitale Spielautomaten, Pokerangebote und andere nicht genehmigte Glücksspielformen geraten zunehmend unter Druck. Die Behörde aktualisiert ihre Sperrlisten regelmäßig und veröffentlicht neue Domains fortlaufend.

Ein Sprecher der Eidgenössischen Spielbankenkommission erklärt:

„Nicht bewilligte Online-Spielangebote werden gesperrt, um die Bevölkerung vor illegalen Angeboten zu schützen.“

Besonders bemerkenswert ist die Dynamik hinter diesen Zahlen. Noch vor wenigen Jahren lag die Anzahl der gesperrten Domains deutlich niedriger. Inzwischen zeigt sich, wie schnell illegale Anbieter neue Webseiten, Mirror-Domains oder alternative Zugänge schaffen, sobald bestehende Seiten blockiert werden. Das Katz-und-Maus-Spiel zwischen Regulierern und Betreibern nimmt damit weiter an Tempo auf.

Die Schweizer Behörden argumentieren, dass Netzsperren vor allem dem Spielerschutz dienen sollen. Nutzer sollen auf legale Angebote gelenkt werden, die strengere Vorgaben zu Suchtprävention, Jugendschutz und Geldwäschebekämpfung erfüllen müssen. Gleichzeitig soll verhindert werden, dass Gelder unkontrolliert ins Ausland abfließen.

Der Druck auf illegale Anbieter wächst weiter

Die Schweiz gehört längst zu den europäischen Ländern mit den konsequentesten Maßnahmen gegen unerlaubtes Online-Glücksspiel. Während andere Staaten noch über Netzsperren diskutieren oder juristische Hürden prüfen, setzt die ESBK das Instrument bereits seit Jahren aktiv ein.

Kritiker weisen allerdings darauf hin, dass solche Sperren technisch vergleichsweise leicht umgangen werden können – etwa über VPN-Dienste oder alternative DNS-Server. Trotzdem sehen die Behörden in den Maßnahmen einen wichtigen Baustein, um illegale Anbieter zumindest sichtbar einzuschränken und den Zugang für Durchschnittsnutzer zu erschweren.

Auch wirtschaftlich spielt das Thema eine große Rolle. Der regulierte Schweizer Glücksspielmarkt zählt zu den finanzstärkeren Europas. Entsprechend groß ist das Interesse der Behörden, lizenzierte Anbieter zu schützen und Steuereinnahmen im Land zu halten. Die konzessionierten Online-Casinos leisten zudem Beiträge für gemeinnützige Zwecke und Sozialversicherungen.

Die Zahl der Netzsperren steigt in der Schweiz seit Einführung des Geldspielgesetzes beinahe kontinuierlich an. Anfangs standen nur einige hundert Domains auf der Liste der ESBK. Inzwischen kommen regelmäßig neue Webseiten hinzu, da illegale Betreiber häufig Ersatzdomains und Spiegelseiten erstellen. Branchenbeobachter rechnen deshalb damit, dass die Marke von 4.000 gesperrten Domains bereits in absehbarer Zeit überschritten werden könnte.

International wird die Schweizer Strategie aufmerksam verfolgt. Netzsperren gelten zwar nicht als perfekte Lösung, werden aber zunehmend als pragmatisches Werkzeug betrachtet, um den Zugang zu illegalen Glücksspielangeboten einzudämmen. Vor allem in Europa wächst der politische Druck, stärker gegen nicht lizenzierte Plattformen vorzugehen.

Für die Schweiz dürfte der Kurs deshalb vorerst klar bleiben: konsequente Kontrolle, regelmäßige Aktualisierung der Sperrlisten und ein weiterhin harter regulatorischer Kurs gegen Anbieter ohne nationale Lizenz. Die Zahl von knapp 3.400 blockierten Domains dürfe daher längst noch nicht das Ende der Entwicklung markieren.

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