• In Thailand wurde ein chinesischer Glücksspiel-Kingpin verhaftet.
• Verdächtiger nutzte falsche Identitäten und Karibik-Pass.
• Illegales Online-Netzwerk mit tausenden Nutzern aufgedeckt.
Im Kampf gegen illegales Online-Glücksspiel gelang den thailändischen Behörden ein wichtiger Schlag, als sie diese Woche einen chinesischen Glücksspiel-Boss verhafteten. Die Polizei nahm den mutmaßlichen Drahtzieher eines internationalen Glücksspielrings fest, der über Jahre hinweg ein illegales Online-Imperium betrieben haben soll.
Bei dem Verdächtigen handelt es sich um einen chinesischen Staatsbürger, der sich offenbar längere Zeit in Thailand versteckt hielt. Um seine Identität zu verschleiern, nutzte er laut Ermittlern einen Pass aus der Karibik – genauer aus St. Kitts und Nevis. Diese Staatsbürgerschaft soll er über ein sogenanntes Investorenprogramm erworben haben.
Das „Golden Visa“-Programm von St. Kitts und Nevis bietet mehrere Wege zur Staatsbürgerschaft. Eine Spende an das staatliche Wachstumsprogramm beginnt bei etwa 250.000 US-Dollar für einen Antragsteller. Alternativ sind Immobilieninvestitionen ab rund 325.000 bis 400.000 US-Dollar möglich. Hinzu kommen Verwaltungs-, Prüf- und Bearbeitungsgebühren, sodass sich die Gesamtkosten je nach Modell oft auf über 300.000 bis 450.000 US-Dollar summieren.
Die Behörden werfen dem Mann vor, ein weitverzweigtes Netzwerk für illegales Online-Glücksspiel aufgebaut zu haben. Dieses soll gezielt auf chinesische Kunden ausgerichtet gewesen sein, wo Glücksspiel weitgehend verboten ist.
Illegales Netzwerk mit großer Reichweite
Im Laufe der Ermittlungen wurde das gigantische Ausmaß des Netzwerks deutlich. Der Verdächtige und seine Komplizen betrieben demnach 239 illegale Glücksspiel-Websites. Diese Plattformen wurden von mehr als 330.000 chinesischen Spielern genutzt. Das Netzwerk erzielte dabei einen geschätzten Gesamtumsatz von rund 300 Millionen Euro.
Ein Vertreter der thailändischen Polizei erklärte:
„Dies war eine groß angelegte Operation mit internationaler Reichweite.“
Besonders brisant ist die gezielte Ausrichtung der Plattformen auf den chinesischen Markt. Da dort Glücksspiel größtenteils illegal ist, weichen viele Nutzer auf ausländische Online-Angebote aus. Genau diese Nachfrage nutzte das Netzwerk offenbar systematisch aus.
Die Festnahme könnte nun weitreichende Folgen haben. Neben weiteren Ermittlungen gegen mögliche Komplizen dürfte auch die internationale Zusammenarbeit der Behörden intensiviert werden. Der Fall zeigt einmal mehr, wie global organisiert illegales Online-Glücksspiel inzwischen ist – und wie schwierig es bleibt, solche Netzwerke dauerhaft zu zerschlagen.

