StartRecht & BusinessBusinessTrotz Glücksspielmonopol: Wo Österreicher am meisten zocken

Trotz Glücksspielmonopol: Wo Österreicher am meisten zocken

• Glücksspiel in Österreich wächst laut Studie deutlich.
• Online-Angebote und Wetten wichtigste Wachstumstreiber.
• Diskussion um das Glücksspielmonopol ebbt nicht ab.


Die Lust am Glücksspiel ist in Österreich ungebrochen. Eine aktuelle Studie des Marktforschungsunternehmens Branchenradar zeigt, dass der Markt für Glücksspiel und Sportwetten im Jahr 2025 erneut gewachsen ist. Vor allem digitale Angebote sorgen dafür, dass immer mehr Geld in Lotterien, Online-Casinos und Sportwetten fließt. Während traditionelle Spielangebote teilweise stagnieren, setzt sich der Trend zum Smartphone und Computer unvermindert fort.

Nach den Daten von Branchenradar erreichten die Bruttospiel- und Wetterträge (die Einsätze abzüglich der ausgeschütteten Gewinne) zuletzt rund 2,4 Milliarden Euro. Gegenüber dem Vorjahr entspricht das einem Plus von etwa 4 Prozent.

Besonders dynamisch entwickelte sich erneut der Online-Bereich (+ 11,2 Prozent), während der stationäre Sektor mit Spielbanken, Wettlokalen und Automaten leicht rückläufig war. Dort gingen die Erlöse um 1 Prozent auf 300 Millionen Euro zurück. Erfolge werden hingegen bei der Bekämpfung des illegalen stationären Spiels vermeldet. Dessen Marktanteil lag laut Studie bei etwa 7 Prozent; gegenüber 27 Prozent im Jahr 2020.

Online-Boom in der Alpenrepublik

Die Studie zeigt damit eine Entwicklung, die sich bereits seit Jahren beobachten lässt. Immer mehr Spieler nutzen digitale Angebote, die rund um die Uhr verfügbar sind. Das verändert nicht nur das Konsumverhalten, sondern auch die Kräfteverhältnisse innerhalb der Branche. Anbieter mit starker Online-Präsenz gewinnen kontinuierlich Marktanteile hinzu.

Lotterien wuchsen gegenüber dem Vorjahr um 5,7 Prozent auf rund 800 Millionen Euro. Laut Branchenradar ist dies auf Preiserhöhungen sowie auf viele hohe Jackpots bei den Euromillionen zurückzuführen. Ebenfalls vom Boom profitierte der Sportwettenmarkt. Demnach erhöhte sich der Bruttowettertrag um 2,8 Prozent auf 520 Millionen Euro.

Besonders bemerkenswert ist die zunehmende Verlagerung ins Internet. Online-Casinos und digitale Sportwetten profitieren von ihrer einfachen Verfügbarkeit und einer breiten Auswahl an Angeboten. Gleichzeitig geraten klassische Geschäftsmodelle stärker unter Druck. Spielbanken und stationäre Wettanbieter können mit dem Wachstumstempo der digitalen Konkurrenz kaum Schritt halten.

Ein Sprecher von Branchenradar fasst die Entwicklung so zusammen:

„Der Wachstumsmotor des österreichischen Glücksspielmarktes bleibt klar der Online-Sektor, während stationäre Angebote zunehmend unter Druck geraten.“

Die Entwicklung sorgt auch bei Politik und Behörden für Aufmerksamkeit. Je größer der Online-Markt wird, desto schwieriger wird die Kontrolle von Anbietern, die ihre Lizenzen außerhalb Österreichs besitzen. Gleichzeitig rücken Fragen des Spielerschutzes und der Regulierung stärker in den Mittelpunkt der Debatte.

Die wirtschaftliche Bedeutung der Branche wächst derweil weiter. Für den Staat sind Glücksspiel und Sportwetten eine wichtige Einnahmequelle. Gleichzeitig warnen Experten regelmäßig vor den Risiken problematischen Spielverhaltens, insbesondere im Online-Bereich. Studien zeigen, dass die ständige Verfügbarkeit digitaler Angebote das Risiko für problematische Nutzung erhöhen kann.

In Österreich wird derzeit intensiv über die Zukunft des Glücksspielmonopols durch Betreiber win2day diskutiert. Auslöser ist ein neuer Gesetzesentwurf, der nach Einschätzung von Beobachtern auf eine stärkere Öffnung des Marktes hindeuten könnte. Sollte es tatsächlich zu einem Lizenzsystem mit mehreren Anbietern kommen, würde dies einen der größten Umbrüche der Branche seit Jahrzehnten bedeuten.

Auch die Sonderrolle Österreichs bei Sportwetten sorgt weiterhin für Diskussionen. Während Sportwetten in fast allen EU-Staaten als Glücksspiel gelten, werden sie in Österreich rechtlich anders behandelt. Kritiker sehen darin eine Ursache für vergleichsweise lockere Werberegeln und einen geringeren Spielerschutz.

Für die kommenden Jahre rechnen die Analysten von Branchenradar mit weiterem Wachstum. Solange immer mehr Spieler auf digitale Angebote ausweichen und neue Wett- und Casinoprodukte auf den Markt kommen, dürfte der österreichische Glücksspielsektor seinen Expansionskurs fortsetzen.

ÄHNLICHE ARTIKEL

BELIEBTE ARTIKEL

Entdecke mehr von Gaming-Affairs

Jetzt abonnieren, um weiterzulesen und auf das gesamte Archiv zuzugreifen.

Weiterlesen